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Kinotipp

Star Wars trifft 007

12. Juni 2019

Bewertung als Science-Fiction-Komödie:

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Bewertung als Teil der MiB-Reihe:

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Will Smith? Fehlanzeige. Tommy Lee Jones? Leider nein. Immerhin schaffen es die beiden Ur-Men in Black auf ein heroisches Gemälde, das im Londoner MiB-Büro hängt. London? Richtig. Erstmals seit dem Start der irrwitzigen Reihe 1997 ist nicht der Hauptsitz in New York der Ausgangspunkt für ein Abenteuer der Alien-Bekämpfer, sondern die britische Hauptstadt. Aber eigentlich startet die Geschichte trotzdem in der US-Metropole. Denn nach 20 Jahren hat Molly (Tessa Thompson), die als Kind einem Alien begegnete, aber dem Neuralisierungs-Blitz der Männer in Schwarz entging, endlich die MiB-Zentrale aufgespürt. Durch ihre Hartnäckigkeit und Intelligenz überzeugt sie die Chefin O (Emma Thompson; mit Tessa weder verwandt noch verschwägert), sie auf Probe aufzunehmen: Agent M ist geboren.

Als Erstes wird M nach London geschickt. Dort trifft sie auf einen ziemlich konservativ geprägten Männerbetrieb: Der Chef «High T» (Liam Neeson) hält die schützende Hand über seinen Ziehsohn und Staragenten H (Chris Hemsworth), der wiederum vom missgünstigen C (Rafe Spall) übertrieben kritisch beäugt wird. M heftet sich gleich an die Fersen des notorischen Einzelgängers und Schürzenjägers H, der es mit den Vorschriften nicht immer so genau nimmt. Deshalb ist er auch nicht gefasst, als ein Routineauftrag mit einem toten adligen Alien und einem zerstörten Strassenabschnitt endet. Gut, behält der weibliche Frischling an H's Seite wenigstens kühlen Kopf.

Wie in jedem MiB-Film steht die Welt am Abgrund. Neu ist im vierten Teil, dass die Men in Black, die letzte Bastion der Menschheit, anscheinend unterwandert wurden: Ein Maulwurf ist im schwarzen Anzug unterwegs. M kann niemandem trauen… ist es H? Oder C? Oder ein ganz anderer? «Men in Black: International» macht seinem Titel alle Ehre: Von London geht die wilde Jagd über Marrakesch und Neapel bis nach Paris. Stets dabei beim Kampf gegen zwei unbesiegbar scheinende Gestaltenwandler sind mächtige Waffen und coole Sprüche.

Bewährtes mit Neuem zu verknüpfen, darin liegt das Geheimnis eines jeden erfolgreichen Sequels. Insofern macht der vierte Teil der Men in Black alles richtig: Er erweist sowohl der Reihe seine Referenz, versucht sich aber gleichzeitig mit frischem Personal und neuen Schauplätzen zu emanzipieren. Herausgekommen ist eine Art Spin-off, eine Mischung aus Star Wars und James Bond. Die vielen skurrilen Ausserirdischen machen den mit vielen Details ausgestatteten Streifen zu einem kurzweiligen Erlebnis, während Chris Hemsworth als Frauen verführender, britischer Superagent stark an 007 erinnert – auch wenn er sich selbst auch noch so parodiert. Stark dafür ist wie immer Tessa Thompson, die an der Seite von Chris Hemsworth schon als «Valkyrie» überzeugte und auch in den beiden «Creed»-Filmen einen bleibenden Eindruck hinterliess.

Will Smith und Tommy Lee Jones fehlen spürbar. Auch wenn alle Beteiligten an «Men in Black: International» bemüht sind, den unvergleichlichen Charme der bisherigen drei Filme zu reproduzieren, es will nicht ganz gelingen. Deshalb auch die zwei unterschiedlichen Bewertungen oben an diesem Text. Meine Empfehlung für alle MiB-Fans: Betrachtet diesen Film als Standalone, dann habt ihr viel mehr Spass daran. Denn unterhaltsam ist er – trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit.

Im Kino

Men in Black: International

Filmstart: 13. Juni 2019
Land: USA 2019
Länge: 115 Minuten
Besetzung: Chris Hemsworth, Tessa Thompson, Rebecca Ferguson, Emma Thompson
Regie: F. Gary Gray