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Freerider am Gemsstock, Abfahrt Obere Geissberge, ein coupiertes, abwechslungsreiches Freeride-Terrain.

Freeriden: Skifahren jenseits der Massen

Haben Sie genug von Pisten, die sich wie Autobahnen dahinziehen? Lernen Sie mit der Coopzeitung die Schönheit des Freeridens kennen.

Hochgefühl pur: Freeride-Spass vom Feinsten.

Hochgefühl pur: Freeride-Spass vom Feinsten.
Hochgefühl pur: Freeride-Spass vom Feinsten.

Langsam gehts aufwärts. Noch verfolgt uns Skilift-Musik aus scheppernden Lautsprechern. Kontinuierlich wird das Scheppern durch das leise Singen des Windes abgelöst, der sich an den Felsen reibt und Schritt für Schritt tut sich eine völlig neue Welt auf: Ein Märchen in Weiss mit tausend Bergspitzen, mit sanften und steilen Hängen, in denen wir unseren eigenen Weg suchen und nicht auf Pisten angewiesen sind. Die Stille dröhnt in den Ohren, oder ist es der eigene Herzschlag?

Freeride-Gruppe im Aufstieg im Gebiet Disentis: Der Lohn danach ist die Abfahrt durchs Val Stream, ein Klassiker mit zahlreichen Varianten.

Freeride-Gruppe im Aufstieg im Gebiet Disentis: Der Lohn danach ist die Abfahrt durchs Val Stream, ein Klassiker mit zahlreichen Varianten.
Freeride-Gruppe im Aufstieg im Gebiet Disentis: Der Lohn danach ist die Abfahrt durchs Val Stream, ein Klassiker mit zahlreichen Varianten.

«Diese Unberührtheit, dieses Gefühl der Ruhe ist einer der Gründe, warum ich das Freeriden lernen will», sagt Karl. «Ich habe es einfach satt, auf planierten Autobahnen he-rumzurutschen, das habe ich jetzt 30 Jahre lang gemacht.» Es ist eine bunte Truppe, die sich hoch über Andermatt dem «Giraff», einer berühmten Freeride-Abfahrt entgegen bewegt. Die einen zählen kaum 20, die anderen eben schon 50 Jahre – doch vor den unberührten Hängen sind alle gleich. Alle sind Anfänger und alle tasten sich an einen für sie neuen Sport heran. Damit dieser Kurs nicht mit hohen Kosten verbunden ist, werden Skis und weiteres Material grösstenteils gratis zur Verfügung gestellt. Schon am ersten Tag hatte es sich gezeigt, das Freeriden kein Ringelreihen ist. Anstatt sich ungestüm auf jungfräuliche Hänge zu stürzen, üben zuerst alle mit Lawinenverschütteten-Suchgerät, Sondierstangen und Schneeschaufeln. Jean-Pierre, der Guide der Bergschule Uri, vermittelt unabdingbares Wissen, fragt nach und korrigiert. Diese Therorieblocks werden während der ganzen Ausbildung immer wieder in die Praxis eingestreut.

Such- und Rettungsübung im Gelände: Suche mit Lawinenverschütteten-Suchgerät und Sonde und Üben der Schaufeltechnik.

Such- und Rettungsübung im Gelände: Suche mit Lawinenverschütteten-Suchgerät und Sonde und Üben der Schaufeltechnik.
Such- und Rettungsübung im Gelände: Suche mit Lawinenverschütteten-Suchgerät und Sonde und Üben der Schaufeltechnik.

Doch weil alle Theorie grau ist und weil die Hänge warten, geht es an die Abfahrt. Bevor wir losfahren, sucht sich jeder Rider seine Linie. Diese wird vom Bergführer auf Sicherheit und Fahrspass überprüft. Wenns passt, dann gibts ein «Go», wenn nicht, muss der Fahrer nochmals über die Bücher. Und dann ist es so weit – der erste Ride, unbeschreiblich schön. Jeder zieht seine Spur, hat seinen eigenen Speed, spürt das Freeride-Glücksgefühl: Bei mir bestehts aus einem Beben in der Herzgegend, aus 1001 Schmetterlingen im Bauch und gleichzeitig aus einer tiefen Klarheit im Kopf. Ein Blick in die Augen von Karl, Christina und den weiteren Kursteilnehmern zeigt, dass es ihnen ähnlich geht. Und das ist erst der Anfang, doch für den ersten Tag reichts. Die einen bringen ihren Glückshormonpegel beim Après-Ski und beim Erfahrungsaustausch auf den Normalpegel zurück, die anderen geben der wohligen Müdigkeit nach.

Vor der Abfahrt wird eine sichere Linie gesucht und festgelegt.

Vor der Abfahrt wird eine sichere Linie gesucht und festgelegt.
Vor der Abfahrt wird eine sichere Linie gesucht und festgelegt.

Am nächsten Tag zeigt es sich, dass wir alle noch viel zu lernen haben. Jean-Pierre deutet auf Hänge, die gleissend in der Sonne liegen. Wunderschön – leider zu schön, um wahr zu sein. Zu unbefestigt ist die Schneedecke, zu steil der Hang, zu intensiv die Sonneneinstrahlung. Doch das sehen wir alle nicht – ausser Jean-Pierre natürlich. Im Laufe des Kurses dämmert es uns, dass Freeriden auch etwas mit Verantwortung zu tun hat. Auch gegenüber den Wildtieren und ihren Schonräumen. Zwischen Aufstiegen, Abfahrten und Wissensvermittlung vergeht die Zeit wie im Flug. Der eine erhält einige Spezialtipps fürs Tiefschneefahren, andere haben Fragen zum Lawinenbulletin. Aber alle lernen, wie man Wissen, Intuition, Erfahrung, Respekt und Können miteinander verbindet. Abfahrt folgt auf Abfahrt, das Gefühl für Ski, Hang und Schnee wächst, die anfängliche Angst macht dem puren Vergnügen Platz. Wer nach einem solchen Kurs heimgeht, weiss, wie er eine sichere Linie fährt, wo die schönsten Hänge sind und auch, wo er passen muss. Und die meisten nehmen noch etwas ganz anderes mit nach Hause: eine grosse Portion Selbstbewusstsein.

 

Unsere Freeride-Angebote sind für diese Saison vorbei, eine Buchung ist darum leider nicht mehr möglich.

Zum Reiseprogramm

Die Bergschule Uri führt in diesem Winter in Zinal VS, Disentis GR, Andermatt UR und Lötschental VS Freeride Education Camps für Anfänger (Basic) und Fortgeschrittene (Advanced) durch. Die Miete für das allermeiste Material ist gratis! Der Kurs ist für Skifahrer, Snowboarder und Telemarkfahrer geeignet.

1. Tag
Individuelle Anreise, Informationen, Materialergänzungen/-abgabe. Neben zahlreichen praxisnahen und lehrreichen Inputs durch den Bergführer werden wir auch tolle Abfahrten unternehmen. Nach
einem informativen Tag neben der Piste steht noch ein Theorieblock vor dem Nachtessen auf dem Programm.

2. Tag
Um einige Erfahrungen, um einiges Wissen reicher, werden Sie am heutigen zweiten Tag die Verhältnisse bereits mit anderen Augen beurteilen können. Es ist an Ihnen, Entscheidungen
zu treffen, das Risiko abzuschätzen. Gut, dass der Bergführer nach wie vor sein Veto einlegen kann. Dass dabei der Freeride-spass nicht zu kurz kommen wird, versteht sich von selbst.

3. Tag
Heute werden wir das Gelernte eins zu eins im Gelände umsetzen. Die besten Rides des Gebiets warten auf uns.

Die Coopzeitung vertraut bei der Durchführung von Outdoor-Aktivitäten seit vielen Jahren auf die Bergschule Uri.

 

Unsere Freeride-Angebote sind für diese Saison, vorbei eine Buchung ist darum leider nicht mehr möglich.

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Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Christian Perret / ZVG
Veröffentlicht:
Montag 05.12.2011, 14:38 Uhr

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