Gartenblog mit Sabine Reber

Sabine Reber
schreibt am 17.04.2015


Goldlack

Der Goldlack ist viel zu wenig bekannt. Dabei ist er so ein dankbarer Frühlingsblüher! Meine dunkelrote Sorte habe ich vor zwei Jahren vor die Mauer gepflanzt, und er kommt jedes Jahr wiede, und versamt sich auch etwas. Es gibt auch gelbe, zitronengelbe und orange Sorten. Eine wirklich hübsche an sich zweijährige Pflanze, die aber am Fuss einer wärmenden Mauer mehrjährig ist. Das heisst, ihr könnt jetzt zwei, drei junge, blühende Pflänzchen kaufen (ihr findet sie bei den Zierpflanzen), und wenn es ihnen passt, dann habt ihr fortan immer etwas Goldlack im Garten. Ich mag die dunkelrote Farbe vor der hellen Steinmauer. Aber je nach Standort sieht es auch gut aus, wenn sich die verschiedenen Farben mischen. Also, das wäre doch ein Projekt für das wohl verregnete kommende Wochenende: etwas Goldlack pflanzen!


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Sabine Reber
schreibt am 14.04.2015


Setzlinge pflanzen

Nun ist der Boden schön warm, und das Wetter ist ja mehr als perfekt. Warum also nicht ein paar Gemüsesetzlinge pflanzen? Einfacher könnt ihr nicht in die Gartensaison starten. Ich hab schon mal ein paar sehr schöne farbige Krautstiele gepflanzt, die sind äusserst pflegeleicht und dankbar. Die roten und gelben Sorten sind zudem so schön, das ihr sie gut auch auf dem Balkon oder im Blumenbeet integrieren könnt. Einfach ein paar Blumen wie Hornveilchen oder Bellis dazu, dann sieht das gleich sehr hübsch aus. Bei mir im Atelier ist das Gärtchen so geschützt, dass ich auch schon Basilikum gepflanzt habe. Der Basilikum verträgt aber keine kalten Nächte. Falls eure Beete etwas exponierter liegen, solltet ihr den Basilikum in Töpfe pflanzen, und ihn nachts noch hereinnehmen, falls der Wetterbericht kalt meldet. Andere dankbare Setzlinge sind Kohlrabi, Fenchel, und auch Salate könnt ihr jetzt schon setzen. Da müsst ihr aber mit den Schnecken aufpassen, die freuen sich immer ganz besonders über die ersten zarten Salatblätter. Ich pflanze Salatsetzlinge nur auf den Hochbeetchen, wo ich so gut wie keine Schnecken habe. Im Garten draussen wäre es aber verlorene Müh. Wenn ihr viele Schnecken habt, dann pflanzt den Salat am besten gleich in Kistchen auf dem Balkon. Dann sollte nicht schief gehen. Gut pflanzen und viel Spass, geniesst die Frühlingstage!


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Sabine Reber
schreibt am 08.04.2015


Das Bananenwunder

Nicht alles, was jetzt im Frühling braun und tot aussieht, ist auch wirklich tot. Oft lohnt es sich, bei kritischen Patienten noch ein paar Wochen zu warten, bevor man sie in die Grüntonne schmeisst. So wie bei dieser Banane hier, die ich im Gewächshaus mehr schlecht denn recht überwintert habe. Eigentlich wollte ich sie schon wegwerfen, da der obere Teil arg matschig aussieht, und matschig ist im Allgeheimen eher schlecht bei Pflanzen. Aber wie ich die Banane schon rausreissen wollte, habe ich erst das kleine grüne Blättchen gesehen, das aus dem Wurzelstrunk nun herausspriesst. Oh ja, die Banane lebt noch! Und sie kriegt natürlich ihre Chance. Ich bin gespannt, wie viel Kraft in dem halb verfrorenen Strunk tatsächlich noch drinsteckt. Uebrigens gilt das auch für Oleander, Olivenbäumchen und viele andere mediterrane Kübelpflanzen: Oft sehen sie erfroren aus, und es dauert mitunter recht lange, bis sie nochmals austreiben. Bei Oliven hab ich schon Fälle gesehen, bei denen grössere Bäume sogar erst ein Jahr später wieder ausgetrieben haben. Nebst der Banane hab ich bei mir auch noch einen anderen Patienten, einen jungen Feigenbaum, der erst schwach bewurzelt war und der un auf den ersten Blick mehr als tot aussieht. Ich hab aber einen Zweig angeschnitten, und siehe da, es war noch Saft drin. Also gilt es, einfach mal abzuwarten. Und gestern ist mir noch ein grösserer Feigenbaum zugeflogen, den auch jemand zu früh abgeschrieben hat. Das heisst, er lag in der Grünmulde in Twann. Merci vielmal, wem auch immer. Der ist definitiv noch lebendig! Ich hab ihn gepflanzt und ihm gut Wasser gegeben, und er sieht heute schon viel besser aus als gestern, und ich bin absolut sicher, dass er sich prächtig machen wird, denn bei mir bekommt er ein schönes Plätzchen an der Sonne!


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Sabine Reber
schreibt am 27.03.2015


Feder- und Palmkohl

Sowohl vom schwarzen Palmkohl (Cavolo nero di Toscana) wie vom roten Federkohl (auf dem Bild in der Mühle Tiefenbrunnen in Zürich) ist jetzt noch recht viel übrig. Immer nur gekochten Kohl essen ist aber doch etwas langweilig. Und als Kohlmus, wie die Norddeutschen es mögen, ist mir der Federkohl nun auch langsam verleidet. Umso mehr freue ich mich über das Rezept im neuen Kräuter-Kochbuch von Tanja Gradits: Palmkohl-Chips mit Algen und Estragonsalz. Da ich grad weder Algen noch Estragonsalz habe, frittiere ich einfach so ein paar Blätter von meinem Palmkohl in Olivenöl, und streue etwas Meersalz drüber. Der Trick, um die Blätter knusprig zu backen, geht so: Die Kohlblätter in einer grossen Schüssel gut mit Oel mischen, etwas Salz beimischen, dann die Blätter auf einem Blech mit Backpapier auslegen, im 160 Grad heissen Backofen 12-15 Minuten rösten. So einfach ist das! Danke Tanja für den Tipp! Und jetzt das Gleiche nochmals, aber mit dem roten Federkohl. Und dann frittieren wir doch gleich noch dieses und jenes, was jetzt so zu spriessen beginnt, Brennesseltriebe oder Gierschblätter, ab in den Ofen damit!


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Sabine Reber
schreibt am 20.03.2015


Rhabarbern und Meerkohl

Wenn ihr zarte, lange, bleiche Rhabarberstängel wollt, dann könnt ihr die Rhabarberstöcke nun mit einem Eimer abdecken, sobald sich die ersten Triebe zeigen. Es gibt auch spezielle Rhabarbertöpfe aus Terracotta mit einem Tellerdeckel obendrauf. In englischen Gartenbücher seht ihr die oft auf den Fotos der grossen Küchengärten. Hier sind sie aber schwierig zu bekommen. Was ihr auch verwenden könnt: ein Kaminrohr aus Ton, und dann einfach einen Teller drauflegen, oder sonst ein grosses, stabiles Rohr. Aber auch ein alter Eimer erfüllt den Zweck. Hauptsache, die jungen Triebe werden durch die zusätzliche Wärme und die Dunkelheit forciert. Besonders gut sind schwarze Eimer, weil sie sich an der Sonne erhitzen. Wenn ihr das Glück habt, ihn eurem Garten auch Meerkohl (Crambe maritima) zu kultivieren, dann macht ihr mit dem Meerkohl genau das gleiche. Die Stängel schmecken viel, viel besser, wenn sie gebleicht sind!


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