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Editorial

Das Märchen vom Bier

22. Juli 2019

Es war einmal in einem Land, vor noch nicht allzu langer Zeit. Das Land war reich und schön und die Menschen waren glücklich und frei. Aber: In dem Land gab es nur eine einzige Sorte Bier. Die Leute bestellten eine Stange, ein Grosses oder auch mal ein Herrgöttli. Die Verwegenen tranken es mit einem Schuss Grenadine, die Verhaltenen mit viel Citro und die Verlorenen mit einem Schnaps dazu. Aber eben: Bier war Bier.

Irgendwann kamen Reisende aus fernen Ländern und berichteten Ungeheuerliches: Bier in allen Farben, Braun, Schwarz und sogar Rot. Die Fürsten in der Heimat staunten, tranken ihr Helles und berieten sich: «Braunes, schwarzes und rotes Bier – wo führt das denn hin?», jammerten die einen. «Braunes, Schwarzes und Rotes. Das ist doch nicht unsere Kultur», riefen die anderen. Die Fürsten gerieten in Rage. Und während sie im Elfenbeinturm Pläne gegen das Braune, das Schwarz und das Rote schmiedeten, merkten sie nicht, dass die Gemeinen in ihren Hütten, Kellern und Hinterhöfen längst schon ihr eigenes Bierchen brauten. Schwarzes, Braunes und Rotes und nicht selten ein Blondes, besser als je zuvor. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann jammern die Hochwohlgeborenen immer noch – während das gemeine Volk schon längst geniesst.

Die Geschichte über die Brauerei in Ihrer Region finden Sie hier bei uns online unter www.coopzeitung.ch/brauer