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Max Hubacher: «Ich habe extrem viel gelernt»

Persönlich. Der Berner Schauspieler Max Hubacher (18) beeindruckt in der Titelrolle des «Films Der Verdingbub» - und mit seiner Bescheidenheit.

Coopzeitung:  Nach einem krebskranken Jungen in «Stationspiraten» spielen Sie in Ihrem zweiten Kinofilm einen Verdingbub. Suchen Sie schwere Rollen?
Max Hubacher: Für mich sind sie auf jeden Fall ein Glücksfall. Ich bin ja nicht in einer Position, in der ich meine Rollen aussuchen kann. Das Verkörpern von Figuren, die sich in extrem dramatischen Lebenssituationen befinden, hat es mir aber erlaubt, als Schauspieler enorm viel zu lernen, da ich ganz unterschied-liche Emotionen ausdrücken musste.

Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen?
Ich habe als Kind Ferientheater auf dem «Spielplatz am Schützenweg» gespielt und gehöre seit ein paar Jahren dem Jugendclub des Schlachthaus-Theaters Bern an. Als vier Jugendliche für den Film «Stationspiraten» gesucht wurden, habe ich gedacht, «cool, das versuche ich». Ich ging ans Casting, zitterte mich durch mehrere Runden und hatte am Ende auch das Glück, dass mein Typ gefragt war.

Wie lief das bei «Der Verdingbub» ab?
Ich wurde zum Casting eingeladen und musste verschiedene, immer anspruchsvollere Szenen vorbereiten und in unterschiedlichen Varianten spielen. Schliesslich wurden verschiedene Schauspieler-Kombinationen ausprobiert, um herauszufinden, wer zu wem passt.

Was wussten Sie vor diesem Film über Verdingkinder?
Bevor ich als Vorbereitung auf diese Rolle die Ausstellung «Verdingkinder reden» besucht habe, wusste ich wie viele andere nicht einmal, was der Begriff bedeutet. Dabei ist es schon krass, was noch vor wenig mehr als 50 Jahren in der Schweiz passiert ist – und in welchem Ausmass.

Wie erklären Sie sich diese Ausbeutung und Gewalt?
Was manche Bauern den Kindern angetan haben, ist schlimm und nicht zu entschuldigen, aber auch sie befanden sich durch ihre Armut oft in schwierigen Situationen, in denen ihnen jede Arbeitskraft willkommen war. Die grösste Schuld trug meiner Meinung nach der Staat, der weggeschaut oder gar toleriert hat, dass Kinder den Eltern durch Vormundschaftsbehörden willkürlich entrissen wurden.

Haben Sie mit Betroffenen gesprochen?
Ja, aber erst nach den Dreharbeiten. Ich bin mir seltsam vorgekommen, obwohl es mir nicht darum geht, auf ihre Kosten Geld zu machen oder berühmt zu werden. Ich bilde mir auch nicht ein, nun zu wissen, wie es diesen Menschen ergangen ist, überhaupt nicht. Ich habe nur nachzuempfinden versucht, wie ich mir ihre Gefühle vorstellte.

Wie in Ihrem ersten Film stehen Sie mit dem Berner Schauspieler Stefan Kurt vor der Kamera. Ist er zu Ihrem «Paten» geworden?
Sozusagen. Er ist ein sehr authentisches Gegenüber und ein extrem freundlicher, spannender und lustiger Mensch. Er hat mich nicht nur unterstützt, wenn er selbst beteiligt war, sondern auch Faxen gemacht, damit es mir leicht fiel, in einer Szene natürlich zu lachen.

Als Bauer Bösiger musste er Sie mehrfach verprügeln. War das schmerzhaft?
Regisseur Markus Imboden meinte, wenn «die Chläpf» nicht real wären, sähe das künstlich aus. Die Ohrfeigen sind also echt und Stefan Kurt kann zuschlagen, das kann ich bezeugen! (lacht).

Haben Sie sich beim Drehen schon viel sicherer gefühlt als bei «Stationspiraten»?
Ehrlich gesagt: Ich war bei beiden noch sehr unsicher. Es ist auch noch total schwer, meine Leistung zu beurteilen. Eigentlich bin ich ja kein Schauspieler, sondern Laiendarsteller und Schüler. Im Vergleich zu einem Stefan Kurt oder einer Katja Riemann kann ich mich ja auf keine Routine verlassen, sondern brauche noch sehr viel Unterstützung.

Wie brachten Sie Schauspielerei und Schule unter einen Hut?
Da bei beiden Filmen die meisten Drehtage in die Herbstferien fielen, war das kein Problem. «Verdingbub» konnte ich in der Fachmittelschule (FMS) sogar als Praktikum anrechnen lassen. Nach der Fachmatura werde ich mich an einigen Schauspielschulen bewerben und hoffe, dass ich in Berlin studieren kann.

Wie hat Ihr Umfeld auf den Erfolg reagiert?
Meine Eltern haben sich sehr gefreut und für meine Kumpels bin ich zum Glück ein ganz normaler Mitschüler – ich habe ja auch gar keinen Star-Status.

Gibt es einen Hollywood-Star, den Sie bewundern?
Heath Ledger, der leider gestorben ist, habe ich wegen seiner Vielseitigkeit geschätzt. Wie er den Joker in «Batman: The Dark Knight» spielte, war brillant!

Wie nervös sind Sie so kurz vor dem Kinostart?
Sehr nervös. Trotz vieler positiver Rückmeldungen und Medien-Visionierungen bin ich extrem gespannt, wie der Film nun beim breiten Publikum und speziell bei ehemaligen Verdingkindern ankommen wird.

Max Hubacher

Beruf: Fachmittelschüler, Schauspieler
Geburtsdatum: 1. Oktober 1993
Zivilstand: ledig
Wohnort: Bern
Filmrollen: «Michi», einer der vier krebskranken Jungen in Mike Schaerers «Stationspiraten»
Aktuell: «Max», Hauptrolle in Markus Imbodens «Der Verdingbub» (ab 3. November im Kino)

«Der Verdingbub»
Verdingkinder reden

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Charly Hug
Veröffentlicht:
Montag 24.10.2011, 11:53 Uhr

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