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Defensiver Rückhalt im Team der Oklahoma City Thunder. Thabo Sefolosha hat keine Mühe damit. «Jeder hat seine Rolle und das hat sich bewährt.»






Thabo Sefolosha: «Oklahoma ist ganz schön wild»

Persönlich. Der einzige Schweizer NBA-Basketballspieler Thabo Sefolosha (27) über die Erfüllung seines grossen Traums und sein Leben in den USA.

Coopzeitung: Wie erklären Sie sich, dass Oklohama City Thunder das Kunststück fertigbrachte, als einziges von 30 NBA-Teams mit fünf Siegen in die Saison zu starten?
Thabo Sefolosha: Wir sind in der glücklichen Situation, dass sich die Mannschaft wie schon während der letzten Playoffs in Hochform befindet. Die Spielweise des letzten Jahres scheint sich zu bewähren.

Letzte Saison spielten Sie in den Playoffs gegen den späteren Meister Dallas Mavericks. Ist diese Überraschung wiederholbar?
Ich will nicht behaupten, dass es uns gelingen wird, aber solange wir mit dem gleichen Geist die Sache angehen ... weshalb nicht? Wir haben viel an Erfahrung gewonnen und keinen wichtigen Spieler verloren. Unser Aufstieg kann weitergehen.

Wie hat sich Ihre Position im Team verändert, seitdem Sie 2009 von Chicago an Oklahoma verkauft wurden?
Was ich mitbringe, passt gut zu dem, was die Mannschaft braucht. Das ist für beide Seiten toll und eine Motivation, sein Bestes zu geben.

Ist es manchmal schwierig, im Schatten von Liga-Topskorer Kevin Durant zu stehen, dem Sie als starker Defensivspieler den Rücken freihalten müssen?
Nein, ich habe keine Mühe damit. Jeder im Team spielt eine bestimmte Rolle und das hat sich bewährt.

Wie frei können Sie sich in Oklahoma City bewegen?
Wir haben die vielleicht besten Fans der USA. Oklahoma, das erst 2006 mit den ehemaligen Seattle SuperSonics einen NBA-Klub bekommen hat, ist noch nicht abgestumpft und lässt sich nur zu gerne begeistern. Die ganze Stadt ist stolz auf unsere Erfolge.

Wie lebt es sich im Mittelpunkt der USA?
Ziemlich ruhig! Die Leute in Oklahoma City sind wirklich liebenswürdig. Ich mache meine Arbeit und liebe es, Zeit mit meiner Frau zu verbringen und unseren zwei Kindern beim Aufwachsen zuzusehen.

Was unternehmen Sie an einem freien Tag?
Das kommt aufs Wetter an – ob ein Sturm angesagt ist oder nicht. Vom Wetter her ist Oklahoma ziemlich wild! (lacht) Wenn es schön ist, gehen wir in einen Park auf einen Spielplatz, später vielleicht in ein Restaurant oder mit Teamkollegen ins Kino.

Wie sieht ein Arbeitstag aus?
Ich stehe gegen neun Uhr auf und frühstücke. Das Training besteht aus einer Stunde Gewichte heben, anderthalb Stunden Technik und Taktik mit der Mannschaft und einer Stunde Physiotherapie und Regeneration. Dann ruhe ich  mich noch etwas aus, bevor wir zum Spiel reisen, wo wir zwei Stunden vor dem Anpfiff eintreffen. Wir spielen wöchentlich drei bis vier Matches und fliegen dafür durch die ganzen Vereinigten Staaten. Es ist keine Seltenheit, dass ich erst um zwei Uhr morgens wieder zu Hause eintreffe.

Die Meisterschaft begann mit zwei Monaten Verspätung. Weshalb hatten die Klubbesitzer die Spieler ausgesperrt?
Die Spielergewerkschaft hatte einen höheren Anteil an den Einnahmen verlangt – nicht, weil wir zu wenig verdienen würden, sondern aus Gründen der Fairness. Mit dem Lockout sollte die Gewerkschaft unter Druck gesetzt werden.

Wie hoch ist Ihr Lohn?
Wie Sie wissen, spricht man in der Schweiz aus Diskretionsgründen selten über sein Gehalt. Als Schweizer halte ich mich gerne an diese ungeschriebene Regel (lacht).

Sie haben in diesem Sommer wieder in der Schweiz Basketballcamps veranstaltet. Welche Erinnerungen weckten diese Trainings mit Kindern und Jugendlichen?
Ich dachte an die Zeit, als ich mit meinem Bruder Kgomotso in Blonay meinem Idol Magic Johnson nacheiferte und ihn oder einen Schweizer NBA-Profi, den es damals jedoch noch nicht gab, unheimlich gerne kennengelernt hätte. Ich geniesse es, meine Leidenschaft mit den Nachwuchsspielern zu teilen. Trotzdem wird in der Schweiz nur wenig Basketball gespielt. Das ist traurig. Als ich begann, war Basketball in der Schweiz kein grosses Thema, aber es war immer eines und galt als cool. Im Sommer haben wir draussen oft Streetball 3 gegen 3 gespielt, aber nun scheinen die Jungen fast nur noch zuzuschauen, wie in der NBA gespielt wird ...

Wissen Sie schon, wo Sie nach Ihrer Spielerkarriere leben wollen?
Ich finde es zwar sehr angenehm, dass man in den USA rund um die Uhr einkaufen kann und ich einfacher Kleider und Schuhe in meiner Grösse finde, liebe die Schweiz aber viel zu sehr, um nicht in meine Heimat zurückkehren zu wollen.

Thabo Sefolosha

Beruf: Basketballspieler
Geburtsdatum: 2. Mai 1984 in Vevey als Sohn einer Schweizerin und eines Südafrikaners
Zivilstand: verheiratet mit der Französin Bérthille, zwei Kinder (1 und 2 Jahre)
Grösse: 2,02 Meter
Laufbahn: Mit 16 Jahren NLA- und Schweizer Juniorennationalspieler, 2002 Wechsel nach Frankreich, später nach Italien. Als Nr. 13 für die NBA gedraftet, ab 2006 bei den Chicago Bulls, seit 2008 für Oklahoma City Thunder, 2011 Vorstoss ins Playoff-Halbfinale gegen Dallas Mavericks
Aktuell: Sefolosha hat mit Oklahoma City Thunder einen bis 2014 laufenden und mit 12 Millionen Dollar dotierten Vierjahresvertrag.

Thabo Sefolosha während den Playoffs 2011









Thabo Sefolosha in Action:

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Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
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Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
-

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Nelson Mandela

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
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Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
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Ihr Lieblings-Filmheld?
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Was für Musik hören Sie gerade?
Ein wenig von allem und viel Rap & RnB

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
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Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Jay-Z, weil er ein guter Business Man ist.

Was kochen Sie selbst?
Ein Steak mit Reis oder Nudeln

Ihre Lieblingsspeise?
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Ihr Lieblingsgetränk?
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Mit wem essen Sie am liebsten?
Mit Barack Obama

Und wo essen Sie am liebsten?
In einem Restaurant am Strand

Mac oder PC?
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Walken

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Wann haben Sie zuletzt geweint?
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Wovon träumen Sie?
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Was ist für Sie das grösste Glück?
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Text: Reinhold Hönle



Foto:
Christian Lanz, Charly Rappo, Zvg.
Veröffentlicht:
Dienstag 17.01.2012, 10:00 Uhr

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