Gartenblog mit Sabine Reber

Sabine Reber
schreibt am 05.03.2015


Mugifumi

Eigentlich haben wir das doch schon immer vermutet: Pflanzen wachsen besser, wenn wir sie berühren. Inzwischen ist das auch wissenschaftlich bewiesen worden. So wachsen zum Beispiel Salatsetzlinge im Gewächshaus kräftiger, wenn wir sie streicheln. Ich mache das auch bei meinen Setzlingen, die ich derzeit im Wohnzimmer habe mangels Gewächshaus. Es ist eigentlich ganz logisch: wenn sie draussen wachsen würden, dann würde der Wind sie bewegen, und sie würden dadurch robuster. Da wir drinnen aber keinen Wind haben, werden sie eben von Hand gestreichelt. Die Japaner wissen das auch schon lange, und in der traditionellen Landwirtschaft gibt es in Japan das sogenannte Mugifumi, das Getreidetreten. Bereits im Mittelalter wurde in einem japanischen Handbuch für die Bauern dazu geraten, Kinder über die Felder mit keimenden Pflanzen zu schicken, damit sie darauf herumtreten. Heutzutage werden in Japan Traktoren mit speziellen Rollen über die Felder gezogen, um die keimenden Pflanzen zu stimulieren. Aber eben, daheim geht das ganz gut, wenn wir die Setzlinge einfach mit der Hand streicheln, darauf herumtreten wäre etwas übertrieben. 


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Sabine Reber
schreibt am 25.02.2015


Schneeglöckchen und Primeln

An den ersten Blümchen hab ich noch jedes Jahr die grösste Freude. Und nun sind sie schon da: In Biel blühen sie zu Hunderten, die Schneeglöckchen! Und das beste daran, man muss ja gar nichts machen, es ist so ein dankbares Pflänzen. Einfach in Ruhe lassen, sie wachsen ganz von selber. Falls ihr noch keine Schneeglöckchen im Garten oder bei euch auf dem Balkon haben solltet, dann kauft nun welche in der Blüte. Die fassen nämlich am besten Fuss. Wenn sie verblüht sind, einfach machen lassen, dann versamen sie sich und bilden auch Brutknollen, und mit den Jahren habt ihr dann einen dichten Teppich davon. Wenn ihr sie auf dem Balkon zieht, dann am besten in einen grösseren Kübel pflanzen, zum Beispiel unter ein Balkon-Obstbäumchen. Dann seid ihr sicher, dass sie auch im Sommer Wasser kriegen, wenn ihr Laub eingezogen ist und man sie nicht sieht. Schneeglöckchen sollten, wie auch Narzissen und andere Zwiebeln, nämlich nicht zu sehr austrocknen, sonst klappt das nicht mit dem Vermehren und jedes Jahr wieder blühen. 

Nebst den Schneeglöckchen freuen mich heute morgen grad die zarten gelben Primeln, die ich in einer geschützten Ecke auf dem Balkon ziehe. Draussen wäre es ihnen noch zu kalt. Aber hier blühen sie schon. Und sie duften! Das tönt jetzt banal, aber wenn mich im Februar jemand nach meiner Lieblingspflanze fragt, dann sage ich doch immer: Primeln, Primeln über alles!


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Sabine Reber
schreibt am 08.02.2015


Die ersten Winterlinge

Falls ihr schon ungeduldig auf den Frühling und die ersten Blümchen wartet, dann hier eine kleine Aufgabe: Erinnert ihr euch noch, wo genau im letzten Jahr die Winterlinge geblüht haben? Ja? Dann könnt ihr jetzt mit einem kleinen Spaten ein Stück Erde mitsamt schlafenden Winterlingen (Eranthis hyemalis) ausstechen, und in eine schöne Schale pflanzen. Stellt sie an einen hellen Ort in einem warmen Zimmer, und ihr werdet staunen, wie bald sie blühen.... ich habe das Experiment letzte Woche bei mir ausprobiert, et voilà:


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Sabine Reber
schreibt am 02.02.2015


Schnee, Kirschessigfliege Drosophila suzukii

Oh wie gut, dass endlich Schnee liegt! Möge er noch eine Weile bleiben. Mögen die Temperaturen gut und gerne unter minus 5 Grad bleiben für die nächsten zwei, drei Wochen. Dann besteht nämlich die Chance, dass die Kirschessigfliegen, die ja leider nicht nur Kirschen, sondern auch Erdbeeren, rote Trauben, Pflaumen und überhaupt so ziemlich alle roten und dunklen Früchte ungeniessbar machen, dass also die leidige Kirschessigfliege vielleicht den Winter diesmal nicht übersteht. Und darüber wären wir alle, die Obst- und Früchte- Hobbygärtner, die Erdbeeranbauer und vor allem natürlich auch die Weinbauern sehr sehr froh. Ueberhaupt können wir Gartenfreunde einfach von Glück reden, wenn es im Winter richtig schneit und richtig kalt ist. Dann überleben auch weniger Schnecken, weniger Läuse und so weiter. Eigentlich ist unser Oekosystem ja darauf ausgerichtet, dass es kalte Winter gibt. Und wenn es dann plötzlich wärmer bleibt, ist das zwar schön für die Olivenbäume und die Granattäpfel, aber ingesamt haben wir dann eben auch viel mehr Schädlinge, was insbesondere im Biogarten zu einem Problem werden kann. Also, liebe Frau Holle, gerne noch etwas weiterschneien!

Und übrigens, falls der Schnee dann doch nicht reichen sollte, um den Kirschessigfliegen den Garaus zu machen, hab ich auf der IPM die lustige Ruck-Zucki-Falle gesehen, mit der man die lästigen Suzukii-Fliegen ruck zuck anlocken und in einem speziellen Essiggemisch ertränken kann. 


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