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Unsere Sinne

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21. Mai 2018

Chefredaktor Silvan Grütter

Was wäre der Mensch ohne seine Sinne? Sinnlos, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir sind, was wir sehen, hören, schmecken, riechen und tasten.

Ohne unsere Sinne blieben uns bloss unsere Gedanken, unsere innere Welt. Wir wüssten nicht mal, ob wir Mensch, Tier oder eine programmierte Maschine wären.

Erst durch unsere Sinne treten wir mit der Aussenwelt in Kontakt und bekommen damit auch unseren Platz in der Welt. Die Sinne sind die Schnittstellen zu unserer Umwelt und eng mit Aufmerksamkeit, Bewusstsein und Gefühlen verbunden, erklärt Jean-Marc Fritschy, Professor für Neuropharmakologie, in unserer aktuellen Titelgeschichte. Welche unglaublichen Leistungen unsere Sinne vollbringen, beschreibt meine Kollegin Susanne Stettler: Unser Hörsinn beispielsweise ist so gut ausgebildet, dass wir aus der minimalen Verzögerung, mit der Schallwellen zuerst das eine und dann das andere Ohr erreichen, die Position des Lautgebers exakt bestimmen können. Und damit auch wieder unsere eigene Position in der Welt. Welch immens wichtige Funktionen unsere Sinne übernehmen, bemerken wir oft erst, wenn ein Sinn schwindet oder ganz wegfällt. Aber auch dazu gibt es überraschende Erkenntnisse: So verfügen Probanden, denen man die Augen verbindet, bereits nach 90 Minuten über einen besseren Tastsinn. Faszinierend.

Der Sinn des Lebens, das wurde mir beim Lesen unserer Titelgeschichte klar, das sind unsere Sinne, die uns unseren Platz in der Welt geben.