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Serien-Highlights September

30. August 2019

 

Krimidrama, Politsatire, Teenie-Whodunit, Doku-Thriller und Comic – bei meinen Top-5-Serien für den Monat September sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Beim Stöbern durch alle Kanäle ist mir eine auffällige Häufung von Miniserien aufgefallen. Serien also, die keine Fortsetzung erhalten sollen. Neben den zwei, die ich euch hier vorstelle ist vor allem noch eine dritte bemerkenswert: «The Loudest Voice» (7 Folgen; ab 16.9. auf Sky Atlantic), das den Aufstieg und Fall von Fox-News-Gründer Robert Ailes erzählt – mit einem fantastischen Cast um Hauptdarsteller Russell Crowe. Ist das nun ein Trend oder ganz einfach Zufall? Ich bleibe dran.

1. Unbelievable

Auf Netflix

Unbelievable

Land: USA 2019
Altersfreigabe: 14+
Staffeln: 1 (8 Folgen); Miniserie ab 13. September 2019
Besetzung: Toni Collette, Merritt Wever, Kaitlyn Dever
Schöpfer: Susannah Grant, Michael Chabon, Ayelet Waldman

Marie (Kaitlyn Dever) erlebt den Horror eines jeden weiblichen Teenagers: Ein Einbrecher fesselt und vergewaltigt sie – unter Bedrohung ihres Lebens. Fast noch schlimmer ist allerdings, was folgt. Weil es weder Spuren noch Zeugen gibt, glaubt die Polizei und auch Maries Umfeld, sie habe das erfunden. In einem anderen Bundesstaat beginnen derweil zwei Polizistinnen wegen zwei ganz ähnlichen Fällen zusammen zu arbeiten. Grace Rasmussen (Toni Collette) und Karen Duvall (Merritt Wever) geben nicht so schnell auf und vermuten, einem Serienvergewaltiger auf der Spur zu sein, der in verschiedenen Städten zuschlägt.
Die Miniserie «Unbelievable» basiert auf wahren Ereignissen, welche die amerikanische Investigativjournalisten T. Christian Miller und Ken Armstrong unter dem Titel «An Unbelievable Story of Rape» veröffentlichten. Sie gewannen damit den Pulitzer-Preis.

2. The Politician

Auf Netflix

The Politician

Land: USA 2019
Altersfreigabe: 12+
Staffeln: 1 (8 Folgen); Serienstart am 27. September 2019
Besetzung: Ben Platt, Bob Balaban, Jessica Lange, Gwyneth Paltrow
Schöpfer: Ryan Murphy

Lange wurde um die Handlung von Ryan Murphys («Glee») neuer Serie ein Geheimnis gemacht, inzwischen gibt der ziemlich ausführliche Trailer einen vielversprechenden Eindruck. Wie viele Kinder, wusste Payton Hobart (Ben Platt) schon im zarten Alter von sieben Jahren, was er werden wollte: Präsident der USA. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Kindern verfolgt er seinen Traum schon in seiner Schulzeit zielstrebig. Um seine politische Karriere zu starten, muss der Sohn wohlhabender Eltern im kalifornischen Santa Barbara erst einmal Präsident des Schülerparlaments seiner High School werden. Schliesslich will er danach in Harvard studieren und muss deshalb seine skrupellosen Mitschüler ausstechen. Dabei werden seine Moralvorstellungen auf eine harte Probe gestellt. In dieser Politsatire leben auch grosse Namen wie Gwyneth Paltrow und Jessica Lange lustvoll ihre komödiantische Seite aus.

3. Elite

Auf Netflix

Elite

Land: Spanien 2018 -19
Altersfreigabe: 12+
Staffeln: 2 (je 8 Folgen); 2. Staffel ab 6. September 2019
Besetzung: Maria Pedraza, Itzan Escamilla, Miguel Bernardeau, Miguel Herran
Schöpfer: Dario Madrona, Carlos Montero

Die spanische Antwort auf «Gossip Girl» findet seine Fortsetzung. Drei unterprivilegierte Schüler erhalten ein Stipendium auf der Eliteschule «Las Encinas» und bringen dort die heile Scheinwelt der Schönen und Reichen durcheinander – die Parallelen zum US-Original mit Blake Lively sind offensichtlich. Doch «Elite» ist nicht einfach ein müder Abklatsch und bleibt auch nicht auf der oberflächlichen Teenie-Schiene von Liebe, Sex, Rache und Intrigen. Vielmehr überzeugte die erste Staffel mit einer interessanten Charakter-Entwicklung rund um ein ganzes Panorama von Themen: Diskriminierung, soziale Ungerechtigkeit, Rassismus, Islam, Homosexualität, HIV, jugendliche Schwangerschaft. Von den überzeugenden Schauspieler sind Fans von «Haus des Geldes» drei Gesichter wohl bekannt. Die erste Staffel war als klassischer, spannender «Whodunit» angelegt: Wer ist der Mörder von Marina (Maria Pedraza)? Nach der Festnahme des vermeintlichen Täters folgt in der zweiten Staffel die Jagd nach der Wahrheit – mit neuen Figuren und alten Feindschaften.

4. The Hot Zone

Auf National Geographic

The Hot Zone

Land: USA 2017-19
Altersfreigabe: 14+
Staffeln: 1 (6 Folgen); Miniserie ab 16. September 2019
Besetzung: Julianna Margulies, Noah Emmerich, Topher Grace, Liam Cunningham
Schöpfer: James V. Hart, Brian Peterson, Kelly Sounders, Jeff Vintar

Die dritte Miniserie schliesslich befasst sich mit einem Killer der unsichtbaren Art. Ebola ist mit 90 Prozent Todesrate und ohne bekannten Impfstoff das tödlichste Virus der Welt. Doch lange war es für die Amerikaner weit, weit weg, eine exotische Gefahr irgendwo im Herzen Afrikas. Bis zum Jahr 1998. Dann wird das Killer-Virus von der Immunologin Nancy Jaxx (Julia Margulies) in einem Forschungsinstitut ausserhalb von Washington D.C. entdeckt. Zusammen mit ihrem Mann Jerry (Noah Emmerich) riskiert sie ihr Leben, um den Ausbruch einer verheerenden Pandemie zu verhindern. Wie wir heute wissen – ohne zu spoilern –, konnte der Worst Case verhindert werden, aber wie nahe die USA vor 21 Jahren am Katastrophenfall vorbei schlitterte, ist wohl nur ganz Wenigen bekannt. «The Hot Zone» ist eine Thriller-Serie, die einem aufgrund des wahren Hintergrunds immer wieder Schauer über den Rücken jagt.

5. Disenchantment

Auf Netflix

Disenchantment

Land: USA 2018
Altersfreigabe: 12+
Staffeln: 1 (20 Folgen); Folgen 11 – 20 ab 20. September 2019
Besetzung: Abbie Jacobson, Eric André, Nat Faxon, Robin Atkin Downes
Schöpfer: Matt Groening, Josh Weinstein

Prinzessin Tiabeanie, kurz «Bean», lebt den Traum vieler Mädchen, doch für sie ist ihr Dasein als Königstochter von Dreamland der pure Horror. Ihr Vater Zøg versucht krampfhaft, sie unter die Haube bringen, doch Bean findet bei jeden Hochzeitsversuch einen Notausgang – sei es auch durch versehentliche Exekution des Bräutigams. Als ihr von einer geheimen Gesellschaft der Dämon Luci angehängt wird, kommt der rebellische Teenager erst recht in Fahrt. Zusammen mit dem Elf Elfo lotet sie die Vergnügungsmöglichkeiten im Mittelalter aus, bis sie schliesslich ihrem Vater bei der Jagd nach dem sagenumwobenen Lebenselixier beisteht – um ihre versteinerte Mutter zum Leben zu erwecken.
Nachdem «The Simpsons»-Erschaffer Matt Groening mit «Futurama» in die Zukunft schaute, spielt seine erste Netflix-Serie in einem fiktiven Mittelalter, das etwas an «Game of Thrones» erinnert. Der Humor ist trocken und derb, wie wir das von den Simpsons her kennen und lieben. Dennoch konnte «Disenchantment» die Fans (noch) nicht fesseln. In der ersten Halbstaffel fehlte dazu etwas der rote Faden.