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Editorial

Liebe Freunde der Angst

29. Oktober 2018

Eduard Zimmermann ruinierte meine Kindheit. Nach der ersten Folge «Aktenzeichen XY», vom freundlichen Eduard moderiert, war klar, dass mein Leben schlimm enden würde: auf dem Schulweg entführt, bei einem Raubüberfall erschossen oder von einem Irren mit dem Beil gemeuchelt. 

Meine kleine Leiche, das war klar, würde von einem Pärchen beim Waldspaziergang unter Laub verscharrt entdeckt werden. Sie dann so: «Schatz, ist das eine Hand dort unter dem Laub?» Er so: «Oh mein Gott, lass uns schnell nach Hause gehen und die Polizei anrufen.» Notiz an die Jungmannschaft: Ja, damals gab es noch keine Handys, man telefonierte zu Hause oder in der Telefonkabine ...

Das waren noch Zeiten – aber jetzt schweife ich ab. Meine Paranoia ging jedenfalls so weit, dass ich mich im Auto auf der Rückbank wegduckte, wenn uns ein Auto länger als ein paar Minuten folgte – es hätten ja Kidnapper sein können. Inzwischen bin ich 48 Jahre alt und meine Befürchtungen, sie ahnen es, haben sich nicht bewahrheitet. «Aktenzeichen XY» schaue ich immer noch ab und zu. Und ich erinnere mich immer noch an das wohlig-gruselige Gefühl von damals. Viel Spass mit unserer Titelgeschichte zum Thema «Die Lust an der Angst».