1 von 12













Filmkritik: Robot & Frank

In nicht allzu ferner Zukunft haben Büchereien, Autos ohne Elektroantrieb und menschliches Pflegepersonal ausgedient: Die herzerwärmende Komödie über einen demenzkranken Profi-Einbrecher und sein Roboter.

 

Frank (Frank Langella) erinnert sich gern an die guten alten Zeiten, denn er war einer der bekanntesten Juwelendiebe der USA. Doch nun hat ihn das Alter eingeholt, er ist ein schusseliger Eigenbrötler geworden. Er lebt alleine und besucht regelmässig die örtliche Bücherei, weil er sich in die Bibliothekarin Jennifer (Susan Sarandon) verguckt hat. Frank entwickelt immer mehr Marotten wie beispielsweise jene, seine täglichen Spaziergänge stets mitten auf der Strasse zu absolvieren.

Als ihm sein Sohn Hunter (James Marsden) einen Pflege-Roboter aufzwingt, gerät sein Alltag gewaltig durcheinander. Frank ist genervt und möchte sich bestimmt nicht von einer Maschine bemuttern lassen. Robot sieht aus wie ein überdimensionales Lego-Männchen, spricht seine Sätze mit der Emotion einer Auto-Navi-Stimme, kann aber kochen wie einst Mama. Nur will Frank den Roboter zuerst nicht haben: Er sei weder zerstreut, noch vergesslich, noch unselbstständig, so der Senior.

Doch er merkt bald, dass Robot (mit der Stimme von Peter Sarsgaard) noch zu viel mehr zu gebrauchen ist als nur für den Haushalt und die Essenszubereitung und der greise Juwelendieb bildet seine künstliche Pflege- und Haushaltshilfe zum Einbruchspartner aus. Franks elektronischer Helfer wird zu seinem Komplizen, um wieder auf Beutezug zu gehen, wie in seinen jungen Jahren als Juwelendieb.

Dass sein Komplize dabei ausgerechnet ein auf Franks Gesundheit bedachter Roboter ist, verleiht der Geschichte ihren ganz eigenen Reiz. Denn so genial programmiert Robot sein mag, er ist – und wird selbst nicht müde, Frank daran zu erinnern – kein Lebewesen. So kennt er zwar eine Definition von Diebstahl, doch moralisches Empfinden fehlt ihm, und darum kann er durchaus davon überzeugt werden, dass Diebstahl gut und akzeptabel ist, wenn Frank im Gegenzug eine natriumarme Diät einhält.

Fazit: Die Fragen nach dem Verhältnis von Zukunft und Vergangenheit, von Mensch und Technik sowie Alt und Jung halten sich in «Robot & Frank» das Gleichgewicht und bekommen nie moralisierendes Übergewicht gegenüber der eigentlichen Geschichte, sondern bestimmen sie mit. Und das mit ganz einfachen Mitteln, mit grosser Lust an der Reduktion auf das Wesentliche und mit einem herausragenden Frank Langella, dessen facettenreiches und vielschichtiges Spiel zwischen ausgebufftem Gauner und hinfälligem Greis absolut sehenswert ist.

Kinostart
ab 25. Oktober

Director:
Jake Schreier

Producer:
Lance Acord
Sam Bisbee
Galt Niederhoffer

Cast:
Frank Langella
James Marsden
Liv Tyler
Susan Sarandon
Peter Sarsgaard
Jeremy Strong

Dauer
110 Minuten / Ab. 12 Jahren

Kommentare (1)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 08.10.2012, 00:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?