Wurde ein Wein aufs Podest der Kultweine erhoben, darf man davon ausgehen, dass er ein qualitatv hochwertiger Tropfen ist.

Vom Wert des Weins 


Kultweine sind zu Recht nicht billig. Doch wenn man so ein Gewächs früh genug entdeckt, bekommt man ihn zu einem vernünftigen Preis.

Wenn einem Beizer, einem Parfumhersteller oder einem Modedesigner gar nichts mehr einfällt, vergreift er sich am Wort «Kult». Der Ausdruck wird heute so inflationär verwendet, dass man sich mit Schaudern von der entsprechenden Beiz, dem Parfum oder der Mode abwendet. Raphael Tanner (30), Diplom-Sommelier ASSP bei Coop, bricht eine Lanze für das Wort. Aber nur in Verbindung mit Wein. «Zum Kultstatus verhilft einem Wein erstens die Qualität. Zweitens die Qualität. Und drittens die Qualität. Ohne Qualität wird kein Wein Kult.» Ein schlechter Wein könne nur kurzzeitig gutgeredet werden. «Längerfristig nützt alle Werbung nichts – es gibt heute zu viele Leute, die etwas von der Materie verstehen.»

«

Zum Kultstatus verhilft einem Wein immer nur die Qualität.»

Raphael Tanner, Diplom-Sommelier ASSP

Menge, Terroir, Nimbus

Solche Leute geben für einen veritablen Kultwein wie den Château Mouton Rothschild (2010) bei einer Coop-Weinmesse 999 Franken und 20 Rappen aus (siehe Reiter Kultweine). Und wenn es nur einmal im Leben ist. Ist Kultwein allenfalls (auch) ein anderes Wort für teuer? «Klar ist der erwähnte Mouton nicht billig. Aber er verfügt über viele jener Attribute, die einen Wein zum Kultwein machen.» Tanner erwähnt etwa die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit des Weinguts oder des Weins, seinen einzigartigen Gout: «Einen grossen Einfluss auf die Qualität des Weins und dessen Preis hat die erzeugte Menge, das Terroir oder wenn der Wein von einem Nimbus umwoben ist. Tanner erwähnt etwa Château Rayas und Armand Rousseau wegen der umwerfenden Aromatik und der druckvollen Finesse oder Jean-Louis Chave mit seiner 600-jährigen Winzergeschichte! Hohe Bewertungen durch die einschlägigen Weinpäpste helfen ebenfalls enorm, den Kultstatus zu erreichen oder zu erhalten. «Wenn ein Wein immer wieder Traumnoten erzielt, kommt das nicht von ungefähr», so Tanner. Kultweine gab es wohl schon immer. «Anfang des 20. Jahrhunderts zahlte man für einen Riesling aus dem Moselgebiet mehr als für einen Bordeaux», erzählt der Weinkenner. Erst später – und vorübergehend – haben die Moselweine wieder etwas an Ansehen verloren. «Auch heute gibt es aus diesem Gebiet Winzer und Weine mit Kultstatus», sagt Tanner und verweist auf das Haus Dr. Loosen, dessen Palmarès schier endlos ist (bei Coop ist aus diesem Haus der Riesling Mosel Dr. L. erhältlich).

Kultwein entdecken

Kultwein ist also auch eine Frage des Geldes. Aber nicht nur. «Die Kunst ist es, die Geschehnisse in der Weinwelt intensiv zu verfolgen und dadurch ein Gewächs zu entdecken, bevor es Kultstatus erreicht hat und preislich in unerreichbare Höhen entschwunden ist», sagt der Sommelier und verweist auf einen Wein im Coop-Sortiment mit Kultpotenzial. «Heute kostet eine Flasche des Luce della Vite Frescobaldi (2010) – eine Assemblage Merlot-Sangiovese – aus dem Haus Frescobaldi noch unter 100 Franken die Flasche.» Aber wohl nicht mehr lange. Seinen ganz persönlichen Kultwein kann man auch selber kreieren, womit wir wieder bei der Qualität sind: «Kellern Sie zur Geburt Ihrer Kinder eine oder mehrere Flaschen von wirklich gutem, lagerfähigem Wein mit dem entsprechenden Jahrgang ein», rät Tanner. «Wird Ihr Kind 18-jährig, ist der Wein eine grandiose Rarität. Und unbezahlbar.»

Für Entdecker

Toscana IGT Luce della Vite Frescobaldi, 2010

Passt zu geschmorter Lammhaxe, Bistecca Fiorentina mit Kartoffeln.

Preis: Fr. 95.–/75 cl.

Nur bei www.coopathome.ch oder www.mondovino.ch erhältlich.

Château Mouton Rothschild 1er Cru Classé Pauillac AOC 2010

Der Château Mouton Rothschild 1er Cru Classé Pauillac AOC 2010, 75 cl ist an den Coop-Wein­messen im Frühling 2015 erhältlich. Der Preis beträgt Fr. 1249.– brutto und Fr. 999.20 mit 20 Prozent Mengen­rabatt ab 12 Flaschen.

Daten der Weinmessen im Frühling 2015:

Vernier

Fr, 13.2.2015

Sa, 14.2.2015

Mo, 16.2.2015

Sa, 21.2.2015

Wettingen

Fr, 20.2.2015

So, 1.3.2015

Rapperswil

Mi, 4.3.2015

So, 8.3.2015

Estavayer

Mo, 9.3.2015

Di, 10.3.2015

Neuchâtel

Mi, 11.3.2015

So, 15.3.2015

St. Gallen

Do, 12.3.2015

So, 15.3.2015

Mi, 18.3.2015

So, 22.3.2015

Zug

Fr, 20.3.2015

So, 29.3.2015

Crisser

Fr, 20.3.2015

Sa, 21.3.2015

Mo, 23.3.2015

Sa, 28.3.2015

Basel

Fr, 10.4.2015

So, 19.4.2015

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Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Getty Images, zVg
Veröffentlicht:
Montag 02.03.2015, 18:58 Uhr

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