Aussen hui, innen pfui. Oleander ist zwar schön, seine Inhaltsstoffe jedoch sind sehr giftig!

Wohngifte: Versteckte Gefahr

In der Wohnung wird geschlafen, gegessen und gelebt. Daher sollte sie die Gesundheit nicht gefährden und entsprechend gepflegt werden. Denn der Teufel steckt im Detail.

Schimmel

Ein kleiner dunkler Fleck in einer Ecke, der sich langsam ausbreitet, ein anhaltender Modergeruch hinter einem Möbel: Jetzt ist Handeln gefragt. «Man kann den Schimmel mit Javelwasser entfernen, um eine Ausbreitung der Sporen zu verhindern, aber damit ist das Problem nicht gelöst», erklärt der Maler- und Isolationsexperte Alexandre Dumas aus Mézières FR. Ist die Möbelrückseite befallen, muss das Möbelstück sofort gereinigt werden. Bei starkem Befall sollte man es direkt entsorgen. Die Gründe für Schimmelbefall sind vielfältig. Am häufigsten handelt es sich um ein Lüftungsproblem, wenn nämlich die Wohnung nicht genügend durchlüftet wird. «Es muss überprüft werden, ob die Badezimmerlüftung verstopft ist oder ob man einen zu starken Luftbefeuchter benutzt», so der Maler. Häufig liegt das Problem auch an einer schlechten Gebäudeisolierung mit sogenannten Kältebrücken in den Ecken und vor allem in den Aussenecken. «Dann sollte die Aussenisolierung erneuert werden. Hier können aber die Mieter kaum etwas unternehmen.» Zum Aufspüren der Ursache des Schimmels und zu dessen Behandlung sollte man einen Fachmann beiziehen. «Es gibt zwar Fungizidfarben, aber man hat noch nicht genügend Erfahrung damit, um allfällige Gesundheitsrisiken abzuschätzen», meint Alexandre Dumas.

Asbest

Der Einsatz von Asbest in der Bauindustrie ist seit 1990 verboten. Aber gemäss dem Service de toxicologie de l’environnement bâti (auf Deutsch etwa «Amt für Toxikologie der bebauten Umwelt») des Kantons Genf enthalten immer noch 80 Prozent der Genfer Gebäude Asbest. «Man findet Asbest in Fliesenkleber, in PVC-Bodenbelägen, in heruntergehängten Decken und in Flachdachziegeln», erklärt der Leiter des Amts, Marcel Kohler. Die Substanz ähnelt einem ausgefransten Seil, die feinen Fasern lagern sich in den Lungen ab und verursachen chronische Entzündungen. Es ist wichtig, die Materialien für den Hausbau sorgfältig zu prüfen und vor Beginn der Bauarbeiten die notwendigen Abklärungen zu treffen. «Wir empfehlen nicht automatisch eine Sanierung, aber zumindest die Sicherung der Baustelle.»

Bleifarben

Vor dem Verbot im Jahr 2005 wurden bleihaltige Farben vor allem als Rostschutz verwendet und waren überall im Handel erhältlich. «Wird diese Farbe brüchig und blättert ab, stellt sie für kleine Kinder wegen der süss schmeckenden Schuppen eine Gefahr dar. «Blei lagert sich im Körper ab», erläutert Marcel Kohler.

Giftige Pflanzen

Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (STIZ) hat eine Liste mit giftigen Zimmerpflanzen herausgegeben (erhältlich auf unserer Website), die die beiden Kategorien schwere und leichte toxische Reaktionen enthält. Zu den giftigsten Zimmerpflanzen gehören Weihnachtssterne, Oleander (Nerium oleander) und Alokasien. Die Gefahr besteht jedoch nur beim Verzehr. «Diese Pflanzen verströmen keine giftigen Gase. Im Gegenteil, sie produzieren Sauerstoff und reinigen die Raumluft», präzisiert Rainer Pietrek, Pflanzenverantwortlicher bei Coop. Lediglich Allergiker und Familien mit kleinen Kindern sollten vollständig auf diese giftigen Pflanzen verzichten. Vorsichtshalber sollten giftige Pflanzen jedoch nicht im Schlafzimmer platziert werde, empfiehlt das STIZ.

Auch wenn sie nicht viel Platz brauchen: Auf Milben als Mitbewohner verzichtet man gerne.

Auch wenn sie nicht viel Platz brauchen: Auf Milben als Mitbewohner verzichtet man gerne.
http://www.coopzeitung.ch/Wohngifte_+Versteckte+Gefahr Auch wenn sie nicht viel Platz brauchen: Auf Milben als Mitbewohner verzichtet man gerne.

Tierchen im Bett

Milben sind keine angenehmen Zeitgenossen! «Das Problem liegt darin, dass man Milben im Gegensatz zu Motten von blossem Auge nicht sieht», erklärt Rainer Pietrek. Milben ernähren sich von Hautpartikeln. Ihre Ausscheidungen können Allergien auslösen.» Diese winzigen Tierchen verstecken sich gerne in Matratzen, Kissen, Stoffsofas, Teppichen und sogar Stofftieren. Um sich ihrer zu entledigen, müssen die Textilien mehrmals bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Matratzen können mit einem speziellen Bezug überzogen werden. Aber auch ein Mottenschutzspray zeigt Wirkung.

Links

Informationen zu Wohngiften vom Bundesamt für Gesundheit​
Wohngifte auf dem Gesundheitsportal symptome.ch
Artikel zum Thema Wohngifte im Beobachter


Broschüren

Schimmel-Broschüre
Liste der giftigen Pflanzen TOXI
Broschüre der giftigen Pflanzen
Die 10 gefährlichsten Wohngifte


Frage der Woche

«

Kennen Sie die Gifte, denen Sie ausgesetzt sind?»

Wissen Sie, welchen Giften Sie im Alltag regelmässig ausgesetzt sind?

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Illustrationen:
Stephan Schmitz
Text:
Mélanie Haab
Veröffentlicht:
Montag 02.03.2015, 18:39 Uhr

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