Die Weltausstellung 2010 in Shanghai steht unter dem Motto «Better City, Better Life». Die Schweiz präsentiert sich mit einem spielerischen Pavillon.
Die Sympathie ist gegenseitig: Während die Schweizer Unternehmer immer regeres Interesse am chinesischen Markt entwickeln, zeigen auch die Chinesen Interesse an der Schweiz, die in ihrem Reich etwa 230 Mal Platz fände. 2009 nahm die Zahl chinesischer Gäste laut Schweiz Tourismus um stolze 34 Prozent zu. Die chinesisch-schweizerischen Beziehungen bestehen auf diplomatischer Ebene seit 60 Jahren. Aber sie gehen heute viel weiter.
Das zeigt unter anderem das Schweizer Projekt für die Weltausstellung in Shanghai, die am 1. Mai 2010 beginnt. Für ihre Installation hat die Schweiz auf dem Expo-Areal (das sich zu beiden Seiten des Flusses Huangpu über vier Quadratkilometer erstreckt) einen erstklassigen Platz erhalten. «Unser Pavillon steht direkt an der Brücke, die den Fluss überspannt», erklärt Xenia Schlegel von Präsenz Schweiz in Bern. Diese Brücke bildet den Zugang zum Gelände. «Die erwarteten 80 Millionen Besucher, davon 98 Prozent Chinesen, werden ihn bei der Ankunft sogleich sehen.» Ein Coup, wenn man bedenkt, dass 187 Länder ausstellen.
Das Team von Präsenz Schweiz, das für den Unterhalt des Pavillons zuständig ist, rechnet mit etwa 2,5 Millionen Besuchern - eine logistische und kulturelle Herausforderung. Laut Umfragen verbinden Chinesen mit der Schweiz vor allem Klischeevorstellungen wie Uhren, Berge und Schokolade. Unser Know-how, beispielsweise auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung, sei dagegen weitgehend unbekannt, sagt Xenia Schlegel.
Bei der Gestaltung des Pavillons wählte die Schweiz einen eigenen Weg. «Wir wollten nicht einfach Kli-schees präsentieren, sondern einen echten Erfahrungsaustausch ermög-lichen», sagt Xenia Schlegel. Statt wie die meisten anderen Länder technologische Innovationen zu präsentieren, setzt das Schweizer Projekt der Arbeitsgemeinschaft «Buchner & Bründler» und «element GmbH» spielerische Akzente. Im Vordergrund stehen die Themen Luftqualität, nachhaltiges Bauen, öffentliche Verkehrsmittel und Wasserqualität.
«Wir stellen keine Lösungen bereit, indem wir mit dem Finger auf die Probleme zeigen», analysiert Andreas Hunkeler, der Basler Szenograf des Pavillons. «Vielmehr zeigen wir, wie es der Schweiz gelingt, in städtischen und ländlichen Kreisen harmonisch zusammenzuleben.»
Um Missverständnisse zu vermeiden, wurde die Bildsprache des Pavillons der chinesischen Symbolik angepasst: mit den Prinzipien des Yin und Yang, der Farbe Rot sowie den Ellipsen, die an die Zahl 8 (Chance) erinnern. Die Form des Pavillons ist eine imaginäre geografische Karte der Schweiz, das heisst: «Unsere Lösungen können überall umgesetzt werden, es braucht nur etwas guten Willen. Und freundschaftliche Beziehungen - nicht nur zur Schweiz, sondern zur Welt», sagt Hunkeler.










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