Chefredaktor-Blog

1 Juni 2010

Coopzeitung lanciert digitales Magazin für Apples iPad

Kategorien: Medien

Ab heute gibt's die Coopzeitung als digitales Magazin für Apples iPad. Genauer: Die Coopzeitung hat ein Kochmagazin für den iPad kreiert. "Coopzeitung essen&trinken" bringt jede Woche die Foodgeschichten aus der Coopzeitung ergänzt um Rezepte und Tipps in digitaler Qualität auf Aples iPad.

So weit, so gut. Kreiert haben wir das digitale Magazin mit der neusten Version von Woodwing, unserem Redaktionssystem. Die Magazinseiten für das iPad werden also nicht von irgend einer Agentur hergestellt, sondern von unseren Layoutern kreiert. Die Technik hat unser Integrationspartner A&F bereit gestellt. Technisch handelt es sich um dieselbe Lösung, mit der auch das Time Magazine arbeitet.

Konkret funktioniert das so, dass wir eine Shelf-App generiert haben, eine Art elektronisches Büchergestell. Die Leser laden diese (kostenlose) Shelf-App über den Apple-Store herunter auf ihr iPad. In der Shelf-App erscheinen automatisch die digitalen Magazine, die wir veröffentlichen. Im Moment ist das "Coopzeitung essen&trinken", es ist durchaus vorstellbar, dass wir später auch andere digitale Magazine veröffentlichen.

Das attraktive an dieser Woodwing-Lösung für uns ist, dass die digitalen Magazine mit denselben Arbeitsinstrumenten kreiert werden wie die Zeitung. Das Layout des Magazins sieht denn auch (Schriften, Stile, Farben etc.) genau so aus wie das Layout der Zeitung. Bloss sind in der digitalen Version nicht nur Texte und Bilder eingebettet, sondern auch Slideshows, Videos und ein paar Spezialeffekte. Auch diese interaktiven Zusatzinhalte lassen sich im Layout mit ein paar Mausklicks einbetten. Das digitale Magazin entsteht deshalb in demselben Workflow wie die Zeitung: Journalisten und Layouter bestimmen die Inhalte; es sind keine Umwege über Techniker oder Agenturen notwendig.

Verglichen mit der Printausgabe unserer Zeitung mit über 2,5 Millionen Leserinnen und Lesern allein auf Deutsch erscheint das digitale Magazin in einem sehr kleinen Leserkreis. Noch spielt das aber keine Rolle: In einer ersten Phase betrachten wir das neue Medium vor allem als Lernobjekt. Weil unsere Leute die Inhalt selbst kreieren, lernen sie auch, wie man Zeitungsinhalte digitalisiert, wie man eine Geschichte auf Bildschirmen statt auf Zeitungsseiten erzählt und wie man die Geschichte interaktiviert. Im Moment ist das digitale Magazin vor allem ein Lernstück.

Uns ist auch klar, dass wir damit keine Revolution anzetteln. Ich glaube aber, dass Apple mit dem iPad gerade für Medienhäuser eine sehr interessante Türe in die digitale Welt aufgestossen hat. Mit unserem digitalen Magazinmöchten wir in diese neue Welt vorstossen und sie, gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern, erkunden.
Noch funktioniert nicht alles, noch schöpfen wir viele Möglichkeiten nicht aus. Seis drum: Wir lernen. Das ist im Moment die Hauptsache.

Übrigens: Die Shelf-App hängt derzeit noch im Approval-Prozess von Apple fest. Die Coopzeitung ist die Zeitung mit der grössten Auflage in der Schweiz - trotzdem müssen wir brav hinten anstehen bei Apple, wir wissen nicht, wann die App freigegeben wird. Das ist umso erstaunlicher, als es sich um ein leeres, elektronisches Büchergestell handelt, das baugleich von Time Inc. genutzt wird. Wir können nichts machen: Wir beissen in die Tischkante und warten.

 

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Erstellt um 09:16 | Kommentare (0) | Drucken

5 Mai 2010

Geling-Garantie fürs Leben

Kategorien: Tagebuch

Ein gut eingerichteter Hobbykeller (Seite 54 der Coopzeitung No. 18) ist ein Traum: Jedes Ding hat seinen Platz. Schraubenzieher und Zangen sind der Grösse nach geordnet, jede Schraube liegt im richtigen Fach. Klar, dass es sich in so einem Hobbykeller wunderbar basteln lässt. So, wie sich in einer gut aufgeräumten Küche gut kochen lässt. Solche Räume sind aber mehr als das: Ein Gestell mit nach der Grösse sortierten Zangen oder Kochtöpfen gibt ein Gefühl von Sicherheit durch Ordnung. In der Welt draussen sind die Dinge meist nicht so gut sortiert. Auch die Ziele sind nicht ganz so klar wie in Hobbykeller und
Küche. Und für das Leben gibt es keine Bauanleitungen. Und schon gar keine Geling-Garantie. Vielleicht ist das der tiefere Grund, warum uns aufgeräumte Hobbyräume so ansprechen: Wenn die Zangen der Grösse nach geordnet sind, können wir dem Leben eine Geling-Garantie abluchsen. Wenigstens fürs Hobby. Vielleicht ist das aber auch ein Irrtum. Vielleicht ist der eigentliche Geling-Grund im Hobbykeller die Freude, mit der wir werkeln. Dann wäre die Geling-Garantie fürs Leben nicht die Ordnung an der Wand, sondern die Freude, die wir dabei empfinden. Es läge also nicht an der Welt, sondern an uns. Oder?

Erstellt um 13:04 | Kommentare (2) | Drucken

21 April 2010

iPad ausprobiert

Ha!

Ich hatte es in den Händen. Eine Stunde lang. Und wollte es nimmer hergeben.

Eigentlich peinlich. Dass eine Gruppe ausgewachsener Männer über so einem Teil aus Aluminium und Plastik dermasen ins Schwärmen geraten kann.

Deshalb etwas sachlicher: Es ist wirklich so gut, wie man liest. Besonders gut gefallen hat mir die Time-App: Das Time-Magazine hat auf innovative Art die Zeitung auf den Bildschirm gebracht. Schönstes Beispiel ist die Rubrik "10 Questions". Hält man das iPad senkrecht, ist es eine Zeitungsseite auf weiss mit Bild, dreht man es, ändert die Seite ihre Farbe in schwarz und es wird das Video zur Rubrik eingeblendet.

Wunderschön gemacht sind die Basics des iPads. Die Agenda zum Beispiel: So schön wie eine edle Papieragenda, so interaktiv wie iCal. Oder Maps: So schnell bin ich noch nie auf einer Google-Map herumgesurft. Eindrücklich! Schön gemacht auch die Kindle-App: Trotz Hintergrundbeleuchtung ist das Bücherlesen angenehm.

Eines ist aber sicher: Es genügt nicht, den bestehenden Content einfach neu abzufüllen für das iPad. gefragt sind nützliche Anwendungen, Inhalte, die dem Anwender nützen. Das können kleine Dinge sein wie das ins Interview eingebettete Video, aber die Inhalte müssen mehr Wert bieten.

 

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Erstellt um 17:58 | Kommentare (0) | Drucken

20 April 2010

Für die Welt der Jungen

Kategorien: Editorial

Für die aktuelle Ausgabe der Coopzeitung haben wir die sechs Präsidenten der wichtigsten Parteien zu ihrem persönlichen Umweltengagement befragt. Dabei fällt auf: Es sind alles Männer - und, mit Verlaub, nicht gerade die ju?ngsten. Das kann doch nicht sein, haben wir uns gesagt, und eine junge Frau gesucht, die uns die Fragen ebenfalls beantwortet. Gefunden haben wir sie in der Person von Brenda Mäder (23), Präsidentin der Jungfreisinnigen Schweiz - notabene der einzigen "Alleinpräsidentin" einer grösseren Schweizer Partei. Ihre Antworten sind interessant - und offenbaren einen ganz wichtigen Aspekt: Gerade in Umweltfragen sind junge Menschen besonders gefragt. Es geht um die Zukunft der Welt, in der sie leben werden. Fu?r einen 60-jährigen Politiker präsentieren sich Schlu?sselfragen schon deshalb anders als fu?r eine 23-jährige Frau. Es ist bemerkenswert, dass Brenda Mäder als Einzige die Zersiedelung thematisiert. Die schöne Landschaft sei unsere einzige natu?rliche Ressource - ihr gelte es Sorge zu tragen, indem stärker verdichtet und mehr in den Städten gebaut wird. Kein Zweifel: Die Herren Parteipräsidenten tun gut daran, jungen Frauen in ihren Parteien Platz einzuräumen. Und zwar nicht im Sekretariat, sondern auf dem Podium. Zugunsten der Welt, in der die Jungen noch viel länger leben werden.

Für das Bild mit Brenda Mäder haben wir uns übrigens öffentlicher Verkehrsmittel bedient: Wir sind gefühlte 100 Mal mit dem Polybähnli vom Central zur ETH-Terrasse und wieder zurück gefahren.

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Erstellt um 08:23 | Kommentare (1) | Drucken

5 April 2010

Es lebe der Röstigraben

Kategorien: Editorial

Mein Lieblings-Sketch von Marie-Thérèse Porchet ist die Geografie-Lektion (siehe unten): In ein paar Minuten erklärt sie (oder er) die Geografie der Schweiz und macht sich dabei schwer über uns "Bourbines" lustig. Ein Bourbine ist ein Schweizer, der auf der falschen Seite des Röstigrabens geboren ist – ein Deutschschweizer also. Der Sketch legt die Eigenheiten der Schweizer gnadenlos bloss – nicht nur die der Deutschschweizer, auch die der Romands. Und die Unterschiede zwischen beiden. Denn auch wenn Politiker uns immer wieder mal weismachen wollen, der Röstigraben sei keiner – es gibt grosse Unterschiede zwischen den Welchen und uns Bourbines. Und das ist gut so. Diese Unterschiede sind bereichernd und interessant, sie machen die Schweiz aus. Der Röstigraben ist deshalb kein Makel, sondern eine Auszeichnung. So, wie der Läckerligraben, der Polentagraben und der Schüblig-Wall. Wichtig ist bloss, dass wir zusammen über die Unterschiede lachen können. Nichts verbindet mehr als gemeinsames Lachen. Marie-Thérèse Porchet ist deshalb nicht nur eine höchst schweizerische Figur, sondern auch höchst patriotisch. Vive le Röstigraben, vive la différance!

Erstellt um 20:56 | Kommentare (0) | Drucken

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