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Editorial

Den Faulen gehört die Welt

11. März 2019

Am Anfang war der Faulpelz, der den Krug mit der Milch nicht weggeräumt hatte.

Der erste Käse, das weiss man heute, entstand bereits in der frühen Jungsteinzeit, wahrscheinlich irgendwo auf dem Gebiet des heutigen Polen. Und weil ein Unglück selten alleine kommt, hatte es der liederliche Jungsteinzeitmensch irgendwie auch noch fertig gebracht, dass die Milch, die er nicht weggeräumt hatte, mit Bakterien in Berührung kam. Nicht gut. Aber anstatt den Krug, aus dem es schon ordentlich gerochen haben musste, jetzt endlich auszuwaschen, rührte der Steinzeitmensch die glibberige Masse lieber ein bisschen um – und stellte das Gefäss dann wieder in die Ecke. Irgendwann muss ihm in den Sinn gekommen sein, dass da doch noch was war: Er nahm das, was mal Milch war, aus dem Krug und machte dann wieder – gar nichts. Oder wie man damals sagte: Abwarten und Feuersteine schlagen. Irgendwann setzte er seinem Schaffen die Krönung auf probierte ein Stück von dem stinkenden Klumpen. Und siehe da: Es schmeckte! Was unser lieber Faulpelz nicht wusste: Er hatte eben den Käse erfunden.

Die Moral von der Geschichte: Derjenige, der das Geschirr abends nicht wegräumt, ist nicht zwingend faul – sondern vielleicht etwas Grossem auf der Spur.