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Editorial

Ein Hoch auf das Maionärli!

03. Dezember 2018

Mein Lieblings-Guetzli? Ganz klar das Maionärli. Sagt Ihnen nichts, das Maionärli? Aber klar doch! Sie kennen doch das Kinderlied: «Zimetschtern han i gern, Maionärli au … Tirggel und Spitzbuebe und Ring us Willisau». Wirklich nicht? Okay, ich gebe es zu: Ein bisschen spanisch war mir das mit dem Maionärli auch vorgekommen, als meine Tochter das Lied vor Jahren zum Besten gab. Und zwar eben genau so: «Zimetschtern han i gern, Maionärli au … ».

Auf meinen feinfühlig hervorgebrachten Einwand, dass es sich bei dem Maionärli allenfalls um ein Mailänderli handeln könnte, reagierte die Tochter empört: Nein, das habe sie in der Schule genau so gelernt: Maionärli, Aus, Punkt, Ende der Diskussion.

Den Beweis, dass wir Eltern einmal mehr komplett falsch lagen, erbrachte das Kind am Weihnachtssingen vor grossem Publikum: Von der ersten Strophe an liess sie uns nicht aus den Augen und kurz vor der alles entscheidenden Passage erhob sie mahnend den Zeigefinger. Dann die Überraschung: Aus einem Dutzend Kindermündern tönte es tatsächlich ein bisschen nach Tirggel, Spitzbuebe und … Maionärli. Und so heissen die legendären Weihnachtsguetzli bei uns zu Hause – sie ahnen es – seither ganz selbstverständlich: Maionärli.