Zimt heizt ein: Unser liebstes Wohlfühlgewürz

In der kalten Jahreszeit verbreitet Zimt ein heimeliges Gefühl. Spannende Geschichten und nützliches Wissen rund um das Emotionalste aller Gewürze.

Die Ufer liegen voller Zimt, es ist der beste im ganzen Orient. Wenn man sich windabwärts auf dem Meer befindet, riecht man ihn noch acht Meilen weiter.» Das schrieb ein holländischer Kapitän im 17. Jahrhundert über die Insel Sri Lanka, damals Ceylon genannt. Von hier kam eines der begehrtesten Gewürze der Welt: Zimt galt als Geschenk für Könige und Gabe für Götter. Einst war er teurer als Gold, und seine Herkunft blieb lange ein Rätsel. Bis ins späte Mittelalter hielten die Händler ihre Quellen streng geheim. Darüber, wie Zimt hergestellt wird, kursierten die abenteuerlichsten Geschichten. So erzählte man sich etwa, die Stangen würden mit Netzen aus der Quelle des Nils gefischt.

Reich an ätherischen Ölen

In Wahrheit ist Zimt die getrocknete Innenrinde des Zimtbaums, eines tropischen Lorbeergewächses. Trennt man sie vom Holz, rollt sie sich röhrenförmig zusammen. Sechs bis zehn solcher Röhren schiebt man ineinander, lässt sie trocknen und schneidet sie in Stücke – fertig ist die Zimtstange. Der ganze Vorgang dauert nur wenige Stunden. Sein süsslich-würziges, ganz leicht scharfes Aroma behält Zimt hingegen jahrelang. Noch heute zählt Sri Lanka, zusammen mit Indonesien, zu den grössten Zimterzeugern der Welt. Doch auch auf den Seychellen und auf Madagaskar, in China, Indien und Vietnam wächst der begehrte Baum.

Zimt veredelt viele Gerichte

Für viele ist Zimt das Aroma von Winter und Weihnachten, von Bratapfel, Lebkuchen, Zimtstern und Glühwein. Auch Kindheitserinnerungen ruft sein Duft wach: an schmelzenden Zimt-Zucker auf warmem Milchreis, an knusprige Apfelomelette und herbstliches Zwetschgenkompott. Nicht so in anderen Teilen der Welt. Dort verfeinert das wandelbare Gewürz mit Vorliebe herzhafte Gerichte. Kaum ein indisches Curry oder Chutney kommt ohne eine Prise Zimt aus. In China würzt er gebratenes Fleisch, in Mexiko scharfe Würste. Und selbst in griechischem Moussaka ist ein Hauch zu erahnen.

Das Gewürz gegen kalte Füsse!

In welcher Form man Zimt verwendet, ist Geschmackssache. Generell gilt: Stangen würzen intensiver als Pulver, daher sollte man sie nicht zu lange mitgaren. Nach dem Kochen tut man gut daran, die Zimtstange aus der Speise zu entfernen, da sie sonst bitter werden kann. Übrigens hat es einen Grund, dass wir dieses Gewürz hierzulande vor allem mit der kalten Jahreszeit assoziieren: Zimt heizt ein. Probieren Sie’s aus. Ein halber Teelöffel Zimt in heissem Wasser, getrunken wie Tee, wirkt Wunder bei Frösteln und kalten Füssen. Schon in der Antike wurde er darum als Heilmittel bei Erkältung eingesetzt. Seine gesundheitliche Wirkung geht noch weiter. Es gibt Hinweise darauf, dass Zimt hilft, den Blutzuckerspiegel und damit das Gewicht zu regulieren. Wäre das nicht schön? So enthielte Apfelkuchen zugleich das Gift und sein Gegenmittel!

Wer einmal an einem angebrochenen Glas mit Zimt geschnuppert hat, weiss: Er ist erstaunlich lange haltbar. Locker zwei, drei Jahre lang bewahrt er sein Aroma – vorausgesetzt, das Gewürz wird richtig gelagert.

Richtig heisst in diesem Fall dunkel, denn Licht baut die enthaltenen Duftstoffe ab. Wichtig ist ausserdem ein trockenes, nicht zu warmes Plätzchen, weil Feuchtigkeit und Wärme Schimmel und Fäule fördern. Zügeln Sie also Ihren Zimtvorrat vom Gewürzregal über dem Dampfabzug in einen kühlen Küchenschrank.

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Zimt-Tännli

Für 2 Tännli
pro Tännli 1335 kcal
Aktive Zeit: 35 Min.
Gesamtzeit: 1 Std. 17 Min.

Das brauchts für 2 Tännli

  • 125 g Butter
  • 75 g flüssiger Honig
  • 1 Prise Salz
  • ½ TL Zimt
  • 1 Ei
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 225 g Dinkelmehl
  • ¼ TL Backpulver
  • 2 Zimtstangen
  • Puderzucker zum Bestäuben

Und so wirds gemacht
Alle Zutaten bis und mit Ei mit den Schwingbesen des Handrührgerätes ca. 5 Min. rühren. Alles beigeben, zu einem weichen Teig zusammenfügen, kurz kneten. Zugedeckt ca. 30 Min. kühl stellen.  

Formen: Teig zu einem Viereck von ca. 18 × 24 cm Grösse auswallen. Längs drei verschieden breite Streifen (ca. 7 cm, 6 cm, 5 cm) schneiden. Den untersten Streifen in Dreiecke schneiden. Mit der glatten Tülle eines Spritzsacks Löcher von ca. 12 mm Durchmesser ausstechen. Dreiecke auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Vorgang mit den zwei anderen Streifen wiederholen.

Backen: 12–15 Min. in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens.

Auftürmen: Zuerst die grössten Guetzli, dann die mittleren und am Schluss die kleinsten auf die Zimtstangen türmen. Tännli bestäuben.

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Spiced Chai Latte

Für 4 Tassen von je 3 dl
pro Tasse 111 kcal
Aktive Zeit: 15 Min.
Gesamtzeit: 15 Min.

Das brauchts für 4 Tassen

  • 8 dl Wasser
  • 2 Beutel Schwarztee
  • 3 EL Zucker
  • 1 cm Ingwer, in Scheiben
  • 2 TL Zimt
  • 1 TL Kakaopulver
  • 4 dl Vollmilch

Und so wirds gemacht
Wasser aufkochen, Pfanne von der Platte nehmen. Teebeutel und alle Zutaten bis und mit Kakaopulver beigeben, zugedeckt ca. 10 Min. ziehen lassen, absieben, in die Tassen verteilen. Milch in einer Pfanne erwärmen, mit dem Schwingbesen schaumig rühren. In die Tassen verteilen.

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Text:
Britta Wiegelmann
Foto:
StockFood Mona Binner Photographie, ZVG
Veröffentlicht:
Montag 13.11.2017, 15:57 Uhr

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