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Ewigi Liebi heisst auch: sich gegenseitig den Teller abräumen und dazu noch lachen.

Redaktor John Wittwer steht auf Käse!

Mehr brauchts nicht für eine zünftige und schmackhafte Mahlzeit.

«Kartoffelschälen geht doch auch ohne Stress», meint Helmi Sigg.

«Aber die Speckwürfeli bitte nicht zu grob schneiden.»

Wofür die gute alte Bircherraffel doch gut ist …

Die Kartoffelscheiben in Salzwasser gar kochen.

Das geschlagene Eiweiss wird vorsichtig dazugegeben.

Am Schluss kommen noch die knusprig gebratenen Speckwürfeli darüber.

Zum Reinbeissen ist so ein ofenfrischer Gratin.

Wie aus dem Ei gepellt – unser Redaktor John Wittwer.

Gratin, nicht nur für Murmeli

John Wittwer, Redaktor und gelernter Koch, bereitet mit Persönlichkeiten Schweizer Gerichte zu. Heute mit Helmi Sigg, Zürcher Allround-Talent und seit September 2007 «Murmelimutter» im Musical «Ewigi Liebi», ein schmackhaftes Gratin.

Auf die Frage: «Haben Sie ein besonderes Erlebnis, eine spezielle Erinnerung an ein Gratin?» folgt die Antwort von Helmi Sigg wie aus der Pistole geschossen: «Nur an das, das ich vergessen habe, aus dem Ofen zu nehmen.» Er erinnert sich noch genau, wie das damals roch und er in Windeseile einen anderen Znacht improvisieren musste. Das aber ist sowieso eine seiner Stärken, wenn er in der Küche steht. Liebend gerne pröbelt er mit Produkten aus Kühlschrank und Vorratskasten, sucht Kombinationen und kreiert immer wieder Speisen, die auch ihn überraschen. Zum Kartoffelgratin, das wir zusammen zubereiten, würde er zum Beispiel einen Gurkensalat servieren. «Aber auf jeden Fall mit Kürbiskernöl angemacht, denn ich liebe dieses Öl. Die Kombination Kartoffeln, Gurken und Kürbiskernöl, wie man sie in Österreich oft findet –mmhh», er schnalzt schon fast mit der Zunge.

Ja, ein bisschen ist er österreichisch angehaucht, denn seine Mutter ist Österreicherin. «Ihre Kuttelsuppe darf ich aber leider aus gesundheitlichen Gründen höchstens ein- bis zweimal im Jahr essen», bedauert er, der in punkto Essgewohnheiten aber nicht unbedingt konsequent ist. Denn dafür ist er ein zu grosser Geniesser. Auf die Frage, ob er sein Gewicht halten könne, lacht er laut – und: «Nächste Frage, bitte.» Zwar nur ab und zu, aber gerne, isst er Fish and Chips in einem Pub in Zürich, schon öfters eine Sezuansuppe von Lee im Zürcher Niederdorf, ein Geng Deng Curry vom Ah-Hua, dem für ihn besten Thai am Zürcher Helvetiaplatz, und natürlich Sushi, «immer und überall, wo es frisch zubereitet wird. Hund oder Katze würde ich nie essen, Hotdog aber schon», schmunzelt er und betont: «Murmeltier hab ich auch schon probiert, war aber ziemlich zäh und kätschig.»

Der Hinweis aufs Murmeltier kommt nicht von ungefähr. Seit der ersten Vorstellung des Musicals «Ewigi Liebi» im Jahr 2007 spielt Helmi Sigg die Mutter der dort mitspielenden Murmelifamilie. Das wirft an den Vorstellungstagen seinen Essrhythmus über den Haufen. «Da mein Tagesablauf als Murmelimutter ein wenig anders als normal abläuft, gibts gegen 10 Uhr am Morgen nur einen Kaffee und einen leeren Toast. Mittags ist dann für mich so um 16 Uhr, da variiert das Essen, es gibt ein Big-Mac-Menü oder vom Chinesen gebratene Nudeln, oder ein Sandwich mit Bündnerfleisch oder ein Birchermüesli, ganz nach Lust und Laune. Wenn ich dann so um 1 Uhr nachts nach der Show nach Hause komme, gibts noch eine  Kleinigkeit aus dem Kühlschrank, oder auch nicht, immer aber ein grosses Glas kalte Milch.»

Helmi Sigg kocht liebend gerne, steht aber zu Hause beileibe nicht immer selber in der Küche: «Bei uns wird abgewechselt, mal kocht meine Frau Barbara, mal Benj, unser Sohn, der gelernter Koch ist, mal ich. Seltener Tochter Laura, aber ihre Omeletten sind der Hammer.» Lieblingsgericht beim Kochen hat er keines: «Ich lasse mich saisonal inspirieren, freue mich aber jedes Jahr auf den Frühling. Auf dem Markt kaufe ich dann Catalonia, Cima di Rapa oder ein Zichoriengemüse und bereite dieses zusammen mit Orecchiette zu einem Festmahl zu.»

Kocht Helmi für Gäste, dann meistens Fleisch. Zum Beispiel ein Rindsfilet mit Bratkartoffeln und Gemüse oder dann feine Pasta mit einer Zitronen-Rahm-Käse-Sauce. «Es darf aber nicht zu lange dauern oder zu aufwendig sein, denn ich will meine Zeit mit den Gästen und nicht in der Küche verbringen.»

Diese Gastgeber-Haltung ist wohl auf seine Jugendzeit zurückzuführen. «Als Kind sind wir mit der Familie oft nach Italien gereist und wurden von den Arbeitern meines Vaters eingeladen, meistens auf ein Gut: Da haben die Leute dann von zehn Uhr morgens bis am Nachmittag um vier gegessen, alle halbe Stunde kam was Neues auf den Tisch, das war für mich überwältigend.» Essen ist für ihn zum Glück nur in ganz seltenen Momenten «einfach nur Nahrungsaufnahme, um den Hunger zu stillen». Meist nimmt er sich genügend Zeit dafür und empfindet Essen als etwas sehr Sinnliches, «denn wenn sich das Aroma auf der Zunge verteilt, dann ist das etwas sehr, sehr Schönes. Und wenn ich dann noch ein Glas Wein meines Freundes Toni Schuler trinken kann, der im Languedoc charaktervolle, mit seiner persönlichen Handschrift versehene Weine produziert, dann vergesse ich fast alles rund um mich herum.»

Sagts, schnappt sich die Platte mit dem fein duftenden Gratin, ruft «en Guete» und verzieht sich in seine Murmelihöhle. Und da ist er wohl in nächster Zeit noch öfters anzutreffen, denn das Erfolgsmusical «Ewigi Liebi» mit den grössten Mundarthits wird verlängert und ist in Bern noch bis 18. März und dann nochmals für das grosse Finale des erfolgreichsten Schweizer Mundartmusicals in Zürich bis Juni 2012 zu sehen.

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Ein zünftiges Kartoffelgratin

Zutaten
Für 4 Personen

500 g Kartoffeln
150 g magerer Speck
oder Schinken
50 g Butter
2 dl Milch
2 Eier
150 g Greyerzer- oder
Appenzellerkäse
2 EL Mehl
Salz, Muskat, Pfeffer aus der Mühle

Übrig gebliebener Käse kann eingefroren oder für Käseschnitten, Gratins, Käsekuchen etc. verwendet werden.

Zubereitung
Kartoffeln schälen, kurz abspülen und in Scheiben schneiden. In Salzwasser gar kochen, abtropfen. Den Speck in kleine Würfeli schneiden, mit 20 g Butter anbraten, dann mit dem Mehl bestäuben. Gut vermengen, mit 2/3 der Milch ablöschen und zu einer sämigen Sauce kochen – ab und zu rühren. Eigelb vom Eiweiss trennen, die Eigelbe mit der restlichen Milch verrühren und zur Sauce geben, kurz weiterköcheln. Dann der Reihe nach die Kartoffelscheiben, das geschlagene Eiweiss und 2/3 des geriebenen Käses daruntergeben. Die Masse in eine mit Butter ausgestrichene Gratinform füllen, mit dem Rest des geriebenen Käses bestreuen, einige Butterflocken darübergeben und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C ca. 25 Minuten überbacken.

Tipps
Nur die Hälfte des Specks in die Sauce geben, dafür die andere Hälfte knusprig anbraten und am Schluss über das fertige Gratin geben. Mit diesem Gratin ist auch die Restenverwertung perfekt möglich. Resten von gekochtem Fleisch, Gemüse oder gar Fisch (dann kein Speck) können abwechslungsweise mit den Kartoffelscheiben in die Form geschichtet werden. Bereitet man die doppelte Menge zu, kann die zweite Hälfte des Gratins in einer Gratinform und gut verschlossen tiefgekühlt und bei Bedarf in den Backofen geschoben werden.

Salat zum Gratin

Ein feines Gratin ist meist eine vollständige Hauptmahlzeit und braucht nicht noch Fleisch, Käse oder Fisch dazu. Höchstens einen Salat als Vorspeise oder als Farbtupfer. Neben dem von Helmi Sigg favorisierten Gurken-salat mit Kürbiskernöl passen, je nach Art des Gratins, auch Brüsseler Endivien, fein geschnitten, mit rohen Apfel- und Orangenstücken, ein Weiss- oder Rotkabissalat oder auch ganz einfach ein knackiger gemischter Salat. Immer wieder köstlich sind auch über den Salat gestreute, geröstete Kürbis- oder Sonnenblumenkerne.

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Helmi Sigg

Was war: Der 59-jährige Helmi Sigg ist seit 1974 im Showbusiness tätig, unter anderem als Kabelträger bei «Teleboy», Kulissenschieber, Regieassistent und Inspizient bei zahlreichen Produktionen und Musicals. Er war Radio- und Fernsehmoderator, arbeitete an diversen Filmprojekten mit und gründete 1989 seine Kreativagentur, die bis heute besteht. Mit Midi Gottet und Guy Landolt bildet er seit 1993 das Comedy-Trio Eden.

Was ist: Das Trio Eden spielt noch bis 18. März 2012 in Bern und dann bis Ende Juni nochmals in der Maag-Halle in Zürich die Murmelifamilie im Musical «Ewigi Liebi» – und hat darin eine ganz wichtige Rolle. Helmi Sigg hat seit der ersten Aufführung am 17. September 2007 keine Vorstellung ausgelassen. «Obwohl es nicht so ist, dass mir das Spielen nach über 700 Vorstellungen immer leichter fällt. Eher ist das Gegenteil der Fall, die Show kostet recht viel Energie. Die Standing Ovations nach der Vorstellung sorgen aber immer wieder für Motivation und den nötigen Schub!» Mehr dazu unter www.ewigiliebi.ch

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Dezember

Gemüse

Blumenkohl
(Import)
Broccoli (Import)
Romanesco (Import)
Chinakohl (Schweiz/Import)
Karotten (Schweiz)
Wirz (Schweiz)
Lauch (Schweiz)
Kabis weiss und rot (Schweiz)
Fenchel (Import)
Knollensellerie (Schweiz)
Randen roh (Schweiz)
Kartoffeln (Schweiz)

Salate

Chicorée (Schweiz/Import)
Cicorino rot (Schweiz/Import)
Endivien (Schweiz/Import)
Nüsslisalat (Schweiz)
Eisbergsalat (Schweiz/Import)
Zuckerhut (Schweiz)

Früchte

Äpfel (Schweiz)
Birnen (Schweiz)
Clementinen (Import)
Orangen (Import)
Grapefruits (Import)
Zitronen (Import)
Kaki Persimon (Import)
Kiwi (Import)
Bananen (Import)
Exotische Früchte (Import):
(z. B. Ananas, Mangos, Avocados, Papayas, Passionsfrüchte, Litchis, Limes etc.)

Pilze

Diverse Zucht- und
Wildpilze

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John Wittwer

Redaktor

Foto:
Andreas Fahrni
Veröffentlicht:
Montag 28.11.2011, 12:16 Uhr

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