Bio-Landbau: Prima fürs Klima

Text: René Schulte
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Klimaschädlich:
so besser nicht.

Die Landwirtschaft gehört zu den grössten Verursachern von Treibhausgasen. Schweizer Bio-Landbau-Forscher suchen Alternativen. Coop unterstützt sie dabei.

Saftige Wiesen, weidende Kühe, dampfender Mist - wer an einen Bauernhof denkt, denkt an Natur pur. Dabei wissen wir heute: Die globale Landwirtschaft setzt jährlich zwischen 8,5 und 16,5 Milliarden Tonnen klimaschädigende Treibhausgase frei, was 17 bis 32 Prozent aller Emissionen entspricht. Hauptursachen sind der steigende Einsatz von synthetischem Stickstoffdünger und die zunehmende Nutztierhaltung, für deren Futterbedarf Tropenwälder gerodet werden. Zu diesem Schluss kommt der Greenpeace-Report «Cool Farming» von 2008.
Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick AG sucht schon seit Jahren intensiv nach Problemlösungen. Zum Beispiel im Versuchsprojekt «Klimaneutraler Acker- und Gemüsebau», das zum Grossteil über den Coop Fonds für Nachhaltigkeit finanziert wird. Es zeigt unter anderem, wie Landwirte mit pflugloser Bodenbearbeitung und mit stickstofffixierenden Pflanzen ihren Energiebedarf und CO2-Ausstoss deutlich senken und gleichzeitig die Erträge steigern können.

1. Bodenerosion vermeiden

Humusreiche Böden sind natürliche Kohlenstoffspeicher. Wind und Wetter ausgesetzt, können sie erodieren und fruchtbare Erde geht verloren. Zudem werden Nährstoffe ausgewaschen, welche die Gewässer belasten. Anfällig für Erosion sind brachliegende Felder und Ackerflächen in Hanglagen. Die Lösung: Auf Zwischenfruchtbau und Schutzbepflanzung setzen, Ackerflächen in Hanglagen in Grasland umwandeln oder mit Bäumen bepflanzen.

2. Keine Monokulturen

In der Schweiz bringt der Klimawandel vermehrt heisse Sommer und heftige Niederschläge. Um das Risiko von Ernteverlusten zu verringern, ist es sinnvoll, diverse, an das Klima angepasste Kulturen anzubauen. Robuste Sorten, die Trockenheit, Hitze, Überflutung, Krankheiten und Schädlinge aushalten, sorgen für stabile Erträge.

3. Pflanzen statt Umwelt düngen

Stickstoffhaltige Dünger wie Mineraldünger (anorganisch) oder Gülle und Mist (organisch) erhöhen zwar die Erträge, verursachen aber auch Lachgas-Emis-sionen. Lachgas ist bis zu 300-mal klimaschädlicher als CO2. Ebenfalls problematisch: Ammoniak. Die undosierte, unkontrollierte Düngung (etwa mit Güllewerfern) belastet Luft und Wasser. Ein Schleppschlauchverteiler hingegen platziert den Dünger dort, wo er hingehört.

4. Futter von hier schont Klima und Tropenwälder

Soja ist eine wichtige Futterpflanze - und ein Tropenwaldkiller. Je mehr Fleisch wir essen, desto mehr Tiere werden gehalten, desto mehr Soja-Anbauflächen braucht es. Gemäss WWF Schweiz werden dafür weltweit jährlich 1,7 Millionen Hektar Tropenwälder gerodet, was das Klima weiter anheizt. Deshalb: Futterpflanzen wie Klee und Gras selbst anbauen, statt aus Übersee zu importieren.

5. Nur so viele Tiere halten, wie der Betrieb zulässt

Die Fleisch- und Milchproduktion braucht 10- bis 20-mal mehr Energie als die Pflanzenproduktion. Pro Kilo Rindfleisch werden etwa 13 Kilo an Treibhausgasen freigesetzt. Deshalb sollten Bauern nur so viele Tiere halten, wie ihre Betriebsfläche zulässt. Auch um den dabei entstehenden Hofdünger effizient nutzen zu können.

6. Güllelager zudecken

60 Prozent des globalen Methanausstosses sind auf die Verdauung von Wiederkäuern und die Lagerung von Hofdünger zurückzuführen. Methan ist bis zu 30-mal stärker als CO2. Güllelager sollten deshalb kalt, im Boden eingelassen und zugedeckt sein. Letzteres gilt auch für Miststöcke, da Regen sonst die Nährstoffe auswäscht und in die Umwelt spült. Übrigens: Methan kann gesammelt und als klimaneutrales Biogas verwendet werden.

7. Solaranlagen montieren

Dächer von Hofgebäuden sind oft grossflächig und eignen sich für Solarpanels. Damit kann sauberer Strom erzeugt werden.

8. Gründünger statt Kunstdünger

Die Herstellung von synthetischem Stickstoffdünger ist energieintensiv und mit klimarelevanten Emissionen verbunden: Ein Kilo Stickstoff belastet die Atmosphäre mit etwa zehn Kilo CO2-Äquivalenten (Treibhausgase). Eine natürliche Alternative ist das Anpflanzen von Klee, Bohnen, Erbsen und anderen sogenannten Leguminosen, die in Verbindung mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft fixieren und in Dünger umwandeln können. Ein Hektar Leguminosen bindet bis zu 300 Kilogramm Stickstoff.

9. Weniger bis gar nicht pflügen

Um einen Hektar Ackerland zu pflügen, verbraucht ein Traktor etwa 40 Liter Diesel. Werden für die Bodenbearbeitung flacher arbeitende Geräte eingesetzt, ist es nur die Hälfte. Zugleich schont manso die Bodenstruktur und das Bodenleben (Regenwürmer, nützliche Wurzelpilze etc.). Wird ein Acker nicht gepflügt, reichert der Boden Humus an und kann laut FiBL pro Jahr und Hektar etwa3,7 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen.

Leser-Kommentare (1).

hofner b, 14. September 2009, \ 21:52 Uhr bio-landbau d-kurs

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hofner b, 14. September 2009, \ 21:52 Uhr bio-landbau d-kurs
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