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Editorial

Die Grösse machts – nicht

26. Mai 2019

Ich bin gross. Richtig gross. 1.93 m. Das sind fast zwei Meter ab Boden. Das hat Vorteile, klar. Im Kühlregal kann ich bei den Jogurts immer ganz nach hinten greifen, dort, wo ich die mit dem längsten Ablaufdatum vermute, was vermutlich aber gar nicht stimmt (Notiz an mich selber: Mit den Kollegen vom Verkauf abklären, ob dem so ist oder nicht). Meine Grösse bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Zum Beispiel dann, wenn ich mich auf einem Langstreckenflug wie ein Schlangenmensch in die Sitzreihen falte und das Gefühl nicht loswerde, dass mich nur ein Chiropraktiker wieder heil aus dem Flugzeug kriegt.

Wie ich die Welt sehe, hat allerdings nichts mit meiner Grösse zu tun. Manchmal habe ich weniger Übersicht als meine zehnjährige Tochter und manchmal habe ich einen besseren Blick auf die kleinen Dinge als unsere Katze.

Was unseren Blick auf die Welt ausmacht, ist also nicht die Grösse, sondern die Perspektive, der eigene Standpunkt. Und der ist zum Glück nicht gottgegeben, sondern liegt in unseren Händen. Ganz oft hilft es schon, wenn wir die Perspektive einfach mal wechseln. Grosses wird klein, Kleines gross. Passend dazu: unsere Geschichte über die kleinste Schweiz der Welt, das Swissminiatur in Melide, das dieses Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert.