Im Einsatz: Drohne der Schweizerischen Post über Lugano.

Überflieger

Kommt bald die Post per Drohne? Fliegen uns autonome Air-Shuttles durch die Gegend? Vorerst ist das noch Zukunftsmusik.

Erst waren sie nur ein Spielzeug. Doch bald lieferten sie Luftaufnahmen und sorgten für Diskussionen über die Privatsphäre der Nachbarn. Auch als Party-Kellner mussten sie schon herhalten. Aber seit Amazon in den USA die Auslieferung von Online-Bestellungen getestet hat, ist ein eigentlicher Drohnen-Hype ausgebrochen – auch hierzu- lande: Noch in diesem Jahr soll eine Drohne der Schweizerischen Post regelmässig Laborproben zwischen zwei Spitälern in Lugano transportieren. Die endgültige Genehmigung für den Regelbetrieb stehe noch aus, heisst es beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) auf Anfrage. Es müssten noch die Wartungsintervalle und Checklisten festgelegt werden – ganz wie bei einem Verkehrsflugzeug.

Auch in Deutschland testet die Post führerlose Flugobjekte. Ein flächendeckender Betrieb ist jedoch nicht vorgesehen, und der Wunschtraum des müden Wanderers von einer Latte Macchiato per Drohnen-Delivery wird wohl kaum Wirklichkeit werden. Gute Flugchancen hat aber vielleicht schon bald das vergessene Asthma-Spray: Experten sehen realistische Einsatzmöglichkeiten für die Drohnen vor allem bei dringenden Hilfseinsätzen, in weniger dicht besiedelten Weltregionen sowie bei schlechter Verkehrsinfrastruktur.

Das erste Drohnen-Taxi

Im Einsatz sind Drohnen bereits in der Vermessung und in der Landwirtschaft. Mehr als ein Dutzend Firmen weltweit arbeitet auch schon an autonomen Personenflugzeugen. Rodin Lyasoff, Chef der Projektgruppe A3 bei Airbus, will nichts weniger als «die urbane Mobilität revolutionieren». Vorreiter ist Dubai, wo diesen Monat das erste Drohnen-Taxi in Betrieb gehen soll. Das Ein-Personen-Ei hat einen Touchscreen zur Auswahl festgelegter Landeplätze, die es eigenständig anfliegt. Übergewichtig sollten die Passagiere aber nicht sein: Der Quadrocopter kann maximal 100 Kilo transportieren und etwa eine halbe Stunde in der Luft bleiben. 

Vorrang für die Sicherheit

Dass über den Metropolen Europas vorerst noch keine Air-Shuttles kreisen, liegt an der Regulierung des schon jetzt überfüllten Luftraums. Die Frage nach der Sicherheit stellt sich auch bei kleineren Flugobjekten: An städtischen Laternenpfählen sind immer öfter Zettel zu sehen, auf denen Drohnenfunde gemeldet werden. Passiert ist bisher aber erstaunlich wenig: In der Schweiz gab es erst einen Unfall, bei dem ein Mensch leicht verletzt wurde. Einen eigenen Luftraum – wie in den USA beantragt – werden Drohnen hierzulande nicht bekommen, liess das BAZL bereits wissen, und deutsche Fachleute winken ebenso ab. Eine umfassende Regelung ist noch nicht in Sicht: Derzeit muss jede Flugstrecke für den autonomen Betrieb einzeln genehmigt werden. l
Drohnen für den privaten Gebrauch sind bei Interdiscount erhältlich.

Wenn es zu laut wird

Sind Sie einfach bloss empfindlich oder feiern die Nachbarn wirklich so laut? Das lässt sich überprüfen: Die App «Sound Meter» misst Alltagsgeräusche und zeigt die Werte auf einer Skala inklusive Verlaufsdiagramm an. Zudem wird die Lautstärke als Text interpretiert, etwa «40 dB, ruhige Wohngegend». Auf dem Test-Handy lagen die Dezibel-Werte eher etwas zu hoch. Klar: Die Schalldruckmessung auf dem Handy ist immer nur so gut wie das eingebaute Mikrofon. 

«Sound Meter», gratis für Android, ab 3 Jahren.

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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 03.07.2017, 10:00 Uhr

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