Schweizer können sich Filme online (noch) legal gratis anschauen.

Filme im Netz runterladen: Legal oder nicht?

Das Internet ist eine Fundgrube für kostenlose, aber urheberrechtlich geschützte Serien und Filme. Rechtsexperte Martin Steiger erklärt, wie Sie damit umgehen können.

Martin Steiger, Zürcher Rechtsanwalt (Foto: Daniela Grünewald)

Martin Steiger, Zürcher Rechtsanwalt (Foto: Daniela Grünewald)
Martin Steiger, Zürcher Rechtsanwalt (Foto: Daniela Grünewald)

Trotz des Vormarschs offizieller kostenpflichtiger Filmplattformen der grossen Telekom-Anbieter wie Cablecom oder Swisscom und des Markteintritts des US-Filmgiganten Netflix in der Schweiz erfreut sich der Download über Gratis-Portale weiterhin grosser Beliebtheit. Der Zürcher Internet-Rechtsanwalt Martin Steiger erklärt, was Sie vor dem Herunterladen wissen müssen, um dabei keine saftige Busse zu riskieren.

Coopzeitung: Darf ich einen urheberrechtlich geschützten Film von einer Internet-Downloadplattform wie kinox.to herunterladen und ihn alleine oder mit meiner Partnerin anschauen?

Martin Steiger: Ja, das ist als Privatgebrauch erlaubt. In der Schweiz gibt es keinen illegalen Download von Filmen aus dem Internet. Vorsicht ist beim Filesharing* in Internet-Tauschbörsen geboten, wo standardmässig meist ein gleichzeitiges unerlaubtes Hochladen stattfindet. Das Hochladen und Veröffentlichen von fremden urheberrechtlich geschützten Filmen im Internet ist grundsätzlich nicht erlaubt.

Und wenn ich den Streifen auf einen Speicherstick kopiere und meinen Freunden oder Arbeitskollegen weitergebe?

Selbst angefertigte Kopien dürfen an Familienmitglieder und enge Freunde verschenkt werden. Beim Kauf von Speichersticks ist im Preis eine Pauschalabgabe enthalten, mit der Urheber und Rechteinhaber für solche Privatkopien entschädigt werden. Ob ein Arbeitskollege ein enger Freund ist, muss im Einzelfall beurteilt werden.

Einige Videos auf der legalen Plattform Youtube sind urheberrechtlich geschützt, man merkt das aber nicht immer. Ist das Verbreiten solcher Filme im Web strafbar?

Es kommt auf die Weiterverbreitung an. Viele Youtube-Videos können direkt bei sozialen Netzwerken oder auf der eigenen Website eingebunden werden, was ohne Weiteres erlaubt und meist auch ausdrücklich erwünscht ist. Nicht erlaubt hingegen ist grundsätzlich das Herunterladen und eigene Wiederver-öffentlichen von urheberrechtlich geschützten Youtube-Videos.

Aber wie merke ich, ob das Youtube-Video urheberrechtlich geschützt ist?

Als Faustregel sollte man davon ausgehen, dass YouTube-Videos urheberrechtlich geschützt sind. Ob tatsächlich ein urheberrechtlicher Schutz besteht, muss im Einzelfall beurteilt werden.

Welche Strafe muss ein Nutzer in der Schweiz bei einem Verstoss befürchten?

Im Minimum ist mit einer bedingten Geldstrafe sowie einer Busse zu rechnen, dazu kommen Anwalts- und Verfahrenskosten, insgesamt ohne weiteres mehrere 1000 Franken. Die Höchststrafe für nicht gewerbsmässige Urheberrechtsverletzungen ist ein Jahr Freiheitsstrafe. Urteile werden im Strafregister eingetragen.

In vielen Ländern ist bereits der Download urheberrechtlich geschützter Videos strafbar. Was geschieht, wenn ich den in der Schweiz heruntergeladenen Film auf meinem Tablet-PC mit in die Ferien nehme und dort anschauen möchte?

Im Urheberrecht gilt gemäss dem so genannten Schutzlandprinzip das jeweilige nationale Urheberrecht. In der Praxis sind mir aber keine entsprechenden Probleme von Schweizer Touristen im Ausland bekannt.

Der Bund arbeitet gerade an einer Verschärfung des Urheberrechts. Aus ihrer persönlichen Einschätzung: Wird der legale Download für die private Nutzung dann immer noch im gleichen Umfang möglich sein?

Nein. Das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Werken für den Privatgebrauch wird zwar voraussichtlich legal bleiben. Aber der Bundesrat plant, eine Zensur-Infrastruktur für Netzsperren zu errichten, so dass auch der legale Download allenfalls nur noch über Umwege möglich sein wird. Ich empfehle allerdings unabhängig davon, die mittlerweile zahlreichen offiziellen Angebote für den Konsum von Fernsehserien, Filmen und Musik zu nutzen.

* Filesharing: Ein weltweites Netz von Computern, in dem Nutzer untereinander Inhalte hin- und herkopieren, mithilfe von Spezial-Software oder Internet-Browser-Addons.

Internet unterwegs

Mit dem Netgear Aircard 762S 4G LTE hat man seinen drahtlosen Internetzugang überall mit dabei. Das Gerät lässt sich laut Hersteller in weniger als einer Minute einrichten und versorgt dann bis zu zehn Geräte mit WLAN-Internet. Es ist kompatibel mit europäischen Netzbetreibern und ermöglicht eine schnelle 4G-Datenübertragung. Das Display informiert jederzeit über die Aktivitäten im Netzwerk: beispielsweise die Anzahl der eingebundenen Geräte, den Netzwerknamen, das Kennwort oder die Datennutzung. Zudem wird auch die Betriebsdauer des Akkus, dessen Laufzeit bis zu sechs Stunden beträgt, angezeigt.

Der mobile Hotspot ist bei Microspot.ch für 149 Franken erhältlich.

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Punkte verbinden

Das minimalistische Puzzle-Game «TwoDots» gibt es nun auch für Android. Darin muss der Spieler versuchen, eine bestimmte Anzahl von gleichfarbigen Punkten wegzuklicken. Diese können horizontal oder vertikal verbunden sein, nicht aber diagonal. Das sieht auf den ersten Blick banal aus, ist es aber sehr schnell nicht mehr. Man muss nämlich in jedem Level eine vorgegebene Punktezahl schaffen, was stetig schwerer wird. Nach fünf Fehlversuchen legt der Spieler eine 20-minütige Zwangspause ein. Man kann sich zwar eine sofortige Fortsetzung erkaufen, geduldige Naturen können sich das aber getrost ersparen.

«TwoDots» ist kostenlos für Android und iPhone erhältlich.

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Text: Michael Benzing

Foto:
Getty Images, Daniela Grünewald, zVg
Veröffentlicht:
Montag 26.01.2015, 14:53 Uhr

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