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Editorial

Ein bisschen Burgherrin

15. Oktober 2018

Als Kind war ich stolze Besitzerin einer Burg. Sie stand auf einem Hügel, unerwünschte Besucher mussten sich nicht nur vor den Bogenschützen auf den Zinnen des Wachturms in Acht nehmen, sondern auch vor der Pechnase in Form eines Drachenkopfs. Denn die Drachenritter verteidigten ihre Festung bis aufs Blut, vor allem gegen die Löwenritter, die mein Bruder dirigierte. Natürlich hatten meine Drachenritter einen richtigen Drachen in petto, wie sich das gehört.

Ausflüge auf echte Burgen und Ruinen waren ebenfalls Teil meiner Kindertage. Mein Verhältnis zu diesen Zeugen vergangener Zeiten war stets zwiespältig: Ich fand die Aussicht übers Land toll und den Gedanken, dass hier einst echte Menschen gelebt hatten, faszinierend. Andererseits konnte ich mir nicht so recht vorstellen, wie man hier, wo es eher düster und kühl ist und die steinigen Gemäuer keine rechte Gemütlichkeit versprühen, wohnen konnte …

Wie es heutzutage und als Erwachsene ist, eine Burg sein Eigen nennen zu können, wissen Andi und Melody Angehrn. Meine Kollegin Katalin Vereb hat sie besucht und es sich erzählen lassen.

Zumindest sprichwörtlich sind wir ja alle ein bisschen Burgdame oder -herr: «My home is my castle». Und meine Lego-Drachenburg müsste auch noch irgendwo sein …