Sofortbilder sind wieder im Trend

Sofortbildkameras sind nicht tot. Vor allem in der Modefotografie sowie zu Dokumentationszwecken sind sie beliebt. Auch im Privatleben reizt es viele, das Foto gleich nach dem Abdrücken in der Hand zu halten.

Im Jahr 2008 spuckte Polaroid vorläufig das letzte Sofortbild aus. Der berühmteste Hersteller von Sofortbildkameras musste sein letztes Werk in Enschede (NL) schliessen. Fans der Sofortbildfotografie auf der ganzen Welt drohte eine Sofortbildwüste. Auf der ganzen Welt? Nein. Von Europa aus leistete eine Organisation namens «The Impossible Project» (das unmögliche Projekt) Widerstand gegen den drohenden Untergang. Inzwischen haben neben «The Impossible Project» noch andere Akteure mit der Relancierung von Sofortbildkameras nachgezogen.

«The Impossible Project» widmet sich ausschliesslich Kameras und Filmen der Marke Polaroid. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn die Initianten dieses Projekts haben das Polaroid-Werk in Enschede kurz nach seiner Schliessung 2008 übernommen und begonnen, wieder Fotopapier herzustellen und Sofortbildkameras zu restaurieren sowie neue Produkte zu entwickeln. Unter den Initianten sind zehn ehemalige Polaroid-Angestellte. «The Impossible Project» restauriert alte Kameras und verkauft diese. Es produziert neue Sofortbildfilme und entwickelt Sofortbildsysteme.

Der neueste Coup ähnelt einer Lochkamera. Es handelt sich dabei um ein Taschen-Fotostudio, das Bilder auf dem iPhone mithilfe einer App auf Fotopapier projiziert. Dafür ist die Displaybeleuchtung ausreichend. Für Android Phone soll ebenfalls ein Produkt entwickelt werden.

Unter dem Label Polaroid bringt der Hersteller Socialmatic Sofortbildkameras mit dem «Zero Ink»-Verfahren auf den Markt. «Zero Ink» benötigt, wie der Name sagt, keine Tinte. Der Nachteil: Der in die Kamera integrierte Drucker verbraucht sehr viel Energie, weil er mit Hitze arbeitet. Die Farben im Fotopapier für «Zero Ink»-Technik werden erst mit Hitzeimpulsen sichtbar. Das Verfahren arbeitet mit den drei Farben Magenta, Cyan und Yellow. Jede Farbe benötigt eine andere Temperatur – diese reicht von 100 bis 200 Grad Celsius.

Für 2014 plant Socialmatic eine neue Art Sofortbildkamera. Mit dem Namen spricht die Sofortbildkamera schon eine Spezialfunktion an: Man kann Fotos von der Kamera aus auf soziale Netzwerke (Social Networks) hochladen, wie dies heute bereits mit neueren Digitalkameras möglich ist. Die Socialmatic soll unter dem Betriebssystem Android laufen.

Das Integralfilmverfahren ist neben dem «Zero Ink»-Verfahren unter Fans der Sofortbildkamera am weitesten verbreitet. Dieses kam in den 1970er-Jahren auf. Integralfilme sind relativ temperaturempfindlich, das heisst, sie liefern gute Resultate bei gemässigten Temperaturen. Die Firma Fujifilm, die auch Sofortbildkameras herstellt, gibt einen Temperaturbereich zwischen 5 und 40 Grad Celsius an. Die In-tegralfilme bestehen aus mehreren lichtempfindlichen Schichten, Farben sowie Mantelschichten und müssen zum Entwickeln vor der Sonne geschützt hingelegt werden, ohne dass man die Fotofläche berührt.

Verschwunden sind jene Polaroidkameramodelle mit Trennbildfilmen (Negativ- und Positivfilm übereinander, die man voneinander trennen musste), die vor allem noch vor 1970 in Gebrauch waren.

Ein Ende der Sofortbildfotografie ist nicht in Sicht. Man darf gespannt sein, was sich die Hersteller noch alles einfallen lassen.

Von Fujifilm: Sofortbildkamera Instax 210

Speziell an der Instax 210 von Fujifilm ist, dass die Sofortbildkamera Bilder im Querformat schiesst. Sie verfügt über ein LCD-Display, das die verbleibende Anzahl Fotos sowie Belichtungs- und Distanzeinstellung anzeigt. Die Fotos messen 62 × 99 mm, die Filmgrösse beträgt pro Bild 86 × 108 mm. Vier AA-Batterien versorgen die Kamera mit Strom. Mit einem Film lassen sich 10 Fotos machen.

Die Instax 210 ist daher vor allem etwas für Liebhaber der Sofortbildfotografie, denn das einzelne Foto ist nicht gerade günstig. Man kann zwischen zwei verschiedenen Reichweiten wählen – mit der kürzeren lassen sich Bilder schon ab einem Abstand von etwa 45 Zentimeter knipsen. Die Belichtung lässt sich über drei Stufen regulieren – zudem ist ein automatischer Blitz integriert. Die entwickelten Fotos werden durch einen Schlitz an der oberen Seite der Kamera automatisch ausgegeben.

Die Fujifilm Instax 210 ist für Fr. 89.– bei Microspot erhältlich, zwei Fujifilm Instax «wide picture format»-Farbfilme à je 10 Fotos kosten zusammen Fr. 32.90.

Zur Microspot-Homepage

Doku: Polaroid - Magische Momente

Musizieren

Die App «Perfect Piano» eignet sich auch für Nicht-Musiker. Der Name ist allerdings ein Understatement: Sie können mit dem Programm auf Ihrem Smartphone nicht nur Klavier spielen, sondern auch das Instrument wechseln. Hierzu rechts oben auf die drei Quadrate klicken und ein Menu geht auf. Zur Auswahl stehen unter anderem Schlagzeugvarianten, Orgel, Synthesizer, Hip-Hop-Scratch-Sounds und Klavier.

Bei den Tasteninstrumenten wird etwas mehr als eine Oktave angezeigt, Sie können jedoch den Tastenabschnitt verschieben und so die ganze Bandbreite an Tönen nutzen, die ein normales Klavier besitzt. Die Tasten sind zudem mit den Tonnamen angeschrieben. Es gibt einen Lernmodus und die Nutzer können ihr Spiel auch aufzeichnen. Fazit: Das Programm reizt zum Spielen, bis das Display glüht.

Die App «Perfect Piano» gibt es gratis im Google Play Store.

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Annina Striebel

Redaktorin

Foto:
ZVG, Fotolia
Veröffentlicht:
Freitag 19.04.2013, 10:59 Uhr

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