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Hut ab vor dieser Leistung!

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24. Juli 2018

 Stv. Chefredaktorin Noëmi Kern 

Kürzlich war ich im Bündnerland und probierte dort Honig aus dem Puschlav.

Er war bern steinfarben und hatte eine kristalline Struktur.  Auf einem knusprigen Stück Brot und mit einer Schicht Butter ein Gedicht.

Damit wir so was Feines essen können, fliegen Abertausende fleissige Bienen tagein, tagaus unzählige Blüten an – viele davon auch in der Stadt. Denn dort ist das Blütenangebot auf Balkonen und in Gärten sehr vielfältig.

Vor einigen Jahren besuchte ich für die Coopzeitung einen Stadtimker in Zürich. Ein Erlebnis, das mir in Erinnerung blieb: Er nahm mich mit aufs Flachdach der Wohnsiedlung und zeigte mir die Bienenkästen, wo reger Betrieb herrschte. Anschliessend durfte ich beim Honigschleudern dabei sein und sogar mithelfen, indem ich die Wachsdeckel von den Waben löste. Eine klebrige, aber wunderbare Tätigkeit, die mich ganz ehrfürchtig werden liess. Was die Bienen da aus Nektar (oder auch Honigtau) herstellen, ist ein wahres Wunder der Natur.

Damit wir uns den Honig aufs Brot streichen oder in der warmen Milch auflösen können, braucht es aber auch den Einsatz der Imker. Rund 19'500 gibt es in der Schweiz. Sie kümmern sich im Schnitt um zehn Bienenvölker. Vor ihnen – den Bienen und den Imkern – habe ich grossen Respekt, und danke ihnen gedanklich, wenn ich ein Schnittli mit der süssen Köstlichkeit verspeise.