Suppen – hier eine Tom-Yam-Gai-Suppe – gehören zu Asiens Küche. Dazu passt ein Weisswein vorzüglich.

Weine zu asiatischem Essen: «Das passt hervorragend»

Asiatisches Essen ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Doch so geübt die meisten mit Stäbchen hantieren, so schwer tun wir uns mit der Wahl der passenden Weine zu Tom Ka Gai, Szechuan-Huhn oder Chicken Masala. 

Zugegeben, die Sache mit asiatischem Essen und den Weinen ist etwas kompliziert. Sagt auch Min Nian, Gastgeberin im mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichneten China-Restaurant Min Kang Yuan in Küssnacht am Rigi SZ. Sie empfiehlt ihren Gästen daher meist chinesisches Bier zum Essen. «Das heisst aber nicht, dass man keinen Wein dazu trinken sollte – es gibt viele Weine, die sich sehr gut kombinieren lassen.»

Bei scharfen und sehr gut gewürzten Speisen sei es einfach so, dass fast jeder Wein im Gaumen süsslich wirke, erklärt Reto Hofmann, Food and Beverage Manager im Ahaan Thai, dem mit 13 Gault-Millau-Punkten ausgezeichneten Thai-Restaurant des Arosa Kulm Hotels. Was für asiatische Speisen sehr oft gilt. «Wir empfehlen unseren Gästen keine fruchtigen und keine zu sauren Weine», sagt Hofmann. Seine Faustregel: «Thailändische Gerichte lassen sich gut mit einem trockenen, idealerweise eher runden Weisswein kombinieren.» Vor allem zwei Weine empfiehlt Hofmann oft: Einen erfrischenden Riesling (Kung Fu Girl des als Weinrockstar und -rebell bekannten Amerikaners Charles Smith) und einen in der Barrique ausgebauten Pinot Grigio (Pinot Grigio Dessimis, Vie di Romans). Dennoch haben Rotweine kein Tischverbot: «Falls jemand Weisswein nicht mag, empfehlen wir, es mit einem Amarone oder einem runden Bordeaux zu versuchen.» Ein Experiment, das sich lohne: «Das passt hervorragend!»

Auch Min Nian relativiert die weit verbreitete Meinung, dass Rotweine nicht zu Asia-Food passen. «Zu scharfen Sachen – beispielsweise nach Szechuan-Art zubereiteten Gerichten – passt ein Primitivo sehr gut.» Zum China-Klassiker «süss-sauer» empfiehlt die junge Chinesin Weiss- oder Roséweine. Ihr konkreter Tipp ist der weisse Fabelhaft (Fabelhaft Douro branco von Niepoort Vinhos): «Der macht sich toll zu einem Hühnchen mit Cashew-Nüssen oder anderen leicht gebratenen Speisen.»

Relativ pflegeleicht in Sachen Wein ist die eher milde japanische Küche, die mit viel Fisch und gedämpften Speisen aufwartet. Zum Stolperstein kann eigentlich fast nur das Wasabi werden. Ist dieses jedoch aus frisch geriebenem Meerrettich hergestellt, sollte aber auch das kein Problem sein. Nebst Weissweinen lässt sich japanisches Essen übrigens auch mit einem klassischen Blauburgunder (Pinot Noir) aus der Schweiz bestens kombinieren.

Kratzbürstiger zeigt sich die indische Küche mit ihren intensiv gewürzten Gerichten. Doch auf die Kombination komme es an, sagt Andrea Ries Padmanabhan vom Restaurant Malabar in Zürich-Oerlikon. «Wein kann ein spannender Begleiter zu indischem Essen sein.» Allerdings gebe dort nicht das Fleisch oder der Fisch den Ausschlag für die Weinwahl, sondern die Gewürze. Auf der eigens auf die indische Küche ausgerichteten Weinkarte des Restaurants sind beispielsweise Riesling oder Gewürztraminer zu finden. «Mit ihren blumigen Aromen und Restsüsse harmonieren diese sehr gut mit der Schärfe.»

Gästen, die roten Wein wünschen, empfiehlt sie fruchtige Weine mit wenig Tanninen, «etwa einen Ripasso della Valpolicella oder einen Malbec». Letzterer ein Paradebeispiel: «Weine aus der Neuen Welt harmonieren oft sehr gut mit indischem Essen, aber auch ein Amarone oder gewisse süditalienische Weine. Bordeaux hingegen funktioniert in der Regel nicht.»

Wer wagt, gewinnt: Wein soll Freude machen

Jan Schwarzenbach, Önologe

Jan Schwarzenbach, Önologe
Jan Schwarzenbach, Önologe

Wein hat ein Problem. Er ist zu kompliziert. Viele Menschen lassen sich von der riesigen Vielfalt an Traubensorten, Herkunftsgebieten und Weinstilen einschüchtern. Als grösste Weinhändlerin der Schweiz ist Coop sich dieses Problems bewusst. Hilfestellung und Anhaltspunkte in der bewegten See der Weinvielfalt bieten die Auslobung von Prämierungen, ausführliche Angaben auf der Rücketikette und Beratung an den Weinfestivals und Weinmessen. Aber auch Sie als Weintrinker können sich den Weingenuss weniger kompliziert gestalten. Versuchen Sie die riesige Vielfalt zu geniessen, anstatt sich einschüchtern zu lassen. Das beste Rezept gegen die Angst vor etwas Neuem ist es, Bekanntschaft mit diesem Neuen zu schliessen. Kaufen Sie einfach mal einen unbekannten Wein zum Probieren. Wer immer wieder etwas wagt, wird schliesslich gewinnen und kann mit der Zeit einen grossen Erfahrungsschatz an Geschmäckern und Erinnerungen geniessen.

Die rote Überraschung

Britta Wiegelmann, Weinjournalistin

Britta Wiegelmann, Weinjournalistin
Britta Wiegelmann, Weinjournalistin

Sie kennen den Aigle les Murailles? Schauen Sie nochmals hin: Genau, dieser Wein ist nicht weiss, sondern rot. Neben dem bekannten Waadtländer Chasselas dieses Namens gibt es nämlich auch eine Version aus überwiegend Pinot Noir. Verantwortlich für beide ist Daniel Dufaux, Weinmacher der Kellerei Badoux, welche diese archetypischen Schweizer Tropfen produziert. Er hat aber auch noch einen «Nebenjob»: Dufaux amtet als Präsident des Verbands Schweizer Önologen. Kein Wunder also, kommen seine Weine so präzise und sortentypisch daher. Der rote Aigle zeigt im Bouquet Kirsche, Erdbeere und etwas Unterholz und schmeichelt dem Gaumen mit süsser Frucht und sanften Vanillenoten.
Mögen Sie eine knusprig gebratene Entenbrust? Dies ist der Wein dazu.

Aigle les Murailles Rouge Chablais AOC, 2012

Herkunft: Schweiz
Region: Chablais
Rebsorten: überwiegend Pinot Noir
Genussreife: 1–4 Jahre ab Ernte
Erhältlich: in grösseren Coop-Verkaufsstellen oder auf Coop@Home

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Regula Bättig

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, Beatrice Thommen-Stöckli, zVg
Styling:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 24.03.2014, 09:51 Uhr

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