Auch im berühmten Napa Valley wachsen die Trauben unter besten Bedingungen. 

Wein-Paradies Kalifornien

Nebst Hollywood-Filmen, Burgern und Cola hat sich auch erstklassiger Wein aus Amerika zum Exportschlager gemausert. Doch die Weinregion Kalifornien hat auch einige Krisen hinter sich.

Cabernet Sauvignon, Syrah, Zinfandel, Chardonnay und Sauvignon Blanc sind wohl die bekanntesten Rebsorten, die in Form feiner Weine aus den USA in die Schweiz importiert werden. Deren grosse Beliebtheit und breite Akzeptanz lässt beinahe vergessen, dass die US-Weine erst seit den 1970er-Jahren internationale Anerkennung finden. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der Weg bis dahin lang war.

 
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Grosse Krisen

Begründet wurde der amerikanische Weinbau im Jahre 1769 vom Franziskanermönch Junípero Serra. Er pflanzte die ersten Reben auf der Missionsstation San Juan Capistrano im heutigen Orange County. Schon bald entwickelte sich zwischen dem neuen und dem alten Kontinent ein reger Weinhandel. 1863 verloren die Produkte aus Amerika in Europa beinahe für immer ihr Ansehen. Denn mit versuchsweise aus Übersee importierten Wildrebsorten gelangte die Reblaus nach Europa und löste in der Geschichte des hiesigen Weinbaus die grösste Katastrophe aus. Die Verluste durch die Reblaus brachte den europäischen Weinbau an den Rand des Ruins. Der Ruf der Amerikaner war zwar nachhaltig zerstört, die Produktion aber entwickelte sich weiter. Als 1919 in den Vereinigten Staaten von Amerika im Zuge der Alkoholprohibition die Herstellung und der Verkauf von «berauschenden Flüssigkeiten» per Gesetz verboten wurde, folgte die zweite grosse Krise. Denn bis zur Aufhebung des Gesetzes im Dezember 1933 war die Weinbauindustrie der Amerikaner fast vollständig am Boden.

Ideale Anbaubedingungen

Von diesen Krisen merkt man heute in Kalifornien, wo rund 90 Prozent aller US-Weine produziert werden, längst nichts mehr. Namen wie Robert Mondavi, Beringer oder Fetzer sind Synonym für ausgezeichnete Weine, die weltweit Anerkennung finden. Die bekannten kalifornischen Anbaugebiete im Napa-, Sonoma- und Mendocino-County sowie im Central Valley bieten mit ihrer Lage nördlich von San Francisco beste Voraussetzungen für einen ertragreichen und qualitativ hochstehenden Weinanbau. Grund dafür ist das natürliche Zusammenspiel der örtlichen Begebenheiten. Der kühle Pazifik im Osten der Anbaugebiete, der Küstengebirgszug Coastal Range und das heisse Hinterland sorgen für konstante Anbaubedingungen. Gefördert werden diese durch die zuverlässig vom Himmel scheinende Sonne und die seltenen Niederschläge während den wichtigen Perioden der Traubenreife. Daraus resultieren relativ kühle sowie feuchte Nächte und trocken-heisse Tage – in Kombination mit den hier auftretenden Bodentypen ergibt das vielfältige «Terroirs», die Weinkenner bei einem guten Tropfen kalifornischen Weines auf Anhieb identifizieren.

Die «American Viticultural Area» (AVA) ist eine geografische Bezeichnung für die Herkunft der Trauben. Bei der Festlegung der Grenzen einer AVA werden Bodenbeschaffenheit, Klima und der daraus resultierende Charakter der Trauben und des Weins berücksichtigt. Eine AVA soll dem Konsumenten also helfen, Qualität, Reputation und Geschmack eines Weines einzuschätzen. Im Moment existieren 228 AVAs. Darunter sind so bekannte Gebiete wie Napa Valley, aber auch viele Unbekannte. Im Unterschied zu den europäischen Ursprungsbezeichnungen, wie etwa der AOP («Appellation d‘Origine Protégée»), schreibt die AVA nur vor, dass 85 Prozent der Trauben aus den benannten Arealen stammen müssen. Zu Rebsorten, Ertrag und Ausbau werden keine Vorschriften gemacht. So können also Weine aus der gleichen AVA trotzdem sehr unterschiedlich schmecken.

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Text: Thomas Borowski

Foto:
Alamy, zVg
Veröffentlicht:
Montag 18.05.2015, 19:10 Uhr

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