toolbar

Nicole Hättenschwiler
schreibt am 07.03.2017


Von Romantik und Realität

Ich habe viele Momente im Kopf, wenn ich an die Berge denke: der atemberaubende Blick über die Gipfel, Capuns und Blauburgunder, das Bad im eiskalten Bergsee, das Gebimmel von Kuhglocken. Idylle pur.

Von der anderen Seite des Lebens in den Bergen, der harten Arbeit, den Entbehrungen und der Einsamkeit; davon weiss ich wenig.

Doch harte Arbeit ist Alltag für Tausende von Menschen, die in den Alpen leben. Und mit ihr hat auch die Geschichte der Alpwirtschaft angefangen. Dass die Berggebiete überhaupt besiedelt und wirtschaftlich genutzt wurden, ist aus der Not geboren. Im Mittelalter musste die Landwirtschaft immer höher gelegene Gebiete besiedeln, um die Bevölkerung ernähren zu können (mehr dazu).
Aus der Not entstanden sind auch viele kulinarische Spezialitäten des Alpenraums. Um es haltbar zu machen, wurde Fleisch getrocknet, Milch wurde zu Alpkäse verarbeitet. Und weil Fleisch rar und teuer war, streckte man die Wurstmasse mit Gemüse – das Resultat waren Köstlichkeiten wie die Saaserwurst (mehr zur Alpenküche).

Heute sind wir dank der gestiegenen Effizienz der Landwirtschaft und dank globalem Handel nicht mehr abhängig von der Alpwirtschaft als Lieferanten für Nahrungsmittel. Doch die Nutzung der Berggebiete hat einen entscheidenden Nebeneffekt: Nur dank jenen Menschen, die in den Bergen arbeiten, können auch Stadtmenschen wie ich von der Schönheit, dem Erholungseffekt und den unzähligen Leckereien dieser Regionen profitieren. Daher: ein Hoch auf die Berge!


Vorheriger Artikel Wir Jäger und Sammler
Nächster Artikel Mit einem Körnchen Salz

 


Abonnieren Sie dieses Blog:

Abonnieren per E-Mail:
Bitte korrigieren Sie Ihre E-Mail eingabe


Bitte bestätigen


Weiterempfehlen: