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Sportliche Erscheinung: Die 8. Generation des VW Passat.

Die Limousine (links) ist weniger gefragt als der Kombi Passat Variant.

Der Laderaum ist riesig: Bis zu 1780 Liter fasst der Kombi bei vorgeklappten Rücksitzen.

Überflieger: VW Passat

Benchmark Dieses Auto ist alles andere als Mittelmass. Aber nicht nur in Technik und Komfort, auch beim Preis ist der neue Passat der Mittelklasse entwachsen.

Weltpremiere im Herbst am Pariser Autosalon, Wahl zum «Schweizer Auto des Jahres» und jetzt in Genf am Auto-Salon die internationale Auszeichnung als «Car of the Year» – der Einstand der neuen Passat-Generation lief für Volkswagen nach Mass. Denn die Erwartungen sind hoch gesteckt, schliesslich geht es um das weltweit erfolgreichste Modell der Wolfsburger: 22 Millionen Exemplare wurden insgesamt gebaut, seit 1973 der erste Passat vom Band rollte – mit Frontantrieb und Schrägheck damals ein revolutionäres Auto. In späteren Jahren wirkte er allerdings etwas pausbäckig. Erst nach der Jahrtausendwende wurde das Design wieder geschärft. Und nun steht die 8. Generation am Start. «Der sieht richtig gut aus», sagt ein Redaktionskollege. Da kann ich nicht widersprechen: Mit den schmalen Leuchten scheint der neue Passat angriffslustig auf die Strasse zu schauen, und die leicht abfallende Dachlinie mit dem Spoiler über der Heckklappe lässt den Kombi so ganz und gar nicht nach einem Transportfahrzeug aussehen.

Öffnet sich dann aber die Heckklappe, kommt einem Raumschiff Enterprise in den Sinn – «der Weltraum, unendliche Weiten…»: Allein schon unter der Abdeckung fast der Laderaum 650 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen wächst er auf 1780 Liter. Ebenso grosszügig ist das Platzangebot für die Passagiere. Mit 1,83 Meter Grösse muss ich auf den Rücksitzen nicht den Kopf einziehen. Doch noch lieber sitze ich hinter dem Lenkrad. Der erste Blick aufs Armaturenbrett ist zwar ein wenig verwirrend, doch trotz der vielen Knöpfe ist die Bedienung weitgehend intuitiv. Der Bordcomputer folgt sogar aufs Wort – wenn ich Hochdeutsch mit ihm rede. Dank der Steuerung über Sprachbefehle bleiben die Hände dort, wo sie hingehören: am Lenkrad. Und dank dem «Active Info Display» muss ich den Blick nur ein wenig von der Strasse hinab senken, um neben  Drehzahl und Tempo alle möglichen Informationen zu bekommen. Selbst die Karte des Navi-Systems wird dort abgebildet. «Mäusekino» sagen Spötter dazu. Das Display ist in der Tat ein wenig überladen. Die blaue Kontrollanzeige für das Fernlicht wird da schon einmal übersehen – der Lenker des entgegenkommenden Fahrzeugs hat daran keine Freude.

Dafür nimmt mir der Passat viele Aufgaben ab: Automatisch hält er Abstand zum vorausfahrenden Auto. Die unübersehbar grosse Warnleuchte im Aussenspiegel zeigt an, wenn sich ein Fahrzeug auf der Spur neben mir von hinten nähert. Wenn ich – ohne den Blinker zu setzen – nicht in der Spur bleibe, warnt der Assistent und lenkt sogar aktiv dagegen. Das gibt einen Vorgeschmack auf das autonome Auto, das uns in Zukunft das Fahren abnehmen soll – was zwar nicht allen Autofahrern mundet, aber zweifellos die Sicherheit auf den Strassen erhöht. Das macht das Auto aber auch teuer: Zum Grundpreis für diesen Passat Variant Highline (s. Box) kommen schon allein 2500 Franken für Fahrerassistenz-Paket, Seitenairbags und Gurtstraffer. Mit anderen, mehr oder weniger sinnvollen Extras, von Ledersitzen mit Massagefunktion bis zum Panorama-Glasschiebedach, kommt der Testwagen auf 73440 Franken – das ist nahe am Preisniveau des VW-Oberklassemodells Phaeton. Es gibt den Passat natürlich auch günstiger, ab 33300 Franken für die Limousine und ab 35400 Franken für den Kombi.
Habe ich etwas vergessen? Ach ja, der Motor! Er entfaltet seine Kraft derart agil und unaufgeregt, dass man schnell einmal das Billet riskieren könnte. Aber auch da passt ja ein Assistent auf, der die Verkehrszeichen erkennt und vor Tempoüberschreitungen warnt. Bevor ich schliesslich aussteige, verabschiedet sich das Display mit dem fürsorglichen Hinweis: «Vergessen Sie Ihr Handy nicht!». Ja, Mami …

VW Passat Variant 2.0 TDI

Motor&Antrieb
4 Zylinder-Turbodiesel,
2.0 Liter, 176 kW/240 PS,
7-Stufen-Automat DSG,
Allradantrieb

Verbrauch&CO2
5,4 l/100km, 140 g/km CO2,
Testverbrauch: 6,1 l/100km,
Partikelfilter, Euro 6,
Energieetikette C

Preis
58'300 Franken

Platzangebot    *****
Komfort *****
Kosten/Nutzen    
***

   
           
    

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Martin Winkel

Redaktor

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 09.03.2015, 17:04 Uhr

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