«Hex Hex!» 

Reiten Hexen wirklich auf einem Besen? Sind sie böse oder gut? Warum wurden sie verfolgt und hingerichtet? Das Hexenmuseum in Auenstein liefert Antworten.

Wissen Sie, woher der Brauch stammt, dass wir vor dem Trinken die Gläser aneinanderstossen? Nein? Die Erklärung führt uns weg vom Weltlichen. «Früher glaubten die Menschen, dass böse Dämonen über den Mund in den Körper gelangen. Mit dem Geklirr beim Anstossen sollten diese vertrieben werden», weiss Wicca Meier die Antwort.

Auch, warum in ferner Vergangenheit die teuersten Häuser in der Nähe der Kirchen gebaut wurden, ist der Gründerin des bisher einzigen Hexenmuseums in der Schweiz bekannt. Das habe ebenfalls mit Dämonen zu tun. Diese nämlich würden sich am Glockengeläut stören und das Weite suchen. Dies und vieles mehr erfährt man bei einem Besuch des rund 260 Quadratmeter grossen Privatmuseums in Auenstein AG.

Ein dunkles Kapitel

Bei einem Besuch des Hexenmuseums in Auenstein AG begibt man sich auf eine virtuelle Reise durch die Geschichte der Hexerei.

Bei einem Besuch des Hexenmuseums in Auenstein AG begibt man sich auf eine virtuelle Reise durch die Geschichte der Hexerei.
http://www.coopzeitung.ch/_Hex+Hex_ Bei einem Besuch des Hexenmuseums in Auenstein AG begibt man sich auf eine virtuelle Reise durch die Geschichte der Hexerei.

Die acht Haupträume, auf zwei Etagen verteilt, bieten äusserst detailreiche, vielseitige und überraschende Einblicke in die Hexenprozesse in der Schweiz und in Europa sowie den Hexenkult in der Literatur, in Filmen oder Legenden und in der Realität.

Und diese Realität ist ein dunkles Kapitel – auch bei uns. Über 10 000 der Hexerei verdächtigte Menschen wurden in der Schweiz auf Geheiss der Kirche verfolgt und hingerichtet – die Letzte, Anna Göldin, übrigens erst 1782. 60 Prozent waren Frauen und Kinder, 40 Prozent Männer. «Entgegen dem Volksglauben galten oder gelten nicht nur Frauen als Hexen, sondern eben auch Männer und Kinder», erklärt Meier, deren Vorname «Wicca» nichts anderes als «Hexe» bedeutet. Ein Beweis dafür, dass sich schon ihre Eltern wie auch die Grosseltern stark mit diesem Thema auseinandersetzten.

Wichtige Kräuter- und Heilkunde

Das Museum bietet traditionelles Wissen, abstruse Heilmethoden und einen Einblick in die Welt des Aberglaubens und der Magie.

Das Museum bietet traditionelles Wissen, abstruse Heilmethoden und einen Einblick in die Welt des Aberglaubens und der Magie.
http://www.coopzeitung.ch/_Hex+Hex_ Das Museum bietet traditionelles Wissen, abstruse Heilmethoden und einen Einblick in die Welt des Aberglaubens und der Magie.

Doch Wicca Meier ist es wichtig, «dass in unserem Museum nicht nur die Hexenverfolgung thematisiert wird». Dies sei zwar ein wichtiges Thema und solle zu Recht nicht in Vergessenheit geraten, aber «es gibt noch so viel anderes. Auch etliche Sachen mit positivem Charakter».

So erfahren Interessierte in ihrer Ausstellung vieles über den Unterschied zwischen Aber- und Volksglauben, die Geschichte der Magie, das Einmaleins der Hexerei, Amulette und Talismane, Tarot und Chirologie sowie Hexentiere, Spuk und Geisterphänomene. Der Kräuter- und Heilkunde ist ein ganzer Raum gewidmet, den wohl die meisten mit neuen Erkenntnissen verlassen werden. Oder hätten Sie gewusst, dass eine der giftigsten Pflanzen weltweit auch in der Schweiz wächst? Schon mal etwas vom «Gefleckten Schierling» gehört? Achtung! Denn dieser enthält das Nervengift Coniin. Ein «Schierlingsbecher» mit dem lähmenden Saft wurde im Altertum bei Hinrichtungen verabreicht. Das berühmteste Opfer war Sokrates. Es sind Schauergeschichten, die zu einem Hexenmuseum gehören und die man dort auch erwartet.

Wohingegen Wicca Meiers Definition der heutigen Hexen weit entfernt vom knorrnasigen, auf einem Besen daherreitenden alten Weibsstück ist. «Es sind einfach Menschen, die selbstständig denken und handeln wollen, denen ein bewusster Umgang mit der Pflanzenwelt, den Tieren und Menschen am Herzen liegt und die ein gewisses Interesse am alten Wissen aufbringen», erklärt sie und fügt an: «Ein bisschen Hexe sind wir doch alle.»

Coop ist Presenting Sponsor vom Kindermusical «Die kleine Hexe». 

Die Geschichte: Mit 127 Jahren ist die kleine Hexe noch viel zu jung, um mit den «grossen» Hexen auf der Walpurgis-nacht zu tanzen. Dennoch schleicht sie
sich auf den Blocksberg, wird erwischt und muss sich in der Folge als «gute» Hexe bewähren. Doch wie wird man eine «gute» Hexe? Erleben Sie einen musikalischen Besenritt über den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.

Das Musical tourt ab 19. November 2016 zum ersten Mal durch die Deutschschweiz. Hello-Family-Clubmitglieder und Supercard-Inhaber können Tickets zu vergünstigten Preisen (Erwachsene Fr. 6.–, Kinder Fr. 5.– Rabatt) beziehen (Angebot limitiert).

Weitere Informationen unter coop.ch/kleinehexe

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Andreas Eugster

Redaktor

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 07.11.2016, 16:00 Uhr

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