Drahtlose Übertragung von Daten: Bezahlen und Musik über Funk

Das Smartphone wird mit der neuen Technologie nicht nur zum elektronischen Geldbeutel, sondern auch zum Konzert-Ticket. Nebenbei werden auch Lautsprecher oder Kopfhörer per NFC-Technologie drahtlos verbunden.

Ein japanischer Geschäftsmann hält sein Smartphone an einen kleinen ovalen Scanner, es piepst kurz und der Durchgang zum Perron ist frei. Wer in Japan in einen Zug einsteigen möchte, bezahlt per Funk über sein Mobiltelefon. Start- und Zielort werden dabei automatisch erfasst, die Passagiere müssen sich um das richtige Billett keine Gedanken machen.

Die Basis des drahtlosen Bezahlens ist der in vielen aktuellen Smartphones eingebaute NFC-Chip (Near Field Communication). Er sorgt für die Verbindung zweier Geräte im Nahfeldbereich, ein physischer Kontakt ist nicht notwendig. Die Kommunikation funktioniert allerdings nur innerhalb weniger Zentimeter, was den Aktionsradius stark einschränkt. Was den Komfort vermindert, schafft auf der anderen Seite mehr Sicherheit.

Was andernorts bereits alltäglich ist, dürfte hierzulande auch bald Realität sein. Eine der künftigen Hauptanwendungen ist das bargeldlose Bezahlen. Doch bis es in der Schweiz so weit ist, müssen noch diverse Hürden aus dem Weg geräumt werden.

«Die Projekte fürs Bezahlen mit dem Handy sind nach wie vor im Pilotstadium», erläutert beispielsweise Coop-Sprecher Ramón Gander, «es gibt bezüglich Robustheit und Benutzerfreundlichkeit noch Verbesserungspotenzial.» Ab wann Kunden mit dem Handy bezahlen können, hänge von der Verfügbarkeit der Anwendungen und der Benutzerfreundlichkeit ab. Coop wird allerdings noch dieses Jahr seine ak­tuellen Karten-Terminals durch solche der neusten Generation ersetzen und die Kassen somit NFC-tauglich machen. «Bis Ende Herbst», so Ramón Gander weiter, «werden die neuen Geräte voraussichtlich an rund 8300 Kassen in der Coop-Gruppe verfügbar sein.»

Einer der Grossen in der Smart­phone-Branche, Sam­sung, hat sich auch für das Geschäft mit NFC in Stellung gebracht. Die Koreaner haben eigens dazu kürzlich eine Kooperation mit dem Kreditkartenunternehmen Visa geschlossen. «Wir werden Visas App ‹PayWave› auf unseren Geräten installieren», erklärt Mediensprecher Alexander Tschobok­dji, «das Galaxy S4 wird das erste Gerät sein, auf dem ‹PayWave› integriert wird, sofern dies von Kunden und Finanzinstituten gewünscht wird.»

In der Schweiz gebe es derzeit zwar noch keine Anfragen, man rechne aber in naher Zukunft mit einer stark steigenden Nachfrage nach solchen Diensten.

Wie bei jeder Art Bezahlungssystem, ist die Sicherheit ein Thema. Das Samsung Galaxy S4 beispielsweise wird mehrere Verschlüsselungs- und Sicherheitsebenen besitzen. «Gleich wie bei der Verwendung von Kreditkarten ist aber natürlich auch die Wachsamkeit des Nutzers gefragt: Geheimzahlen nicht preisgeben, Code mit verdeckender Hand eingeben und das Handy nicht unbeaufsichtigt herumliegen lassen gehören zu den wichtigsten Vorsichtsmassnahmen», stellt Tschobokdji klar.

Dank NFC wird das Smartphone auch zum Konzert-Ticket. Während Ticketcorner laut Sprecher Stefan Epli noch keine derartigen Pläne verfolgt, zeigt sich Konkurrent Starticket gegenüber der neuen Technik aufgeschlossen. «Wir gehen davon aus, dass sich die Technologie sehr schnell verbreiten wird, sobald die grossen Smartphone-Hersteller NFC standardmässig in ihren Geräten eingebaut haben», so Marketingchef Thomas Baumberger. Es sind bereits erste Pilotprojekte mit NFC-Ticketing geplant. Fallen die Ergebnisse positiv aus, so dürfte dem Smartphone-­Ticket nichts mehr im Weg stehen.

Auf der Basis der NFC-Technologie werden künftig auch Geräte miteinander kommunizieren können. Smartphones können Daten drahtlos an den PC schicken oder Lautsprecher auf diese Weise mit Sound füttern. Auch Nintendos neue Spielkonsole Wii U nutzt einen integrierten NFC-Chip, um Informationen aus der Umgebung des Spielers auszulesen und beispielsweise echte Spielgegenstände, wie Figuren oder Karten, ins Spiel integrieren zu können, die ebenfalls einen solchen Chip besitzen. Den Einsatzmöglichkeiten von NFC sind in der Technikwelt kaum Grenzen gesetzt.

Sony Xperia Z

Das Sony Xperia Z soll nicht nur mit Rechenleistung, sondern auch mit seinem Design punkten. So bietet das Gerät eine verspiegelte Glas­oberfläche. Ausserdem ist es unter­wegs für alle Wetterlagen gerüstet. Scheint die Sonne, so sorgen die hohe Pixeldichte, der hohe Kontrast und die Helligkeit des Displays für eine gute Lesbarkeit.

Auch ein plötzlicher Regenguss kann dem Smartphone nichts anhaben, da es wassergeschützt ist. Für Fotos steht eine 13-Megapixel-Kamera zur Verfügung. Praktisch ist der Stamina-Modus, der den Akku schonen soll: Das Smartphone erkennt, wenn das Display aus ist, und fährt akkuintensive, aber nicht benötigte Apps herunter. Sobald das Display eingeschaltet wird, werden die Apps ebenfalls wieder aktiviert. Das Smartphone lässt sich drahtlos mit NFC-fähigen (siehe Hauptartikel) Geräten verbinden.

Das Sony Xperia Z ist unter anderem bei Interdiscount für 699 Franken erhältlich.

Zur Interdiscount-Homepage

NFC-Smartphone in Verbindung mit einem NFC-Lautsprecher

Swiss Army Knife

Visitenkarten einlesen, Notizen ­verfassen, Fahrpläne abrufen – das Smartphone ist ein Helfer in allen Lebenslagen. Die App «Swiss Army Knife» ergänzt diese Funktionen mit einer praktischen Toolsammlung, die selbst für Heimwerker etwas bietet.

Unter anderem sorgt eine elektronische Wasser­waage dafür, dass das Regal oder das Bild ­gerade an der Wand hängt. Es stehen drei davon für die verschiedenen Ausrichtungen zur Verfügung. Praktisch ist die zusätzliche Grad-Anzeige für Gegenstände, die nicht exakt waagrecht oder senkrecht ausgerichtet werden ­sollen.

Mit dabei ist unter anderem auch ein Spiegel für unterwegs, ein Kompass, ein Ein­heitenkonverter, ein Lineal und eine Lupe. Der ­integrierte Taschenrechner beherrscht im Gegensatz zu Standardmodellen auch Exponential-Funktionen.

Die App «Swiss Army Knife» ist gratis im Google Play Store erhältlich.

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Text:
Michael Benzing
Foto:
ZVG, Getty Images
Veröffentlicht:
Mittwoch 10.04.2013, 14:38 Uhr

Weiterempfehlen:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?