Zu vielen Grilladen passt ein guter Rotwein bestens.

Wein statt Bier, das lob ich mir

Wer hat eigentlich die Bieridee in die Welt gesetzt, dass Wein nicht zu Grilliertem passt? Der Grill-Ueli auf jeden Fall wars nicht. 

Die Welt ist eine Scheibe. Am Bankgeheimnis werden sich die Angreifer die Zähne ausbeissen. Zum Grillieren gehört Bier. Das waren einst absolute Wahrheiten. Doch die Halbwertszeit von Wahrheiten ist kurz geworden. Das Merz’sche Bankgeheimnis? Ade. Galileo wurde 1992 vom Papst rehabilitiert. Und ein Mann ist auch ein Mann, wenn er statt mit einem Bier mit Wein am Grill posiert. Sagt auch ein Papst. Aber nicht der in Rom, sondern der Grillpapst Ueli Bernold, den jeder nur als Grill-Ueli kennt.

Der Grill-Ueli also hat neben vielen anderen Preisen auch den Wettkampf um den «Swiss Barbecue Champion» gewonnen. Und der Grill-Ueli sagt: «Ich persönlich trinke erstens nur rote und zweitens am liebsten schwere Weine.» Wie bitte? Schwere Rotweine am Grill? «Klar – er muss ja nicht in rauen Mengen fliessen. Lieber gut und wenig.» Wenig heisst in seinem Fall zwei kleine Gläser. Das mit dem schweren Roten leuchtet ein: Schmalbrüstige Rebensäfte haben gegen deftige Würste, gut gewürzte Steaks oder kräftigen Marinaden keine Chance.

«Nur schwere Rote»: Ueli Bernold, besser bekannt als Grill-Ueli.

«Nur schwere Rote»: Ueli Bernold, besser bekannt als Grill-Ueli.
«Nur schwere Rote»: Ueli Bernold, besser bekannt als Grill-Ueli.

Der mehrfache Grill-Weltmeister hat einen – gelinde gesagt – unkonventionellen Weg hinter sich. «Der Lehrer war auf jeden Fall nicht unfroh, als ich die Schule mit vierzehneinhalb Jahren gegen eine Metzgerlehre eintauschte.» Von da an gings bergauf: Die Metzgerlehre schloss er als Klassenbester ab. Heute ist Grill-Ueli ein Unternehmer mit Metzgerei, Partyservice und Kursangeboten.

So aussergewöhnlich wie seine Laufbahn sind auch seine Weintipps: «Es bringt nichts, einen auf alte Weinschule zu machen», sagt er. Diese besagt, dass zum weissen Fleisch weisser Wein, zum roten Fleisch … Aber eben, geschenkt. «Es soll, kann und darf doch jeder den Wein trinken, den er am liebsten hat.»

Aber ob nun Rot, Rosé oder Weiss – ein paar Regeln helfen, um mit Wein am und um den Grill zu reüssieren. Die wichtigste: Menschen, die zu lange an der Sonne sind, bekommen einen Sonnenstich. Wein bekommt zwar keinen Sonnen- aber einen Geschmacksstich ins Ölige, ins Fade, wenn er im Glas von der Grill- und Sommerhitze traktiert wird. Wein sollte nur am Rebstock besonnt werden; einmal im Glas, tut ihm die Sonne nicht mehr wirklich gut. Denn nach dem Einschenken steigt die Temperatur pro Minute um etwa ein halbes Grad. «Daher nur kleine Schlucke eingiessen – und lieber öfter nachschenken», sagt der Grill-Ueli.

«Grill-Ueli – neue Rezepte für Outdoorköche». Fr. 33.–. Das Buch und weitere Infos finden Sie unter: www.grillueli.ch

Je nach Hefe ist er tiefer

Jan Schwarzenbach, Önologe

Jan Schwarzenbach, Önologe
Jan Schwarzenbach, Önologe

Vor allem aufgrund der Klimaerwärmung stieg der Alkoholgehalt vieler Weine während der letzten Jahrzehnte kontinuierlich an. Bordeaux zum Beispiel hatte früher etwa 12,5 % Alkohol. Heute sind 14 % normal. Eine Zeit lang wurde das von den Weingeniessern akzeptiert und zum Teil geschätzt. Ein hoher Alkoholgehalt kann die Weinqualität jedoch beeinträchtigen, weil er Aroma und Geschmack mindert und der Wein im ungünstigsten Fall brandig wirkt. Deshalb werden alkoholschwächere Weine wieder vermehrt nachgefragt.

Hefen, die Traubenzucker in Alkohol umwandeln, sind eines der besten Mittel zur Steuerung des Alkoholgehalts. Es gibt unterschiedliche Hefen, die aus der gleichen Menge Zucker mehr oder eben weniger Alkohol produzieren. Kürzlich wurde vom Australian Wine Research Institute ein neuer Hefestamm isoliert, der aus Shiraz-Most einen um 1,4 % weniger alkoholstarken Wein gärte als andere Hefen.

Mehr über den Alkoholgehalt auf der Weinplattform Mondovino.ch

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Andreas Thommen, Getty Images, ZVG
Veröffentlicht:
Freitag 13.06.2014, 16:04 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

Recettes
Entdecken Sie spannende Rezepte


Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?