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Editorial

Schweig, innere Stimme!

17. Dezember 2018

Der menschliche Geist ist ein Vögelchen im Karton: Hypernervös hüpft und flattert und springt er den lieben langen Tag umher. 88 Mal, das haben Forscher errechnet, schaut der Durchschnittsmensch pro Tag aufs Handy. Nachrichten checken, Wetter checken, Anrufe checken. Alle 18 Minuten. Dazu kommen Ablenkungen an allen Ecken und Enden. Fernsehen, Radio, Internet.

In unseren Köpfen tobt ein nie enden wollender Sturm aus Erinnerungen, Wünschen und Planspielen. Um die ganz grossen Würfe geht es dabei selten. Wenige von uns hinterfragen auf dem Weg zur Arbeit die Relativitätstheorie, komponieren Sonaten oder dichten im grossen Stil. Unsere Gedanken gleichen eher einer Seifenoper denn dem ganz grossen Schauspiel. Wir nerven uns über den Chef, die Kinder oder den Partner, merken dann, dass wir Blähungen haben, und dann kommt uns in den Sinn: War da nicht dieses Katzenvideo? Und schon sind wir wieder am Handy.

Das Gegenmittel: Achtsamkeit. Zweimal zehn Minuten pro Tag einfach dasitzen, auf den Atem achten und an nichts denken. Das ist alles andere als einfach. Aber es ist kein Hokuspokus, sondern Wissenschaft, die wirkt. Das Vögelchen wird ruhig, Sie schlafen wieder gut, die Gelassenheit kehrt zurück. 20 Minuten am Tag. Und danach dürfen Sie auch wieder aufs Handy schauen – wenn Sie denn noch müssen.