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Editorial

Allegra mitenand

26. Juli 2019

Typisch Deutschschweizer: In grossen Buchstaben «Wir sind die Schweiz» auf das Cover schreiben – und die Kleinsten vergessen. Vergessen? Natürlich nicht: Danke, liebe Rätoromanen, dass es euch gibt. Was wären wir ohne Carigiet, Capuns, Maluns, Tuorta da nuschs und die schönsten Vornamen der Schweiz? Eben. Wie oft und genüsslich habe ich im Ausland schon erklärt, dass es in der Schweiz nicht bloss drei, sondern vier Landessprachen gibt. Und wo, ausser bei Radiotelevisiun Svizera Rumantscha, kommt es vor, dass Sendungen von mehr Zuschauern gesehen werden, als es Rätoromanisch Sprechende gibt? Eben! In unserer Titelgeschichte dreht sich alles um Klischees: Die faulen Tessiner, die bünzligen Deutschschweizer und die trinkfreudigen Welschschweizer. Was hätten wir euch schon vorwerfen sollen? Dass ihr bescheiden, ehrlich und wahrscheinlich die einzigen Schweizer seid, die eine zweite Landessprache wirklich gut sprecht? Voilà. Schade nur, dass es immer weniger von euch gibt. Gerade noch 0,48 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung sprechen Rätoromanisch. Als kleiner Trost: Uns Deutschschweizern und den Tessinern geht es genau so – immer weniger Schweizer sprechen Deutsch und Italienisch. Die einzige Landessprache, die ein Plus verzeichnet, ist das Französische. Die Welschen sind die wahren Bosse der Schweiz.

Herzlich