Dieter Meier in seinem Weinkontor in Zürich: Hier taucht man ein in seine Welt.

«Ich mag einfache, aber ehrlich gemachte Weine»

Fleischliebhaber können sich freuen, Dieter Meiers argentinisches Beef erhält eine passende Begleitung: «Loco» – einen eigens für Coop kreierten Wein. Ein Gespräch mit einem Mann, bei dem scheinbar alles Erfolg hat, was er anpackt.

Dieter Meier vorstellen zu wollen, ist nahezu unmöglich – und meist nicht nötig. Wer den 70-jährigen Zürcher nicht als Künstler, Autor, Fleisch- und Weinproduzent oder Gastronom kennt, kennt ihn sicher als Musiker. Mit Yello wurde er in den 80er-Jahren weltberühmt.

Dieter Meier, ich bin etwas überfordert, als was soll ich Sie bezeichnen?
Als Produzenten. Egal, was ich mache, ich produziere: Kunst, Musik, Bücher, Filme, Wein, Beef, Nüsse oder seit Kurzem auch Gin.

Gibt es eigentlich etwas, das Sie nicht können?
Eine gute Frage … Was heisst schon können? Ich arbeite gerne mit Experten zusammen, diese sind die Könner. Wir verwirklichen Ideen und stellen gemeinsam etwas auf die Beine.  

Das klingt nicht so, als würden Sie über die Felder Ihrer Farm in Argentinien reiten und Rinder zusammentreiben?
Fürs Tagesgeschäft bin ich nicht geeignet. Ich bin kein Hobby-Gaucho. In all meinen Betrieben sind Profis am Werk: Önologen, Gastronomen, Viehzüchter ...

Seit Frühling gibt es Ihren «Ojo de Agua»-Gin. Welche Idee verwirklichen Sie im Moment?
Ich arbeite gemeinsam mit Tilo Hühn von der Hochschule in Wädenswil an einer Schokolade, deren Bohnen kalt extrahiert werden.

Wieder ein Produkt der Kategorie «Genüsse des Lebens». Sind Sie ein Genussmensch?
Ich geniesse einfache Dinge:  die Natur, Gespräche mit Menschen, einen Spaziergang hier durch die Stadt. Ich geniesse es, zu leben! «Live is a holiday of being dead», das Leben ist ein Urlaub vom Tod. Genuss ist für mich daher auch nicht gleichzusetzen mit Luxusgütern.

Dieter Meier, wie man ihn kennt: Jacket und Halstuch gelten längst als Markenzeichen.

Dieter Meier, wie man ihn kennt: Jacket und Halstuch gelten längst als Markenzeichen.
Dieter Meier, wie man ihn kennt: Jacket und Halstuch gelten längst als Markenzeichen.

Wobei Sie sich auch diese leisten können …
Schon, aber ich mag einen einfachen, ehrlich gemachten Landwein ebenso sehr wie einen Château Lafite Rothschild – wenn nicht sogar mehr.

Welches ist Ihr persönlicher Weinfavorit?
Argentinien hat unvorstellbare Weine! Ich liebe die Malbecs, Cabernets Sauvignons, Cabernets Francs. Das Land hat unendlich viel Potenzial.

Argentinien verbindet man mit kraftvollen, würzigen Weinen. Was kommt bei Ihnen ins Glas?  
Ich mag schlanke, gut strukturierte Weine mit Eleganz und Frucht. Wichtig ist mir vor allem, dass es ehrliche Produkte sind.

Ehrlich?
Ein Wein braucht Identität, ich mag keine «verkleideten» Weine, die etwas anderes sein wollen, als sie sind. Ein Zürcher Landwein ist ein Zürcher Landwein – und der schmeckt nach einem regnerischen Sommer halt auch mal leicht sauer.

Ihre eigenen Weine, wie auch die meisten anderen Ihrer Produkte, sind biologisch angebaut. Leben Sie diese Philosophie auch im Alltag?
Ja, ich fahre ein Elektromobil und kaufe Bio-Produkte.  Aber ich bin weder Fanatiker noch Missionar.

Mir scheint, was immer Sie anpacken: Sie haben Erfolg. Sind Sie stolz auf sich?
Nein, ich bilde mir nichts ein, auf das, was ich mache. Das meiste ist mir zugefallen. Ich bin nicht der Crack, der alles kann – ich hatte das Glück, die richtigen Leute im richtigen Moment zu treffen.

Sie haben also vor allem das Talent, offen für Menschen und neue Ideen zu sein?
Das ist sicher eine Stärke von mir. Ich bin ein offener Mensch. Das wird bisweilen  ausgenützt, aber seis drum: Ich will mich nicht ändern!

Ihr Vater war erfolgreicher Unternehmer. Mit einem derartigen finanziellen Polster konnten Sie doch gar nicht anders, als Erfolg zu haben?
Doch, das wäre gegangen. Ich habe mehrfach miterlebt, dass ein gutes Polster im Rücken auch behindern kann. Wer nichts tun muss, muss sich auch nichts beweisen.

Wie kommts, das Sie nicht in dieser Falle gelandet sind?
Mein Vater stammte aus einfachsten Verhältnissen, war Zeit seines Lebens ein bescheidener Mensch. Das hat mich geprägt und es waren eigentlich die besten Voraussetzungen für mich. Ausserdem hatte ich das Privileg, dass ich machen durfte, was mir gefiel. Aber auch ich hatte schwierige Zeiten, beispielsweise während meiner Zeit als Spieler.

Bereuen Sie etwas?
Nein, auch die drei Jahre als Spieler gehören dazu.

Eine Frage noch: Wann erscheint Ihr Roman, von dem immer wieder die Rede ist?
Ich kokettiere ganz gerne damit,  doch um ehrlich zu sein: Ich zweifle  daran, dass der  Roman  jemals  fertig  wird. Aber es muss auch nicht immer alles fertig werden.

 

Loco: Ein verrückter Wein 

«Nur ein Verrückter verkauft einen solchen Wein zu einem solchen Preis», sagt Dieter Meier über seine Selection-Dieter-Meier-Weine, die exklusiv bei Coop erhältlich sind. Kreiert wurden die beiden Weine vom Star-Önologen Marcelo Pelleriti in Monteviejo, seinem Weingut 150 Kiolmeter südlich von Mendoza, das man als «Pommerol Argentiniens» bezeichnet. Meier beschreibt den Malbec von Pelleriti als fruchtig-strukturiert, den Blend als leicht und elegant. «Geniessen sollte man die Weine am besten mit Beef, Wild und Lamm», sagt Meier. «Oder auch mit Nüssen und Käse, Oliven und einem Stück Brot.»

Loco Malbec Mendoza
Weingut: Monteviejo
Im Barrique ausgebaut. In der Nase offen mit Noten von Brombeerkonfi-
türe, dunkler Schokolade und Cassis. Dichte vollreife Frucht und weiches Tannin. Fr. 14.80/75 cl.
Loco Blend Mendoza
Weingut: Monteviejo
Aus den Traubensorten Malbec, Cabernet Sauvignon und Merlot. In der Nase offen mit Noten von Cassis, Zwetschgen, Toast und Zedernholz. Vollreife Frucht und feinmaschiges Tannin. Fr. 14.80/75 cl.
Hier können Sie die beiden Weine online kaufen »

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Regula Bättig

Redaktorin

Foto:
Christoph Kaminski, zVg
Veröffentlicht:
Montag 07.12.2015, 00:00 Uhr

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