Scheu wäre anders: Saaser Mutten sind sehr zutraulich und lassen sich gerne streicheln – hier von Züchter Mathias Roth. 

Verschmuste Rarität

Es gibt keine 600 Exemplare mehr in der Schweiz. Deshalb setzt sich Pro Specie Rara für den Erhalt der Saaser Mutten ein. Züchter Mathias Roth trägt seinen Teil dazu bei.

Kaum steigt er über den Zaun auf die Weide, stehen die Schafe auch schon um ihn herum. «Jedenfalls normalerweise», erzählt Mathias Roth. Heute merken sie, dass etwas anders ist als sonst: Medienbesuche sind nicht an der Tagesordnung. «Schafe sind nämlich alles andere als dumm», betont der Schafzüchter. Der 37-Jährige hat einen Narren gefressen an den Tieren, vor allem an den Saaser Mutten. Zu den ersten beiden Exemplaren der Walliser Schafrasse kamen er und seine Frau Veronica eher zufällig, als sie im Wallis in den Ferien waren. «Wir sind Saas-Fans. So haben wir die Schafe entdeckt», erinnert sich Mathias Roth. «Wir fanden sie einfach herzig mit ihren Hängeohren.» 2009 kauften sie einen Widder und eine Aue, ein Weibchen. Dass er auf eine Rasse gestossen war, deren Bestand immer weiter zurückging, wurde Roth erst mit der Zeit bewusst. «Ich habe mich dann an Pro Specie Rara gewandt und von den Saaser Mutten erzählt.» Die Stiftung recherchierte daraufhin und setzt sich nun seit 2013 auch für die Erhaltung dieser Rasse ein. Heute gibt es in der Schweiz insgesamt 547 Tiere, verteilt auf 52 Züchter. Neben den Saaser Mutten gibt es fünf weitere Pro-Specie-Rara-Schafrassen: Spiegelschaf,  Engadinerschaf, Walliser Landschaf, Bündner Oberländerschaf und Skudde. 

Die Mischung machts

Familie Roth hielt bereits vor dem Kauf der Mutten Schafe. Hauptgrund dafür war das steile Land, das sie bewirtschaften. «Dieses zu mähen ist sehr mühsam, da ist es einfacher, es den Schafen zu überlassen», erklärt Roth. Doch erst seit sie Saaser Mutten halten, habe es ihnen «den Ärmel richtig reingenommen». Mittlerweile sind es 48 reine Saaser Mutten. Der Rest der 80-köpfigen Herde sind Mischlinge. Mathias Roths Ziel: «Bis in einigen Jahren soll es eine reine ‹Mutten›-Herde sein.» Im Gegensatz zu anderen Züchtern achtet er aber nicht darauf, nur weisse Tiere oder nur Schecken zu haben. «Ich finde, die Mischung machts.» 

Altes Brot statt Hund

Jetzt im Sommer umfasst die Herde in Matzendorf SO nur etwa 20 Tiere. Die anderen verbringen den Sommer auf der Alp im Gotthardgebiet. «Für alle Schafe hätte ich im Sommer zu wenig Weidefläche zur Verfügung.»
Ein Teil dieser Gruppe hat sich mittlerweile in die Nähe der Kamera getraut und lässt sich gemeinsam mit ihrem «Chef» ablichten, sich von ihm streicheln und tätscheln. «Diese Anhänglichkeit ist das Schönste an ihnen», findet der dreifache Vater. Um sie zu verladen, brauche es deshalb keinen Hund, «sondern nur altes Brot». Übrigens: Vormittags ist Roth als Pöstler unterwegs. «Meine Leidenschaft sind aber die Schafe.» Das merkt man. Am Strahlen in seinem Gesicht, wenn er von ihnen spricht, und auch im Umgang mit ihnen.

Am 1. und 2. Oktober 2016 findet in Brunegg AG die Tier-Expo von Pro Specie Rara statt. Alle fünf Jahre treffen sich dort die 32 Pro-Specie-Rara-Tierrassen – auch Saaser Mutten. Zu entdecken gibt es Tier-präsentationen, einen Produkte-markt und vieles mehr. Der Eintritt ist kostenlos. Der Anlass wird von Coop unterstützt.

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Noëmi Kern

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, zVg
Veröffentlicht:
Montag 05.09.2016, 10:00 Uhr

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