Der Zeltaufbau braucht etwas Übung. Testen Sie ihn mal, bevor Sie in die Campingferien losziehen.

Yes, we camp! So gelingt das Abenteuer

Wer das erste Mal campen geht, freut sich auf Natur, Freiheit, geselliges Zusammensein. Damit es gelingt, hier die wichtigsten Tipps für Einsteiger.

Vogelstimmen statt Weckerläuten, eigene «vier Wände» statt Hotelzimmer, budgetfreundliche Selbstverpflegung statt Vollpension: Es gibt viele Gründe, warum Campen so beliebt ist. Gerade die milden Sommermonate laden zu Outdoor-Ferien ein – sei dies in den Bergen, am See oder auch in Stadtnähe. Also Zelt, Schlafsack und Grill in den Kofferraum und los geht’s!? Ganz so simpel wie es sich anhört, ist es nicht. Und selbst wer weiss, dass Zeltheringe keine Gräten haben, sollte sich vor der Abreise ein paar Gedanken über die Ausrüstung machen.

 
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Da ist zum einen die Ausrüstung, allem voran die Unterkunft. Die Auswahl an Zelten ist gross und reicht von extra leichten Trekking-Modellen über klassische Iglu-Zelte bis hin zu grossen Familienzelten. Gerade für Anfänger interessant sind sogenannte Wurfzelte, die sich selbst innerhalb von Sekunden entfalten. Häufig ist die offiziell angegebene Personenzahl eher knapp bemessen. Daher sollte man das Zelt am besten vor dem Kauf im aufgebauten Zustand begutachten. Für ein Paar empfiehlt sich zum Beispiel mindestens ein Drei-Personen-Zelt, schliesslich braucht man auch Stauraum.

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Versuch macht klug

Selbst eine Grundausstattung mit Zelt, Isomatte und Schlafsack kostet schnell ein paar Hundert Franken. Wer nicht weiss, ob das Campen wirklich seine Sache ist oder welche Unterkunftsart für ihn am geeignetsten ist, sollte mit dem Kauf des «mobilen Heims» warten. Vielleicht findet sich ein Bekannter, der einem ein Zelt leihen kann. Auf vielen Plätzen können heute auch Unterkünfte gemietet werden, vom ausgestatteten Zelt über geräumige Bungalows (mit Bad und Küche), innovative Pods (tunnelförmige Holzhütten) bis hin zu Wohnwagen. Allerdings ist deren Anzahl begrenzt und man sollte sich frühzeitig um eine Reservierung kümmern. Einsteiger sollten beim ersten Mal einen Wochenendtrip planen. So lässt sich das Konzept Camping praktisch ausprobieren – und man weiss, was man in den «grossen Ferien» auf keinen Fall (nochmals) vergessen darf.

Wahl von Camping- und Stellplatz

Obwohl das Übernachten abseits offizieller Campingplätze in der Schweiz unter gewissen Voraussetzungen toleriert wird, sollten Anfänger einen der rund 400 Campingplätze auswählen. Deren Infrastruktur verzeiht eher Fehler als die freie Natur. Bei der Platzwahl hilft etwa das Verzeichnis www.camping.ch, auf dem Campingplätze detailliert beschrieben und je nach Infrastruktur und Sauberkeit mit ein bis fünf Sternen bewertet sind. Wer über die Landesgrenze hinaus will, dem empfiehlt sich www.camping.info mit rund 25 000 Plätzen. Am Ziel angekommen, stellt sich schnell die Frage nach dem besten Stellplatz. Schattenlöcher, Senken und Baumnähe sollte man meiden, da es hier nicht nur kälter, sondern auch feuchter ist. Ideal ist eine Halbhöhenlage mit Wasseranschluss in der Nähe. Der Zelteingang sollte vom Wind abgewandt sein. Wichtig: Vor dem Aufstellen unbedingt den Boden inspizieren. Spitze Steine drücken beim Schlafen nicht nur unangenehm ins Kreuz, sondern können auch den Zeltboden beschädigen. Selbst wenns schon spät und die Wettervorhersage gut ist, sollte man auf Spannseile nicht verzichten. Böen oder Unwetter kommen häufig unerwartet und können gerade nachts problematisch werden. Viele Campingplätze sind beleuchtet. So praktisch die Nähe zur Laterne im ersten Moment scheint: Im schlimmsten Fall brennt das Licht die ganze Nacht und zieht Fliegen und sonstiges Getier an. Insbesondere für Familien mit Kindern wichtig: Wo ist das nächste WC? Es sollte nicht zu weit weg, aber auch nicht zu nah sein.

Wer sind meine Nachbarn?

Mindestens so bedenkenswert wie die geografische Umgebung ist die soziale. Wer Ruhe sucht, soll sich zweimal überlegen, sein Zelt neben der Pfadi-Gruppe oder dem Motorrad-Club aufzustellen. Wer dagegen selbst mit «Kind und Kegel», Federballset und Planschbecken anreist, hält besser genug Abstand zum älteren Dauercamper-Ehepaar. Sieht man einmal von extremen Nachbarschaften ab: Gerade die Vielseitigkeit ist es, die Camping seinen besonderen Charme verleiht. Anders als bei den meisten sonstigen Freizeitbeschäftigungen kann man es nicht in Kursen oder Büchern lernen. Jeder muss den für sich besten Stil selber herausfinden. Das Schöne bei Problemen aber ist: Man ist nicht allein!

Linkempfehlungen

Schweizerisches Campingverzeichnis www.camping.ch, auf dem die Verbände SCCV, VSC und TCS die Campingplätze im Detail beschreiben und je nach Infrastruktur und Sauberkeit mit ein bis fünf Sternen bewerten.

Europäisches Campingverzeichnis www.camping.info mit rund 25'000 Plätzen.

Zwei Fragen an Josef Willi

Josef Willi, Präsident des Schweizerischen Camping und Caravanning Verbands (SCCV) 

Josef Willi, Präsident des Schweizerischen Camping und Caravanning Verbands (SCCV) 
http://www.coopzeitung.ch/Yes_+we+camp_+So+gelingt+das+Abenteuer Josef Willi, Präsident des Schweizerischen Camping und Caravanning Verbands (SCCV) 

Coopzeitung: Was sind die häufigsten Fehler von Camping-­Anfängern?
Josef Willi: Viele kaufen sofort ein Zelt oder gar ein Wohnmobil. Dabei wird meist erst beim Gebrauch klar, welche Ansprüche ein Camper hat. Besser ist es, erst einmal Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil zu mieten. Auch betreffend Platzwahl und Umgebung sollte man sich vorab Gedanken machen. Es gibt Campingplätze für Familien, Senioren oder auch für Aktive. Ausserdem wichtig: Wie sind die Temperaturen? Herrscht gerade Hochsaison oder kann es mangels Freizeit­angeboten langweilig werden?

Wo können sich Camping-Neulinge über das Thema informieren?
Einerseits in Camping­verzeichnissen oder Ähnlichem im Internet. Am besten ist es aber, man tauscht sich vor Ort mit anderen Campern aus. Das ist das Gute am Campieren: Hier wird gerne geholfen, gezeigt oder gleich mitangepackt.

Die Checkliste

Was muss mit?

  • Schlafsack
  • Isomatte oder Luftmatratze inkl. Pumpe und Flickzeug
  • Wetterfeste Kleidung (inklusive Jogginghose für nächtliche WC-Gänge)
  • Campingkocher
  • Taschenlampe
  • Taschenmesser (inkl. Dosenöffner)
  • Notfall-Apotheke
  • Feuerzeug
  • Abfallsäcke
  • Kühlbox
  • WC-Papier
  • Camping-Geschirr und -Besteck
  • Allenfalls faltbare Camping-Möbel 
  • Sonnen- und Mückenschutz
  • Kleines Werkzeugset
  • Wäscheleine 
  • Bücher, Indoor-Spiele etc. für Regenwetter

Anzahl Zeltplätze nach Regionen 


  1. Graubünden
  2. Ostschweiz
  3. Zürich Region
  4. Luzern/Vierwaldstättersee
  5. Basel Region
  6. Bern Region
  7. Berner Oberland
  8. Jura und Drei-Seen-­Land
  9. Genferseegebiet (Waadtland)
  10. Genf
  11. Wallis
  12. Tessin
  13. Fribourg Region

Quelle: Bundesamt für Statistik

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Campingaz

Kocher Bleuet 206 Plus 

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EZetil 

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Mumienschlafsack Ultra Light 175

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Text:
Gertrud Rall
Foto:
Prisma, Keystone, zVg, Grafik: Rich Weber
Veröffentlicht:
Montag 15.06.2015, 17:01 Uhr

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