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Osterbrauch

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26. März 2018

Chefredaktor Silvan Grütter

Liebe Leserinnen und Leser, Glauben Sie an die Auferstehung, den Osterhasen oder auch nur an die seligmachende Wirkung von Schokolade. Glauben Sie von mir aus auch an gar nichts, wenn Ihnen das lieber ist. Aber: Freuen Sie sich auf Ostern!

Raus aus dem Alltag, raus aus der Routine, raus aus dem Hamsterrad. Schlafen Sie mal wieder richtig aus oder schauen Sie sich den Sonnenaufgang an. Seien Sie sportlich oder bleiben Sie den ganzen Tag im Pyjama. Fasten Sie oder schlemmen Sie. Aber machen Sie etwas Aussergewöhnliches. Ich habe tolle Kindheitserinnerungen an Ostern: Familien-Picknicks bei den Höhlen vom Mont Vully hoch über dem Murtensee. Oder die fassungslosen Gesichter der Eltern, als ich, bevor sie aufgestanden waren, schon alle Ostereier getütscht hatte. Erinnerungen entstehen immer dann, wenn man etwas Aussergewöhnliches tut. Ich kann nicht mehr sagen, was ich am letzten Dienstag gemacht habe. Aber ich weiss noch, wie wir Ostern 1976 feierten.

Wenn Sie noch Inspiration fürs Aussergewöhnliche brauchen, hat meine Kollegin Katalin Vereb etwas für Sie: In unserer Titelgeschichte stellt sie Ihnen drei Schweizer Osterbräuche vor: das wiederbelebte Eiertütschen in Bern, die liebevoll geschmückten Brunnen von Bischofszell und die Klageweiber von Romont. Die Pleureuses, die Klageweiber, beeindruckten meine Redaktionskollegin ganz besonders: Bei der Recherche stiess sie auf eine Mauer des Schweigens: Der Brauch will es, dass die Frauen anonym bleiben. Schliesslich konnte Vereb mit dem Priester von Romont sprechen.