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Nicole Hättenschwiler
schreibt am 28.02.2017


Wir Jäger und Sammler

Aus den Familienferien am Meer brachte ich früher säckeweise Muscheln mit. Auch lustig geformte Steine und vom Wasser glatt geschliffene Glasscherben hatten es mir angetan. Meine Schätze bewahrte ich in grossen Einmachgläsern auf oder verteilte sie kunstvoll auf dem Bücherregal.

Als Teenager sammelte ich dann eine Zeit lang 5-Räppler – bis ich eines Tages entschied, meinen Sack voller «Goldstücke» in Süssigkeiten zu verwandeln. An den entgeisterten Blick der Kassiererin kann ich mich noch heute erinnern. Auch alte Münzen, speziell geformte Flaschen oder Säckchen voller Sand aus aller Welt gehören zu den Dingen, die ich einst gehortet habe.

Das alles ist natürlich nichts gegen all jene Menschen, die das Sammeln als Hobby betreiben. Die über lange Zeit alles ankaufen, aufbewahren und archivieren, was mit einem bestimmten Thema zu tun hat.

Redaktor Basile Weber hat drei Menschen aufgespürt, die ihrer Leidenschaft über Jahrzehnte treu geblieben sind. In unserer Titelgeschichte erzählen sie, wie sie dazu gekommen sind und weshalb es sie glücklich macht. Und Letzteres, so finde ich, sollte auch das Ziel davon sein. Schlussendlich bringt solch eine Anhäufung von Objekten nur etwas, wenn sie Freude bereitet.

Heute sammle ich nichts mehr. Das Einzige, was von meiner in jungen Jahren ausgeprägten Sammelleidenschaft übrig geblieben ist, sind fünf Fläschchen mit Sand. Sowie die Unfähigkeit, Zeitungen zu entsorgen, die ich nicht mindestens durchgeblättert habe – aber das ist wieder eine andere Geschichte.


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