… behalte zwei! 

Sie repariert mit Leidenschaft und stürzt ins Chaos.

Sybil Schreiber: Unser Ablauf in der Küche grunzt seit einiger Zeit. Heute röchelt er nur noch und scheint den Hals voll zu haben. Nichts geht mehr runter. Das Wasser bleibt, wo es ist: im Becken. Da ich gerade Mittagessen kochen will, was ohne Waschbecken mühsam ist, beschliesse ich anzupacken. Ich hieve den Mülleimer heraus, krieche unters Becken und staune über all die Rohre und Schläuche. Dann hole ich Plastikschüssel, Gummihandschuhe, Taschenlampe, Lappen. Und los gehts. Ich löse Rohre, schrubbe Dreck weg, reinige Dichtungsringe, staubsauge rasch noch in der Ritze zwischen Wand und Müllstation, putze den Boden, hau mir mehrmals den Kopf an und verrenke mir die Schulter beim Herausschrauben des Siphons. Ich denke an unseren Sanitärinstallateur, der das jeden Tag macht. Eine körperliche und geistige Herausforderung. Denn all die Einzelteile müssen ja nachher wieder an den richtigen Ort.

«

All die Rohre, Schläuche und Einzelteile: Ich staune!»

Da stürmen die Kinder aus der Schule herein: «Mama! Puh, hier stinkts!» Statt nach Mittagessen riecht es nach Schlammsuppe. Ich bin momentan Handwerker und für nichts anderes zu gebrauchen. Doch zum Glück spaziert grad Schneider herein, der augenblicklich beginnen kann: als Hausfrau, natürlich.

Steven Schneider: Was für ein Anblick: Schreiber klemmt unterm Waschbecken in der Küche fest, umzingelt von einem Chaos aus seltsamen Rohren und Werkzeugen. Statt Mittagessen auf dem Tisch, Heimwerkstatt am Boden. Ich packe spontan an und wärme Reste für uns auf. Schreiber gibt mir dazu Anweisungen aus der Unterwelt im Befehlston.Als ich alles parat habe und wir endlich essen können, setzt sich Schreiber an den Tisch und schweigt. Sie denkt. Ihr Projekt scheint festzustecken.Kaum sind wir alle satt, schwingt sie sich erneut Richtung Waschbecken. Ich bin beeindruckt, wie sie das macht. Tatkräftig und zielstrebig. Mich persönlich schrecken solche Aktionen eher ab. Nach einer Weile sind alle Rohre eingebaut, Schreiber kriecht unter dem Krisenherd hervor. Ich will ihr gratulieren, als sie mir zwei dünne, schmutzige Gummiringe entgegenstreckt: «Die sind übrig, keine Ahnung, woher die kommen und wohin die müssen!» 

«

‹Die sind übrig›, sagt sie, und hält zwei Gummiringe hoch.»

Ich recherchiere im Internet nach Rohrdichtungen. Vielleicht überschätzt sich meine Hobbyhandwerkerin doch ein wenig. Da ruft sie hektisch: «Das Wasser läuft wieder ab...» «Bravo!» «...aber jetzt direkt auf den Boden!» Nun gut, da muss wohl doch Meister Schneider ran!

(Coopzeitung Nr. 48/2013)

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Montag 02.12.2013, 09:17 Uhr

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