Hier wird Kurkuma geerntet, in einigen Wochen wird der Pfeffer an der Staude im Hintergrund reif sein.

Wo der Pfeffer wächst

Das Coop-Gewürzsortiment wird nach und nach auf Bio- und Fairtrade-Produkte umgestellt. Das bringt viel – für alle Beteiligten.

Es gibt Dinge, die sind sinnvoll, und andere, die sind schön. Und manchmal kommt beides zusammen. Beispielsweise bei den sogenannten Spice Gardens in Indien und Sri Lanka, von denen die Coop-Produzentin Sunray Bio- und Fairtrade-Gewürze bezieht. «Die Pflanzungen sehen aus wie tropische Gärten», schwärmt Sunray-Einkaufsleiter Claudio von Felten: «Da sind 15 Meter hohe Muskatbäume, an denen sich Pfeffersträucher hochranken, während unten auf dem Boden Ingwer- und Kurkuma-Stauden wachsen.» Von Felten kennt es anders, in der herkömmlichen Produktion sind Monokulturen üblich. Sunray habe sich bewusst dagegen entschieden, erklärt er. «Nicht nur, dass wir auf nachhaltige Erzeugnisse Wert legen und auch die Kunden zunehmend danach verlangen. Die Produkte dieser biologisch bewirtschafteten Plantagen bieten uns auch eine bessere Qualität.» 

Ständiges Einkommen

Natürlich haben auch die Produzenten in Indien und Sri Lanka Vorteile. Sie profitieren von langjährigen Abnahmeverträgen und gesicherten Mindestpreisen, aber auch von Geld, welches in Fonds fliesst, mit denen soziale Projekte in den Dörfern unterstützt werden. Die Spice Gardens bieten den Bauern zudem das ganze Jahr über ein Einkommen, da die verschiedenen Gewürze zu unterschiedlichen Zeiten geerntet werden. Ein Risiko bleibt allerdings, das ihre Mitbewerber mit den Monokulturen nicht haben: «Es gibt Schädlinge, die man mit biologischen Mitteln kaum loswird. Dann kann es zu Ernteausfällen kommen», so der Gewürzexperte. Oft komme dies jedoch nicht vor.
Doch auch ohne Schädlinge ist der Gewürzanbau ein harter Job, denn Maschinen kann man so gut wie keine einsetzen – und die Arbeit hat es in sich: «Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Pflücker mit einem Weidenkorb auf dem Rücken auf die Muskatbäume klettern, um die reifen Früchte einzeln zu ernten», erzählt von Felten.

Ein Drittel trägt das Label  

2010 standen die ersten Gläser mit Bio-Fairtrade-Gewürzen in den Coop-Regalen. Inzwischen trägt ein Drittel der verkauften Gewürze das Doppel-Label: Schwarzer und weisser Pfeffer, Nelken, Muskatnuss, Zimt … «Wir hoffen, dass wir in zwei, drei Jahren bei 90 Prozent angelangt sind», so Felten. Doch hundert Prozent zu erreichen sei schwierig, «besonders bei Gewürzen, von denen wir pro Jahr nur 50 bis 60 Kilogramm absetzen». Aber: Bis Ende 2017 sollen alle Gewürze aus Entwicklungsländern zumindest das Fairtrade-Max-Havelaar-Label tragen.
Doch der Aufwand ist gross, denn trotz Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen sei es schwierig, Produzenten zu finden und diese zu zertifizieren. «Aber es lohnt sich», sagt von Felten. «Wir können jede Lieferung nachverfolgen und so garantieren, dass die Gewürze tatsächlich ökologisch und sozial verträglich produziert wurden – und dass der Mehrwert vom Kleinbauern bis zum Konsumenten erhalten bleibt.»

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Regula Bättig

Redaktorin

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zVg
Veröffentlicht:
Montag 16.05.2016, 09:00 Uhr

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