Heute ist ein Spaziergang in virtueller Umgebung viel realistischer als in den Neunzigern. Im Bild Forschende im Jahr 2006.

Fremde Welten

Mit speziellen 3-D-Brillen wie der Oculus Rift kann man sich in virtuellen Umgebungen bewegen. So lassen sich zum Beispiel virtuelle Spaziergänge durch die potenzielle Ferienanlage unternehmen.

Das vor allem in Science-Fiction-Filmen beliebte Thema Virtuelle Realität (VR) regt schon seit jeher die Fantasie der Zuschauer an. Das Prinzip: Der Mensch bewegt sich in der Wirklichkeit, wird aber gleichzeitig Bestandteil einer interaktiven virtuellen Umgebung. Reale Bewegungen wirken sich direkt in der digitalen Scheinwelt aus. Nachdem die Virtuelle Realität in den Neunzigerjahren bereits grossspurig verkündet wurde, sich danach aber im Sande verlief, soll 2014 das Jahr dieser faszinierenden Technologie werden. Der Grund dafür ist, dass die Preise von mehreren Tausend Franken auf Konsumentenniveau gesunken sind.

So sorgte die 3-D-Brille Oculus Rift an der Consumer Electronic Show CES in Las Vegas für einiges Aufsehen. Mit ihr ist man im Handumdrehen in einer anderen Welt. Man setzt die zugegebenermassen etwas klobige Brille auf und bekommt über zwei eingebaute Displays eine andere Umgebung vorgespielt. Zwei davor angebrachte Lupen vergrössern die Bilder, verschiedene Sensoren nehmen die Bewegungen des Benutzers auf und setzen sie in der virtuellen Welt um.

Chip.de testet den neusten Prototypen von Oculus Rift («Chrystal Cove»)

Umfangreicher ist ein an einen Hometrainer erinnerndes Gerät: der Omni von Virtuix – ein Podest mit einer Sensorfläche, die die Bewegungen des Nutzers erkennt und in der VR umsetzt. Dazu braucht es Spezialsohlen und eine 3-D-Brille. Der Omni lässt sich an alle Geräte mit Tastatureingang anschliessen und eignet sich daher als Spielsteuerung an PC oder Gamekonsole.

Demonstration des Omni von Virtuix – Skyrim

(Youtube) 1:34 Min. Englisch

Die Spielindustrie dürfte eine der ersten sein, die die neue Technologie für sich nutzen wird. Mögliche Einsatzzwecke von Virtueller Realität gehen aber weit darüber hinaus. Teure Lösungen werden heute schon professionell für Flugsimulatoren, zur Erstellung von industriellen Prototypen oder Planungen für neue Fabrikationsanlagen genutzt.

Vor der Buchung einer Reise könnte man virtuell durch das Kreuzfahrtschiff, die Strassen des Zielortes oder das Hotel schlendern. Mit diesem ersten Eindruck verschafft man sich eine bessere Entscheidungsgrundlage.

Auch für die Wohnungseinrichtung kann die Technologie eine grosse Hilfe sein. Man sähe so schon vor dem Kauf, wie die Polstergarnitur in den eigenen vier Wänden aussieht. Mit einer VR-Brille liesse sich ausserdem der triste Büroalltag versüssen. Ein Knopfdruck und man ist umgeben von Palmen, Strandbars und Meer.

Originell ist die Mischung aus Forschungs- und Kunstprojekt der spanischen Forschungsgruppe «BeAnotherLab».  Männliche und weibliche Probanden sollen mit Hilfe der Oculus Rift die Welt aus der Sicht der anderen Person sehen. Zu diesem Zweck brachten die Forscher jeweils kleine Kameras an den Seiten der Brillen an, um das Blickfeld der jeweiligen Testperson einfangen zu können. Dann wurde die Sicht von einer zur anderen übertragen. Beide mussten sich dazu exakt gleich bewegen. Ziel ist es, die Auswirkungen eines Rollentauschs zu untersuchen und so in weiteren Studien das gegenseitige Verständnis zu steigern.

Be Another Lab – Projekt

(Vimeo) 3:06 Min. Englisch

The Machine to Be Another - Artistic Experiment from BeAnotherLab on Vimeo.

Konsumenten dürften sich die VR zuerst über Videospiele erschliessen. Game-Guru Michael Abrash nimmt an, dass in den nächsten beiden Jahren der Durchbruch gelingt. Dazu müsse sich aber punkto Komfort einiges tun. Die Hardware müsse leicht zu handhaben und per Plug & Play anschliessbar sein. Die Brillen müssten bequemer und die Kabel durch Funklösungen ersetzt werden. Die grösste Herausforderung sieht Abrash in einer höheren Auflösung. Stimmt auch noch der Preis, sind virtuelle Welten massentauglich.

Gaming: Simulation

Der «Landwirtschafts-Simulator 2013» bekommt in der Titanium-Edition eine Vielzahl neuer Inhalte spendiert. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle eines Landwirtes und muss versuchen, den Betrieb am Leben zu erhalten. In einer frei begehbaren Spielwelt erlebt er den harten Alltag auf dem Hof. Das neue Wirtschaftssystem mit variablen Kornpreisen erlaubt es, noch strategischer zu haushalten. Das verdiente Geld kann man dann in Fahrzeuge und Maschinen investieren. Davon stehen über 100 originalgetreue Produkte renommierter Hersteller wie Deutz-Fahr, Lamborghini oder Kramer zur Verfügung. Nach einem stressigen Tag wirkt das Game beruhigend, da man keinerlei Zeitdruck unterworfen ist.

Der erweiterte «Landwirtschafts-Simulator 2013» ist bei Microspot.ch für Fr. 24.50 erhältlich.

Zum Produkt bei Microspot.ch

Rennen fahren

Aufrüstbare Fahrzeuge, die auf originellen Rennstrecken mit übergrossen Hindernissen herumfahren und dabei versuchen, die härtesten Konkurrenten abzuschiessen: Das ist «Table Top Racing». Es erinnert stark an den Nintendo-Klassiker «Mario Kart». Nur handelt es sich hier um Fahrzeuge, die eine Ähnlichkeit mit den ebenso kultigen «Micro Machines» haben. Ausgedacht haben sich das Ganze die Macher des Playstation-Klassikers «WipeOut». Es bietet acht Rennstrecken, 17 aufrüstbare Fahrzeuge, über 30 Events, 9 Powerups (stärkende Objekte oder Fähigkeiten) und 6 Spielmodi. Die Synchronisierung erfolgt über einen Cloudservice. Anders als bei vielen anderen Rennspielen fürs Smartphone wird der Spieler hier stark gefordert.

«Table Top Racing» ist kostenlos bei iTunes und im Google Play Store erhältlich.

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Text: Michael Benzing

Foto:
Alamy, zVg
Veröffentlicht:
Montag 03.03.2014, 16:25 Uhr

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