Pestizide können das Immunsystem der Bienen schwächen und deren Orientierungssinn stören.

Vorfahrt Biene! Coop verbannt Pestizide

Engagement gegen das Bienensterben: Ab sofort gibt es bei Coop keine Produkte mehr mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen, die Bienen besonders gefährden.

Schmierige Wollläuse im Efeu oder saugende Spinnmilben am Rhododendron – wer einen Garten oder Balkon besitzt, hatte meist schon mal ungebetenen Besuch von Schädlingen. Der Griff zur chemischen Keule ist einfach. Doch die in den sogenannten Pestiziden enthaltenen Wirkstoffe stehen im Verdacht, einen fatalen Nebeneffekt zu haben: Sie sollen mitverantwortlich für das grosse Bienensterben in den letzten Jahren sein.


Versorgungslücke droht
Was vor allem Imker lange vermutet hatten, wurde durch eine wissenschaftliche Studie der Harvard School of Public Health (Boston, MA) vom Mai 2014 bestätigt: So machen die Chemikalien Clothianidin und Imidacloprid Bienenvölker anfälliger. Dadurch können ganze Bienenvölker innert Kurzem zusammenbrechen und in einem Winter wegsterben. Dieses Phänomen wird als Colony Collapse Disorder (CCD) bezeichnet und ist mittlerweile in vielen Ländern beobachtet worden – auch in der Schweiz.

Wenns nur der Honig wär
Was bedeutet das Bienensterben? Dass wir auf den Honig auf dem Frühstücksbrot verzichten müssen? Das könnten wir noch verschmerzen. Aber ein Drittel unserer Lebensmittel, wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Tomaten und viele mehr, wachsen nur, weil sie durch Bienen bestäubt werden. Fällt dieses Drittel aller Lebensmittel ersatzlos weg, gäbe es eine klaffende Versorgungslücke – auch bei uns in den Industrieländern.

«

Wir begrüssen die Auslistung besonders bienengefährlicher Produkte.»

Marianne Künzle, Greenpeace Schweiz

Keine Produkte mehr mit gefährlichen Wirkstoffen 
Um dem entgegenzuwirken und einen Beitrag zur Rettung unserer Bienen zu leisten, gibt es bei Coop ab sofort keine Produkte mehr, die Wirkstoffe enthalten, die im Verdacht stehen, Bienen zu gefährden. Dabei beruft sich der Detailhändler auf einen Report von Greenpeace.

Schritt freut Greenpeace
Im Bericht «Bye Bye Biene» hat die Umweltorganisation sieben chemische Wirkstoffe identifiziert, die den nützlichen Insekten besonders grossen Schaden zufügen. Diese Chemikalien sind nun komplett aus den Verkaufsregalen von Coop-Supermärkten, den Coop-City-Warenhäusern und Coop Bau + Hobby verbannt. «Wir begrüssen die Auslistung besonders bienengefährlicher Pestizide. Bienen und Co. werden sich freuen», sagt Marianne Künzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz.

Was sind die Alternativen?
Doch was tun bei Wollläusen, Spinnmilben oder anderen Schädlingen? Zum einen gibts bewährte Hausrezepte. «Zum anderen führt Coop viele Mittel unter dem Label Oecoplan, die Bienen nicht vergiften», so Raphael Schilling, Projektleiter Nachhaltigkeit bei Coop. «Diese enthalten keine chemisch-synthetischen Wirkstoffe, sondern beispielsweise Seifen oder Kalium-Salze, die ebenso durchschlagend wirken.»

Hier erfahren Sie mehr über Coop Oecoplan
Hier gehts zum Greenpeace-Report «Bye Bye Biene»
Übernehmen Sie Verantwortung und werden Sie Bienenpate!
Hier gehts zum Faktenblatt des WWF: «Garten ohne Gift»

Mit über 250 Taten für Mensch, Tier und Umwelt erbringt Coop den Beweis, dass die Detailhändlerin Nachhaltigkeit nicht nur verspricht, sondern auch lebt. Die Tat Nummer 40 bezieht sich direkt auf die fleissigen Honigerzeuger.

Hier finden Sie alle Taten auf einen Blick​

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Markus Kohler

Redaktor

Foto:
Getty Images, Georgios Kefalas
Veröffentlicht:
Montag 02.03.2015, 18:58 Uhr

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