Waschpionier: Erfolg durch Innovationen

Seit über 170 Jahren stellt Schulthess in der Schweiz Haushaltgeräte her. Das Unternehmen hat Waschgeschichte geschrieben – und schreibt sie immer noch.

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Stampfen, schlagen, reiben, auswringen – und das am nahe gelegenen Fluss, später kochend und dampfend in der Waschküche: Auf diese Weise bekamen die Menschen jahrhundertelang ihre Wäsche mehr schlecht als recht sauber. Ausser Stöcken, Steinen und etwas Seife aus Tierfett und Holzasche gabs keine Hilfsmittel; Muskelkraft, Schweiss und vor allem viel Zeit waren zum Waschen nötig.
Einen Wimpernschlag später in der Geschichte füllen wir in eine grosse weisse Kiste wie selbstverständlich unsere Wäche und drücken aufs Knöpfchen. Kurze Zeit später holen wir sie wieder heraus und alle Flecken sind weg. Während die Waschmaschine lief, haben wir einen Kaffee getrunken oder waren einkaufen. An dieser rasanten Entwicklung massgeblich beteiligt ist Schulthess, ein Schweizer Pionier für Haushaltgeräte. Seit dem 18. Jahrhundert gab es Versuche, Waschmaschinen für Grosswäschereien zu bauen. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts kommt der Durchbruch für Waschmaschinen für Einzelhaushalte.

Lochkarten steuern die Maschinen

Mit Lochkarten steuert die Frau von Welt das Waschen ab den 1960er-Jahren.

Mit Lochkarten steuert die Frau von Welt das Waschen ab den 1960er-Jahren.
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Als Erster in Europa bringt der Zürcher Hersteller im Jahr 1951 einen Waschvollautomaten auf den Markt. Bei ihm brauchts keinerlei Handarbeit mehr, die Maschine wickelt ein ganzes Waschprogramm selbstständig ab, vom Einwässern, Drehen und Wärmen bis hin zum Schleudern. Doch bei der Waschmaschine mit einem Programm bleibt es nicht. Schulthess entwickelt das Lochkartensystem: Je nachdem, welche Lochkarte man in das Gerät steckt, spult es einen anderen Waschvorgang ab – mal mit, mal ohne Vorwäsche, mal lässt sie das Schleudern sein. Eine Revolution!

Bis heute ist Schulthess in Sachen Innovationen in der Weltspitze. Immer wieder erfindet das Unternehmen das Waschen neu – aktuell das «3-D-Waschen»: Die Wäsche wird dank ausgeklügelt angeordneten «Mitnehmern», das sind die «Rippen» in den Trommeln, nicht nur  nach links und rechts bewegt wie bei regulären Geräten, sondern auch nach vorne und hinten. Damit erhöht sich die Effektivität des Vorgangs – und die Waschzeit verkürzt sich erheblich.

Bei der älteren Generation sicher noch im Gedächtnis: Die «Grünen Waschmaschinen» werden in den 1970ern zum Begriff

Bei der älteren Generation sicher noch im Gedächtnis: Die «Grünen Waschmaschinen» werden in den 1970ern zum Begriff
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Ausserdem trägt die neuartige Waschart dazu bei, dass die Textilien noch schonender behandelt werden. Leicht verschmutzte Wäsche wird so in 30 Minuten richtig sauber gereinigt, für stark verschmutzte brauchts nur 57 Minuten – so wenig wie bei keiner anderen Konkurrenzmaschine. Und dabei wird auch noch weniger Energie benötigt.

Das Geheimnis des Erfolgs liegt nicht nur in der ständigen Weiterentwicklung der Technik. Schulthess verwendet ausschliesslich hochwertige Materialien. So besteht der Laugenbehälter nicht aus Kunststoff, sondern aus Chromstahl. Dies trägt dazu bei, dass ein Gerät lange funktioniert. Nach Schätzungen von Schulthess versehen die Maschinen ihren Dienst gut und gerne 20 Jahre. Oder länger. Kürzlich habe sich der Besitzer eines Schulthess-Waschvollautmaten gemeldet: Nach 50 Jahren anstandslosem Betrieb benötige er zum ersten Mal ein Ersatzteil.

Schulthess-Geräte sind bei Fust erhältlich. Unter der Marke Novamatic stellt Schulthess zudem exklusiv auf die Ansprüche von Fust-Kunden modifizierte Maschinen her.

Schulthess stellt 1931 bereits Trommeln für Maschinen mit Handbetrieb her.

Schulthess stellt 1931 bereits Trommeln für Maschinen mit Handbetrieb her.
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Die Schulthess AG

  • 1845 Kaspar Schulthess eröffnet in Zürich eine Bauspenglerei.
  • 1904 Übernahme der Produktion einer deutschen Kleinwaschmaschine.
  • 1917 Verlegung der Produktion nach Wolfhausen im Zürcher Oberland.
  • 1949 Lochkarten steuern zum ersten Mal die Maschinen von Schulthess.
  • 1951 Der europaweit erste Waschvollautomat stammt aus Wolfhausen.
  • 1978 Schulthess baut Prozessoren in ihre Waschmaschinen.
  • 1991 Übernahme von Haushaltgerätehersteller Merker.
  • 2003 Die ersten Grossmaschinen für Gewerbe und Mehrfamilienhäuser werden produziert.
  • 2011 Das schwedische Unternehmen Nibe Industrier AB übernimmt Schulthess, bis heute werden aber alle Geräte in der Schweiz produziert.
  • 2015 Lancierung der neuen Spirit-Generation fürs Eigenheim und ein Jahr später fürs Mehrfamilienhaus.
  • 2016 Auszeichnung für gelungenes Design: Schulthess-Waschmaschinen und -Trockner gewinnen den renommierten Red Dot Award.

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