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Serien-Highlights November

25. Oktober 2019

Wer sagt denn, dass die amerikanischen Serien alles dominieren? Zumindest in meinen Empfehlungen für den November werden die Amis von Grossbritannien 3:2 geschlagen. Nicht, dass ich etwas gegen die USA hätte, nicht im Geringsten. Aber gleich drei Serien, die im kommenden Monat ihre Fortsetzung finden, sind durch und durch britisch. Auf Platz eins jedoch hat sich eine Serie aus Amerika durchgesetzt, die durch ihren Starpower und die Vorschusslorbeeren enorme Erwartungen schürt – und dem neuen Streamingdienst «Apple TV+» als Eisbrecher dienen soll. Das Motto des Monats November heisst aber dennoch: Es leben die Briten!

1. The Morning Show

Auf Apple TV+

The Morning Show

Land: USA 2019
Altersfreigabe: 12+
Staffeln: 1 (10 Folgen); Serienstart ab 1. November 2019
Besetzung: Jennifer Aniston, Reese Witherspoon, Steve Carell, Billy Crudup

TV-Streaming ist ein Verdrängungsmarkt, über dessen Playern das Damoklesschwert «Disney+» hängt. Die Ankündigung des kalifornischen Medienriesen, noch in diesem Jahr mit seinem Dienst online zu gehen, treibt den Machern von Netflix & Co. den Angstschweiss auf die Stirn. Doch zunächst, am 1. November, wirft Technologie-Gigant Apple sein «Apple TV+» ins Gefecht. Ironischerweise handelt auch deren Flaggschiff von einem knallharten Verdrängungsgeschäft: dem News-TV. Alex Levy (Jennifer Aniston) ist seit 15 Jahren zusammen mit Mitch Kessler (Steve Carell) das Gesicht vom Marktleader «The Morning Show». Als Kessler wegen sexuellen Fehlverhaltens entlassen wird, muss die Moderatorin ihren Platz gegen die ehrgeizige Journalistin Bradley Jackson (Reese Witherspoon) verteidigen. Der beeindruckende Cast und der vielversprechende Trailer verheissen einen erfolgreichen Start von «Apple TV+».

2. The Crown

Auf Netflix

The Crown

Land: GB 2019
Altersfreigabe: 13+
Staffeln: 3 (je 10 Folgen); 3. Staffel ab 17. November 2019
Besetzung: Olivia Colman, Helena Bonham Carter, Tobias Menzies, Charles Dance
Schöpfer: Peter Morgan

20 Folgen lang haben wir uns an die tolle Performance von Claire Foy als Queen Elizabeth II. gewöhnt. In der dritten Staffel wird sie nun abgelöst – von keiner Geringeren als einer Oscar-Preisträgerin: Olivia Colman. Die 45-jährige hat schon Erfahrung mit britischen Königinnen, erhielt sie doch für ihre brillante Darstellung der Queen Anne in «The Favourite» dieses Jahr den Oscar. Und nun wird sie zumindest für die nächsten zwei Staffeln der hochklassigen, preisgekrönten Netflix-Serie zu Elizabeth – zusammen mit einem komplett neuen Cast. Helena Bonham Carter ist der zweite grosse Name in «The Crown», sie beerbt Vanessa Kirby als Elizabeth' Schwester Margaret. Mittlerweile sind wir in den 70er-Jahren angelangt. Die zweite Staffel wird die Ära von Premierminister Harold Wilson abdecken (1964-1970 und 1974-1976) und voraussichtlich im Jahr 1977 mit dem silbernen Thronjubiläum der Königin enden.

3. The End of the F***ing World

Auf Netflix

The End of the F***ing World

Land: GB 2017-19
Altersfreigabe: 16+
Staffeln: 2 (je 8 Folgen); 2. Staffel ab 5. November 2019
Besetzung: Jessica Barden, Alex Lawther, Naomie Ackie
Schöpfer: Charlie Covell, Charles S. Forsman (Comic-Vorlage) 

«Ich bin ziemlich sicher, dass ich ein Psychopath bin», erklärt der 17-jährige James (Alex Lawther) zu Beginn der ersten Staffel und erzählt von seinen getöteten Haustieren und Vögeln sowie dem Wunsch, einmal einen Menschen umzubringen. Schon bei diesem frühen Zeitpunkt stellt sich die Frage nach dem Aussteigen aus der Serie, die offensichtlich nur krank sein kann. Wer den Impuls unterdrückt, wird belohnt. Mit dem Auftauchen der gleichaltrigen, unangepassten und zum Fremdschämen direkten Alyssa (Jessica Barden), die James zu einem wahnwitzigen Roadtrip mit dem Mercedes seines Vaters überredet, scheint «The End of the F***ing World» nun zu einer klassischen Coming-of-Age-Story zu verkommen, aber auch hier ist man auf dem falschen Gleis. Vielmehr ist die Serie nach der Comicvorlage von Charles Forsman ein feinfühliges und vielschichtiges Stück über den Unterschied von Sein und Schein: Komisch, schockierend, herzerwärmend. Eine Serie, wie sie nur die Briten zustande bringen.

4. Tom Clancy's Jack Ryan

Auf Amazon Prime

Tom Clancy's Jack Ryan

Land: USA 2018-19
Altersfreigabe: 16+
Staffeln: 2 (je 8 Folgen); 2. Staffel ab 1. November 2019
Besetzung: John Krasinski, Wendell Pierce, John Hoogenakker, Noomi Rapace
Schöpfer: Carlton Cuse, Graham Roland

Harrison Ford war schon Jack Ryan. Dann Ben Affleck. Schliesslich auch noch Chris Pine. Der Erfolg des CIA-Agenten an den Kinokassen sank von Darsteller zu Darsteller. Dank Amazon Prime Video erlebt Tom Clancys berühmtester Protagonist eine Frischzellenkur, denn die Action-Serie erfreut sich grosser Beliebtheit. Erstaunlicherweise braucht es dazu nicht einmal einen grossen Hollywood-Namen: John Krasinski («A Quiet Place») scheint die ideale Besetzung dafür zu sein. In der zweiten Staffel verschlägt es den amerikanischen Agenten nach Venezuela, wo ein hässlicher Bürgerkrieg droht. Russland scheint die diktatorische Regierung mit Waffen zu versorgen, um den Volksaufstand blutig niederzuschlagen.
Die Serie ist nicht auf die Romanvorlagen fixiert, sondern übernimmt die Handlung aus Tom Clancys Romanen in groben Zügen und fügt neue Figuren hinzu – in der 2. Staffel etwa in der Person von Noomi Rapace als deutsche Geheimagentin. Spannung garantiert!

5. Britannia

Auf Sky Atlantic

Britannia

Land: GB 2017-19
Altersfreigabe: 16+
Staffeln: 2 (total 19 Folgen); 2. Staffel ab 7. November 2019
Besetzung: Eleanor Worthington-Cox, David Morissey, Nikolaj Lie Kaas
Schöpfer: Jez Butterworth, Tom Butterworth, James Richardson

Es gibt viele Nostalgiker, die sich in eine Zeit vor der Industrialisierung zurückwünschen, vielleicht ins Mittelalter oder gar noch weiter zurück. Wer eine Zeitmaschine zur Hand hat, dem würde ich jedoch davon abraten, Britannien im Jahr 43 vor Christus zu besuchen. Dort kämpfen die eingefallenen Römer unter Feldherr Aulus Plautius (David Morrissey) um die Herrschaft über die Insel. Sie haben aber die Wehrkraft und Magie von zwei verfeindeten Keltenstämmen unterschätzt. Der Schlüssel zum Sieg liegt im Mädchen Cait (Eleanor Worthington-Cox), das laut Prophezeiung Britannien retten soll.
Eine mysthische Welt voller Druiden, Hexen und Römern, auch voller Intrigen, Hinterhältigkeiten und Brutalität, was ihr jegliche Romantik entzieht. Da muss man hart drauf sein, um sich in jene Zeit voller Dreck und Filz zurück zu sehnen. Aber zum Schauen, auf dem gemütlichen Sofa in der warmen Stube, hat sie durchaus ihren Reiz – nicht zuletzt für Fans von «Game of Thrones».