Mit einem Champagner liegt man nie falsch. Und ein Sauternes ist eine kleine, aber feine Spezialität.

Wein als Geschenk: Ein sehr persönliches Dankeschön

Welchen Wein schenkt man zu welchem Anlass? Und wie viele Flaschen zu welchem Preis dürfen und sollten es sein? Fragen gibt es genug. Sicher ist: Wein ist ein gutes Geschenk!

Nehmen wir an, Sie sind zu einem Abendessen mit mehreren Personen eingeladen. Den Gastgebern würden Sie gerne einen «guten» Wein mitbringen. Und gerade vor wenigen Tagen haben Sie einen Rotwein entdeckt, der Ihnen richtig gut schmeckt und den Sie Ihren Freunden gerne vorstellen würden. Der einzige «Haken» an der Sache: Die 0,75-l-Flasche Ihres neuen Lieblingstropfens kostet nicht einmal 12 Franken. Ist dieser Wein dann trotzdem passend, obwohl er so günstig ist?

Weinjournalistin Britta Wiegelmann sagt: «Der Preis ist nicht entscheidend. Manchmal kann eine günstige Entdeckung viel spannender sein als ein teurer Prestigetropfen. Und warum in diesem Fall nicht einfach eine Flasche mehr mitbringen?»

Wineloft-Besitzer und Koch Beat Caduff sieht das anders: «Es soll ein Geschenk sein. Ich würde keinen 10-Franken-Wein mitbringen.» Caduff lässt auch schon mal 60 bis 100 Franken für eine gute Flasche Wein als Geschenk springen, wenn er weiss, dass der Beschenkte ein «Weinfreak» mit einem sensiblen Gaumen ist. «Aber ich bin auch ein bisschen extrem.» Wenn der Anspruch des Gaumens nicht ganz so spitzfindig ist, bezahlt er zwischen 20 und 50 Franken pro Flasche. Wie viel der Tropfen auch immer gekostet hat, den Preis zu verraten, kommt nicht infrage: «Das kann den anderen Gästen gegenüber unhöflich sein oder auch peinlich für einen selbst werden.»

Letztendlich ist es auch gar nicht der Preis, der das Geschenk besonders macht, da sind sich beide Experten einig: «Was zählt, sind die Gedanken, die sich der Schenkende zu seinem Mitbringsel gemacht hat.» Wenn der Jahrgang des Weines mit dem Geburtsjahr des Beschenkten identisch ist oder wenn man den Winzer persönlich kennt, ist zum Beispiel ein origineller und persönlicher Bezug hergestellt.

Ein Wein kann zum Essen desselben Abends passen, muss aber nicht. Wiegelmann: «Ich erwarte vom Gastgeber nicht, dass er meine Flasche unbedingt am selben Abend öffnet. Vielleicht hat er ja die Weine fürs Essen bereits mit viel Mühe ausgesucht. Der Beschenkte sollte immer die Freiheit haben, den mitgebrachten Tropfen auch später zu geniessen.» Caduff denkt wieder anders: «Ich schätze es, wenn der Gastgeber den mitgebrachten Wein anbietet und er nicht im Keller verschwindet.» Je nach Preislage des Weines bringt man eine oder zwei Flaschen mit. Ist man mit den Gastgebern vertraut, kann man sich auch vorab nach dem Gericht erkundigen, das an diesem Abend serviert wird, und den Vorschlag machen, einen entsprechenden Wein auszusuchen.

Weitere Kriterien für die richtige Entscheidung können sein:

  • Ein unbekannter Wein: Wenn der Wein für den Beschenkten eine neue Entdeckung darstellt, ist der Überraschungseffekt sicher.
  • Ein guter Schaumwein oder Champagner: Damit kann man wenig falsch machen, vor allem, wenn man den Weingeschmack der Gastgeber nicht gut genug kennt. Schaumweine passen als Apérogetränk und zu vielen Anlässen wie Jubiläen, Taufen oder Geburtstagen.
  • Süss- oder Dessertweine sind immer etwas Besonderes.

Doch in erster Linie gilt das gute alte Gesetz, dass Weine immer eine persönliche Geschmackssache bleiben. Und über Geschmack lässt sich ja streiten. Caduff: «Wenn das nicht so wäre, würden ja alle Männer dieselbe Frau lieben, und das wäre doch schade.»

Weine mit reduziertem Alkoholgehalt: Schmecken die denn auch?

Jan Schwarzenbach, Önologe

Jan Schwarzenbach, Önologe
Jan Schwarzenbach, Önologe

Viele grosse Weinproduzenten wie Torres, Diageo oder Treasury Wine Estates bieten Weine mit reduziertem Alkoholgehalt an. Diese Weine tragen Namen wie «Skinny Girl», «Skinny Vine» und «Girl Go Lightly».

Auch Weight Watchers hat Weine mit reduziertem Alkoholgehalt im Sortiment. Das Hauptargument für diese Weine ist also klar – weniger Kalorien. Die Kalorien im Wein kommen vom Alkohol. Ein Glas trockener Wein mit 13 % Alkohol hat etwa 90 Kalorien. Die Weine mit reduziertem Alkoholgehalt haben zwischen 7,5 % und 12 % Alkohol und somit weniger Kalorien.

Aber schmecken diese Weine gleich gut wie herkömmliche Weine? Da gehen die Meinungen auseinander. Bei Degustationen hat sich aber gezeigt, dass diese Weine geschmacklich durchaus mit anderen Weinen in ihrer Preiskategorie mithalten können. Der wahre Trumpf ist laut den meisten Testern jedoch nicht der Geschmack, sondern eben die tiefen Kalorienwerte.

Reich an Erfahrung

Britta Wiegelmann, Weinjournalistin

Britta Wiegelmann, Weinjournalistin
Britta Wiegelmann, Weinjournalistin

Wenn Übung den Meister macht, dann hat die Familie Frescobaldi gut lachen. Seit 30 Generationen erzeugt das Florentiner Adelsgeschlecht Wein in der Toskana. Einer ihrer Vorzeigetropfen ist der Brunello di Montalcino, ein elegantes Gewächs von enormer Langlebigkeit. Allerdings gelangt er frühestens fünf Jahre nach der Ernte auf den Markt und kostet entsprechend ein paar Rappen mehr.

Und hier kommt die heutige Empfehlung ins Spiel. Der Rosso di Montalcino ist quasi der kleine Bruder des Brunello. Wie dieser wird er aus der Sangiovese-Grosso-Traube gekeltert, muss aber nicht so lange lagern. Der Campo ai Sassi von Frescobaldi punktet denn auch mit jugendlichem Charme, er duftet nach Kirsche, Leder und Marzipan und hüllt den Gaumen mit seidigem Tannin und frischer Säure ein.

Rosso di Montalcino DOC, Campo ai Sassi, 2011

Herkunft: Italien
Region: Toskana
Rebsorte: Sangiovese Grosso
Genussreife: 2–6 Jahre ab Ernte
Erhältlich: in grösseren Coop-Verkaufsstellen oder auf Coop@Home

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Bettina Ullmann

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, Beatrice Thommen-Stöckli, zVg
Veröffentlicht:
Montag 03.03.2014, 10:26 Uhr

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