Andrea Jansen, mobile Moderatorin

Verr(a)ucht

«Schönheit liegt im Auge des Betrachters» – nun, in meinem Auge kann Belgrad nicht punkten.

Eben angekommen für ein Wochenende mit Freundinnen, ist es keine Liebe auf den ersten Blick. Betonfassaden, schwarz angelaufen wie altes Silber. Schmuddelige Gassen mit dem Grauschleier einer Buntwäsche, in die sich eine schwarze Socke geschlichen hat. Schön? Ne.

Vielleicht liegt es am allgegenwärtigen Rauch – Zigis glühen im Restaurant, im Taxi, auf dem WC. Eklig, der Dunst. Aber er gibt der Stadt auch etwas Verruchtes, Interessantes. Hier darf man sich vergessen. Wird es dunkel, leuchtet es aus den Ritzen. Schönheit, von innen. Hinter versprayten Wänden und Backsteinruinen erscheinen hippe Bars mit Gästelisten. Wir stolpern über einen verwucherten Bahnübergang, machen ein Foto mit dem rostigen Hafenkran und finden versteckt eine ehemalige Werft voll mit Restaurants.

Belgrad ist keine Blenderin. Die Stadt trägt Dreitagebart und hat eine Zigi im Mundwinkel hängen. Etwas versifft, aber sehr sexy. Wir verbringen drei Nächte mit ihr, wachen auf mit Kopfweh und bereuen nichts.

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Text: Andrea Jansen

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 16.11.2015, 15:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?