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Vor dem Geniessen wird erst mal tüchtig gerüstet und geraffelt.


Vegetarisches zum Jahresende 

John Wittwer, Redaktor und gelernter Koch, bereitet mit Persönlichkeiten Schweizer Gerichte zu. Heute kocht der Schauspieler, Liedermacher und Kabarettist Nils Althaus Pasta und Salat.

Noch hat sich der Schauspieler, Sänger und Kabarettist Nils Althaus (32) nicht ganz festgelegt, wo er die Festtage verbringen wird. «Kann sein, dass ich irgendwo in den Bergen in der Schweiz dem Skifahren fröne und dann hoffentlich weisse Wintertage geniessen kann», spekuliert er schon mal. Könne aber auch sein, dass er zu Hause bleibe und etwas koche. Zum Beispiel Fusilli an einer Lauchsauce und dazu einen Endiviensalat mit Orangen und gerösteten Baumnüssen. «Darum kann ich das jetzt gleich üben», sagt er und beginnt mit Rüsten und Schneiden.

Nils Althaus sagt von sich, dass er zwar vegetarisch esse, aber kein «Hardcore-Vegetarier» sei. «Wenn ich eingeladen bin und in der Quiche sind Speckwürfel, mache ich kein grosses Aufheben. Für mich selber kaufe und verarbeite ich aber weder Fisch noch Fleisch», erklärt er. Vegetarisches ist also Trumpf, wenn er zu Hause kocht. Das komme nicht jeden Tag vor, und wenn, dann koche er etwas, das dann für drei bis vier Tage reiche. «Das kann ein Gratin sein, ein Risotto oder auch ein währschafter Eintopf. Einfach alles, das man in grösseren Mengen zubereiten kann. Denn ich stehe nicht gerne in der Küche, um für mich alleine zu kochen.» 

Gerichte, die der griechischen oder italienischen Küche nachempfunden sind, dominieren den Speisezettel, wenn er für Gäste kocht. Zum Beispiel Pasta, eine Pizza oder im Backofen mit viel Olivenöl gegarte Auberginen mit Tsatsiki. «Tsatsiki könnte ich jeden Tag essen. Auch davon bereite ich jeweils genügend zu», schwärmt Nils Althaus. Für dieses raffelt er Gurken, fügt gehackten Dill und viel gehackten Knoblauch dazu. Anstelle von Jogurt nimmt er sauren Halbrahm, würzt mit Pfeffer und Salz und lässt sein Tsatsiki vor dem Essen einen Tag im Kühlschrank stehen. Auf die Pizza angesprochen, antwortet er: «Für eine wirklich gute, perfekte Pizza aus dem Holzofen würde ich meilenweit laufen». Und bedauert, dass in den meisten Restaurants eine solche weder in den Ofen noch auf den Tisch käme. «Eine Pizza ist ja ein sehr einfaches Gericht, aber man kann dabei so viel falsch machen. Angefangen vom zu dicken Teigboden oder dem Überfüllen mit Zutaten bis hin zum Backen – wenn dann aber alles stimmt, vergesse ich die Welt um mich herum.» Das soll aber nicht überheblich tönen. Denn Essen bedeutet ihm vieles, von überlebenswichtiger Nahrungsaufnahme bis zum exklusiven Schlemmen, vom grossen Genuss, selber am Herd zu stehen bis zum «schnellen Runterschletzen» eines Sandwiches – je nach Situation und Gelegenheit. Keine Kompromisse macht er dagegen beim Tee, seinem Lieblingsgetränk. «Ich habe immer verschiedene Tees zur Auswahl zu Hause. Keine Kräutertees und eher wenig Schwarztee. Am liebsten trinke ich japanischen Grüntee und feinen weissen Tee aus Taiwan», fasst er zusammen.

Mit viel Tee beginnt denn auch sein Tag. Dazu gibts Brot, Konfi, Butter und ein Müesli. Mittags gehts meist schnell mit einem Sandwich oder einer Frucht und am Abend isst er dann meist richtig. «Einen regelmässigen Essensrhythmus habe ich aber eigentlich nicht, das Frühstück ist für mich am wichtigsten und sonst esse ich, wenn sich der Hunger meldet. Habe ich einen Auftritt, esse ich spätestens zwei Stunden vorher etwas, denn mit vollem Magen auf der Bühne zu stehen ist alles andere als lustig», erklärt Nils Althaus. Nach einer Vorstellung trinke er aber ab und zu gerne ein Bier oder ein Glas Wein.

Reizvoll, aber nicht immer einfach, findet er den Spartenwechsel vom Schauspieler zum Kabarettisten. «Als Schauspieler habe ich meist einen Regisseur mit klaren Vorstellungen, bin ein kleines Rädchen in einem grossen Ganzen und muss eine Figur überzeugend darstellen. Als Kabarettist bin ich ein KMU, ein kleines Unternehmen also. Alle Fäden laufen bei mir zusammen. Ich schreibe meine Texte, komponiere die Musik, entwickle die Rollen, suche Partner, organisiere Techniker, erstelle grafische Konzepte, und dann erst folgen die Auftritte.» Da stösst er schon ab und zu an seine Grenzen. Er sei aber auch froh, von diesen unterschiedlichen Erfahrungen profitieren zu können. 

Im Januar wird sich Nils Althaus diese Arbeit mit fünf anderen Künstlern teilen können. Unter anderem mit «Schön & Gut» und dem Schweizer Slam-Poetry-Meister Renato Kaiser wird er im Casinotheater in Winterthur den «Bundesordner» gestalten, einen satirischen Rückblick auf das Jahr 2013. «Ich stehe ja meistens allein auf der Bühne, deswegen freue ich mich riesig auf diese Zusammenarbeit», lässt er nur ein paar Schnauzhaare der Katze aus dem Sack. Zum Glück ist er mit seinen Rezepten und Kochkünsten nicht so knauserig. Denn nur über die Spitzen des Lauchstängels schreiben zu können, wäre doch etwas mickrig, oder? 

Fusilli mit Lauchsauce

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Zutaten

Für 4 Personen

  • 400 g Fusilli (Spiralen)
  • 1 Schalotte
  • 2 Lauchstängel
  • 4 EL Sonnenblumenöl
  • 150 g getrocknete, eingelegte Tomatengemüsebouillonwürfel
  • 2 dl Halbrahm
  • 1 KL Maizena
  • 1 dl Weisswein
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Dill
  • 150 g geriebener Sbrinz


Zubereitung

Schalotte schälen, fein hacken. Lauch schälen, waschen, in feine Streifen schneiden. Die eingelegten Tomaten abtropfen, in feine Streifen schneiden. Zwiebel und Lauch in 2 EL Sonnenblumenöl gut andünsten, Tomaten beigeben, kurz weiterdünsten. Mit Weisswein ablöschen und kurz köcheln lassen. Gemüsebouillon beigeben und eine Viertelstunde weiterköcheln. Halbrahm dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Dill würzen, nicht mehr stark kochen. In der Zwischenzeit die Pasta in Salzwasser al dente kochen, abtropfen, in vier Suppenteller verteilen. Sauce darübergeben und mit dem restlichen Olivenöl beträufeln. Heiss servieren und Parmesan separat dazu reichen.  

Tipp

Anstelle der Fusilli können beliebige Pastasorten verwendet werden. Zum Beispiel Orecchiette, Pappardelle, Penne, Spaghetti etc. Etwas weniger kalorienbewusst ist der Einsatz von Mascarpone anstelle von Halbrahm – aber sooo fein! Als Garnitur behält Nils Althaus vom Lauch und den Tomaten einige rohe Streifen zurück. 

​​Das Rezept zum Herunterladen​
  • Was heisst da schon Arbeit? Kochen heisst, sich (und anderen) Gutes tun.
  • «Und, schmeckts?» – «Schmeckt sehr gut!»
 

Endiviensalat mit Orangen

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Zutaten

Für 4 Personen

  • 500 g Brüsseler Endivien
  • 2 Orangen
  • 100 g Baumnüsse
  • 2 Schalotten
  • 1 Bund grobblättrige
  • Petersilie
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 EL Essig oder Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle,
  • evtl. Salatkräuter


Zubereitung

Brüsseler Endivien rüsten, waschen und in feine Streifen schneiden. Orangen mit dem Messer so schälen, dass das bittere Weisse weggeschnitten wird und in kleine Stücke schneiden. Schalotten schälen und fein hacken. Petersilie waschen und fein hacken. Baumnüsse in einer Bratpfanne kurz rösten. Alle Zutaten (ohne Baumnüsse) in einer Salatschüssel mit dem Olivenöl und dem Essig oder dem Zitronensaft gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Salatkräutern abschmecken. Anrichten und mit den Baumnüssen bestreuen.

Tipp

Für diesen Salat geht auch normaler Endiviensalat oder Eisberg-salat. Klein geschnittene Feigen oder Datteln geben ihm noch einen speziellen Touch. Cherrytomätli sorgen für Farbtupfer und kross gebratene Crevettenschwänze passen ebenfalls hervorragend dazu.

Das Rezept zum Herunterladen

Nils Althaus

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Der Schauspieler, Sänger und Kabarettist Nils Althaus wurde am 10. Mai 1981 in Bern geboren. Aufgewachsen ist er in Gümligen bei Bern, dort und in der Stadt besuchte er auch die Schulen. 2005 schloss er sein Biochemiestudium an der ETH in Zürich ab. «Ich war gewillt, der Welt zu erklären, wie sie funktioniert. Diese liess jedoch ein ernsthaftes Interesse vermissen, deshalb entschied ich mich, mit Gitarre und schweizerdeutschen Liedern aufzutreten», erklärt er schmunzelnd. Seit 2007 ist Nils Althaus auf Bühnen und Leinwänden anzutreffen. Sein Markenzeichen ist seine Vielseitigkeit, sein grösster Feind ist der Stillstand. Fünf Jahre mit über 300 Auftritten, elf Filmen (unter anderem «Tannöd», «Im Sog der Nacht» und «Eine wen iig – dr Dällebach Kari») und zwei CDs sind inzwischen zusammengekommen.   

Aktuell: Nach den zwei Soloprogrammen «Fuessnote» und «Ändlech», den Spezialprogrammen «Apfänt, Apfänt» und «À la carte» folgte «C’est la vie – Nils Althaus»  und das dritte Soloprogramm «Ehrlich gheit», mit dem er weiter auf Tournee ist. Im Januar ist Nils Althaus Teil des satirischen Jahresrückblicks «Bundesordner» im Casinotheater in Winterthur. Mehr unter:

www.nilsalthaus.ch oder unter www.casinotheater.ch

Januar

Gemüse

  • Karotten (Schweiz)
  • Knollensellerie (Schweiz)
  • Chinakohl (Schweiz)
  • Wirz (Schweiz) 
  • Weiss- und Rotkabis (Schweiz)
  • Zwiebeln (Schweiz)
  • Schwarzwurzeln (Schweiz)
  • Kartoffeln (Schweiz)
  • Lauch (Schweiz/Import)
  • Blumenkohl (Import)
  • Broccoli (Import)
  • Cima di rapa (Import)
  • Fenchel (Import)

Salate

  • Nüsslisalat (Schweiz)
  • Zuckerhut (Schweiz)
  • Chicorée (Schweiz/Import)
  • Cicorino (Schweiz/Import)
  • Eisbergsalat (Import)
  • Endiviensalat (Import)

Pilze

  • Diverse Zuchtpilze: Champignons, Shiitake, Pleurotus (Schweiz)

Früchte

  • Äpfel (Schweiz)
  • Birnen (Schweiz)
  • Clementinen (Import)
  • Blondorangen (Import)
  • Blutorangen (Import)
  • Grapefruits (Import)
  • Sweeties (Import)
  • Pomelos (Import)
  • Bananen (Import)

Was kochen Sie, wenn Sie vegetarisch essen wollen? 

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John Wittwer

Redaktor

Foto:

Andreas Fahrni
Veröffentlicht:
Montag 23.12.2013, 12:58 Uhr

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