1 von 3


Spielstunde am Morgen: Jonas Jonasson mit seiner Katze Molotov, die er nach der Katze seines Helden Allan Karlsson benannt hat.


Claudio Zuccolini: «Ich bin sehr leicht käuflich»

Persönlich. Als Margrit mit der Zahnlücke kennt ihn die ganze Schweiz. Aber Claudio Zuccolini hat sich auch als gestandener Comedian einen Namen gemacht.

Coopzeitung: Sie treten als Comedian auf, moderieren ein TV-Quiz, waren Journalist, spielten sogar in Filmen mit. Was sind Sie eigentlich?
Claudio Zuccolini: Journalist bin ich definitiv nicht mehr. Und meine beiden Filmauftritte in «Sennentuntschi» und bei «Champions» kommen aufsummiert auf etwa 20 Sekunden. Zeitlich nehmen mich die Auftritte als Comedian am meisten in Anspruch. Aber schreiben Sie doch wie bei den Ex-Missen «Comedian/Moderator/Schauspieler/Model». Das tönt so gut.

Welches ist die Haupteinnahmequelle?
Sicher die Comedy. Ich bin mit meinem Programm unterwegs, daneben mache ich viele Live-Moderationen an Events.

Wenn man Ihnen zuhört, wird man den Eindruck nicht los: Der Mann steht politisch eher nicht auf der linken Seite.
Wieso meinen Sie?

Ihre fiktiven Freunde, Kurt und Erika, gehören offensichtlich zur linken Szene – Pädagogen, Vegetarier, umweltschützerisch veranlagt – und Sie mögen die beiden nicht.
Mir geht es nicht um links oder rechts. Mir ist das lustfeindliche Leben ein Graus. Ich mag es nicht, immer politisch korrekt sein zu müssen. Wer mit seiner Gutmensch-Haltung noch hausieren geht, der gerät bei mir an den Falschen. Ich gebe zu, ich habe Freude an einem schönen Auto und fahre gern. Das ist nicht politisches Kabarett.

Haben Sie nie Lust gehabt, politisches Kabarett zu machen?
Nein. Es ist sehr kurzfristig, man muss das Programm immer wieder aktualisieren und überarbeiten. Ich bin halt sehr bequem und finde, wenn ich etwas schreibe, muss es schon eine Weile halten.

Gibt es Kurt und Erika?
Es gibt sie natürlich, überall. Kurt und Erika vereinen all das, was mich nervt. Ich habe manchmal auch ganz bestimmte Personen vor Augen, wobei ich nie sagen würde, wer das ist.

Wie ist der private Claudio Zuccolini? Der hat ja eine Tochter zu einem verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen.
Ich verhalte mich in vielen Dingen sehr bewusst und bin für einen sinnvollen Mittelweg. Natürlich dreht man Stromgeräte und Licht ab, wenn man sie nicht braucht. Wir wohnen jetzt in einem ganz neuen Haus, da sind natürlich alle Geräte auf dem stromsparendsten Standard, den es heute gibt.

Fahren Sie Velo?
Als Junger in Graubünden war ich oft mit dem Bike unterwegs. Hier habe ich aufgehört, nachdem mir zwei Mal das Velo geklaut wurde. Aber das wird mit meiner Tochter wieder auf uns zukommen.

Welche Berufskollegen mögen Sie?
Ich bin sehr harmoniesüchtig und würde nie über jemanden etwas Schlechtes sagen.

Ich habe ja auch nicht gefragt, wen Sie nicht mögen.
In der Schweiz mag ich eigentlich die meisten oder alle. Aber das betrifft meinen Umgang mit Menschen allgemein. Wenn jemand zu mir kommt, den ich während Jahren für unmöglich gehalten habe, und er sagt mir, er hätte toll gefunden, was ich gemacht habe, dann finde ich den plötzlich ganz sympathisch. Ich bin sehr leicht käuflich.

Gehen Sie unter die Gürtellinie?
Manchmal mache ich es. Leute sagen mir oft in Gesprächen, sie stünden eher auf niveauvollen Humor – allerdings stelle ich fest, dass es bei Witzen auf tieferem Niveau die meisten Lacher gibt, gerade auch von Frauen. Die Leute schätzen ihren Humor meistens höher ein, als er ist. So funktioniert «unter der Gürtellinie» durchaus.

Sie verkörpern die Margrit in der Maggi-Werbung. Braucht es dafür ein gewisses Frauenverständnis
oder reicht ein frisches Rasiermesser für eine glatte Rasur?
Man muss sich auch in diese Rolle hineinfühlen. Lustigerweise passiert mir das, sobald ich die hohen Schuhe trage. Man hat gleich eine andere Haltung. Aber natürlich muss ich aufpassen. Mit einem Jupe muss man anders sitzen als in Jeans, man muss ihn beim Hinsetzen hinunterstreifen, man darf nicht breitbeinig dasitzen – und das den ganzen Tag, auch wenn die Kamera nicht läuft.

Aber Sie fühlen sich wohl in der Rolle?
Ja. Sie sticht ein bisschen heraus aus der Masse der Foodwerbung, wo sonst stets der Vater nach Hause kommt und die Mutter gekocht hat. Wir bekommen gute Rückmeldungen.

Sie machen sozusagen den Clown für eine Päcklisuppe. Keine Berührungsängste?
Früher war das verpönt, heute machen viele Schauspieler Werbung. Ich bin in guter Gesellschaft.

Kocht nur Margrit oder kann Claudio Zuccolini das auch?
Oh ja, ich koche gerne. Nicht zu kompliziert, denn ich bin ein absoluter Pastafan.

Claudio Zuccolini

Geburtsdatum: 3. September 1970
Wohnort: Binz bei Maur ZH
Zivilstand: verheiratet, eine Tochter (3)
Werdegang: Claudio Zuccolini war Radiomoderator, präsentierte bei SF die Sendung «Top Spots», schrieb für die «Schweizer Illustrierte» und war Redaktor und Party-Reporter bei Sat1 Schweiz. Er gehörte zum Rate-Team der Schweizer Version von «Genial daneben» und kommentierte auf Radio DRS 3 den internationalen Promi-Klatsch. Seit 2004 ist er mit seinen Comedy-Programmen unterwegs. Für Aufsehen sorgt er seit 2009 als Margrit, die Werbefigur für Maggi.
Aktuell: Claudio Zuccolini ist mit seinem dritten Programm unterwegs. Termine und Spielorte von «Das Erfolgsprogramm» auf:
www.zuccolini.ch

Weitere Antworten von Claudio Zuccolini

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
„Der Schwarze Schwan“ von Nassim Nicholas Taleb. Aber es liegt schon lange da. Und vor allem liegt es.

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
Dominik Dachs

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Harald Schmidt und Josef Hader

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Hangover 2

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
„The Game“ mit Michael Douglas.

Ihr Lieblings-Filmheld?
Winnetou

Was für Musik hören Sie gerade?
Diverse Songs, die ich mit meinem neuen E-Piano einübe.

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Keith Jarrett „The Köln Concert“

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Keith Richards.

Was kochen Sie selbst?
Das meiste.

Ihre Lieblingsspeise?
Raclette

Ihr Lieblingsgetränk?
Pepsi Max

Mit wem essen Sie am liebsten?
Mit meiner Familie

Und wo essen Sie am liebsten?
Zuhause oder im Hotel Walther in Pontresina oder im Restaurant Bärengasse in Zürich

Mac oder PC?
Mac!!!!!!!

Auto oder Zug?
Auto, da ich viel Gepäck habe.

Wein oder Bier?
Bier

Pasta oder Fondue?
Am besten Pasta mit Fondue.

Joggen oder Walken?
Joggen

Berge oder Meer?
Berge

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Immer wieder beim Film „The Green Mile“

Wie bringt man Sie zum Lachen?
Wenn man mir einen neuen, überraschenden Witz sehr gut erzählt.


Welches Tier wären Sie am liebsten?
Elefant

Wovon träumen Sie?
Von einem eigenen Chauffeur

Was ist für Sie das grösste Glück?
Meine Familie, Gesundheit – und ein Chauffeur

Claudio Zuccolini in Action



Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Thomas Compagno

Redaktor



Foto:
Stig Hammarstedt
Veröffentlicht:
Montag 30.01.2012, 13:14 Uhr

Weiterempfehlen:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?